João Havelange, von 1974 bis 1998 FIFA-Präsident, verstarb am Dienstag, 16. August, im Alter von 100 Jahren in Rio de Janeiro in Folge einer Lungenentzündung.

"Während seiner 24 Jahre als FIFA-Präsident wurde der Fussball wirklich global, erreichte neue Gebiete und wurde in alle Ecken der Erde getragen. Dafür sollte die ganze Fussballgemeinde dankbar sein", so FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Ich möchte hiermit seiner Familie mein Beileid aussprechen."

Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange wurde am 8. Mai 1916 als Sohn belgischer Immigranten in Rio de Janeiro geboren und zeigte bereits in jungen Jahren eine außergewöhnliche Begabung für den Wassersport. Das sollte sein ganzes Leben lang so bleiben. Im nassen Element bestritt er als Mitglied der brasilianischen Delegation auch zwei Auflagen der Olympischen Spiele: 1936 nahm er in Berlin an den Wettkämpfen über 400 m und 1500 m Freistil teil, und 1952 gehörte er in Helsinki der Wasserballmannschaft an.

Sein Beitrag als Athlet war nur die erste von einer Vielzahl weiterer Funktionen, die er im Laufe seines Lebens im Universum des Sports erfüllen sollte, einmal ganz abgesehen von seiner juristischen Ausbildung. Havelange war außerdem einmal Chef der brasilianischen Olympia-Delegation, nämlich 1956 in Melbourne, sowie Ehrenpräsident von Fluminense Rio de Janeiro. 1958 bekleidete er im Alter von 42 Jahren den Posten des Präsidenten der Confederação Brasileira de Desportos, der Vorgängerorganisation des heutigen brasilianischen Fussballverbands CBF, die allerdings für alle Sportarten zuständig war.

João Havelange, seit 1963 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, wurde am 11. Juni 1974 zum FIFA-Präsidenten gewählt. Während der sechs Amtszeiten des Brasilianers wuchs die Organisation insgesamt um 50 neue Mitgliedsverbände an. Während seiner Präsidentschaft führte die FIFA zahlreiche neue Turniere ein: die Frauen-Weltmeisterschaft (1991), die Futsal-Weltmeisterschaft (1989), die U-20-Weltmeisterschaft (1977) sowie die U-17-Weltmeisterschaft (1985).