Entwicklung

Bildung und Offenheit entscheidend für psychische Gesundheit im Fussball

Generic stadium rainbow.

Der Fussball fördert, wie jede andere Teamsportart auch, das gesellschaftliche und seelische Wohlergehen von Milliarden von Menschen. Gleichzeitig sind Spieler und andere Beteiligte dieser Sportart ebenso wie alle anderen Mitglieder der Gesellschaft anfällig für psychische Probleme.

Der Internationale Tag der psychischen Gesundheit (World Mental Health Day) am 10. Oktober bietet eine gute Gelegenheit, Probleme mit der psychischen Gesundheit in den Blickpunkt zu rücken und zu betonen, wie wichtig es ist, offen darüber zu reden.

Die FIFA möchte nicht nur generell auf das Thema aufmerksam machen, sondern darüber hinaus auf die Herausforderungen hinweisen, mit denen Fussballer konfrontiert sind, die so viel Wert auf die körperlichen Aspekte des Spiels legen, dass ihre psychische Gesundheit oftmals vernachlässigt wird und auf der Strecke bleibt. 

Selbst auf Eliteniveau können Fussballer unter psychischen Problemen leiden, wie Dario Šimić, ehemaliger kroatischer Nationalspieler und FIFA-Legende bestätigt:

FIFA-Legende und kroatischer Ex-Nationalspieler Dario Šimić berichtet über die Herausforderungen, mit denen Spieler heutzutage konfrontiert sind.

Erfolg alleine garantiert nicht, dass man glücklich ist und selbst wenn man siegt und Meister wird, kann das Herausforderungen mit sich bringen. Emma Mitchell, die für Schottland und die Arsenal Women in der Abwehr spielt, spricht darüber, wie wichtig es ist, sich über mentale Gesundheit zu unterhalten.

"Ich war einfach nicht gut drauf, dauernd hat Druck auf mir gelastet und ich war nicht sicher, wo das herkam. Ich habe mich einfach zurückgezogen, was so gar nicht mein Charakter ist. Glücklicherweise bin ich bei einem Klub wie Arsenal, der mir direkt psychologische Unterstützung verschafft und Sonderurlaub gegeben hat."

"Ich habe viel Zeit in der Arbeit mit dem Psychologen verbracht, entdeckt woher diese Gefühle kommen und dass ich sie auch zulassen kann. Dadurch fiel viel Druck von mir ab."

"Es ist so wichtig, dass jeder Spieler mit Profis reden kann, wenn er Hilfe benötigt. Das müssen wir anstreben, denn die mentale Gesundheit ist genauso wichtig wie die körperliche, wenn es darum geht, auf höchstem Level seine Leistung abrufen zu können."

Emma Mitchell in action for Arsenal.
© Getty Images

Die FIFA ist der Ansicht, dass Bildung eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung dieser Probleme spielt, und hat diesem wichtigen Thema daher ein ganzes Modul des FIFA-Diploms in Fussballmedizin gewidmet. In dem Kurs, der kostenlos online verfügbar ist, werden Themen wie Belästigung und Missbrauch, Suizid, Depression und Essstörungen behandelt. Er soll medizinischen Betreuern im Fussball Hilfestellung beim Erkennen von Anzeichen für Probleme bieten, damit sie ihrem Team die erforderliche Unterstützung zukommen lassen können.

Mental starke Spieler bilden mental starke Teams und sind besser in der Lage, anderen ein starkes Netzwerk als Rückhalt zu bieten. Wenn wir offener über psychische Probleme sprechen, können mehr Fussballer mental gesünder sein und einen Beitrag zu gesünderem Sport leisten.

Das medizinische Netzwerk der FIFA bietet medizinischen Fachkräften auf der ganzen Welt die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Ideen im Bereich der Fussballmedizin auszutauschen.

Das [FIFA-Diplom in Fussballmedizin](https://www.fifamedicalnetwork.com/medicin-diploma/) ist ein kostenloser Online-Kurs, der Fachleuten dabei helfen soll, die häufigsten Fussballverletzungen und -erkrankungen richtig zu diagnostizieren und zu behandeln.

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