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Erste Live-Tests mit Videowiederholungen bei IFAB-Seminar

(FIFA.com)

Bei einem Seminar des IFAB und der Major League Soccer (MLS) in New Jersey (USA) werden erstmals Video-Schiedsrichterassistenten (VSA) bei Live-Tests eingesetzt.

Am Seminar, das vom 19. bis 21. Juli in der Red Bull Arena stattfindet, nehmen Vertreter von über 20 Ligen und Verbänden teil. Ebenfalls vor Ort sind Vertreter der FIFA-Abteilungen Schiedsrichterwesen und Fussball-Technologie-Innovation, da die FIFA den IFAB mit technologischer Expertise und Forschung rund um das VSA-Projekt unterstützt.

Wettbewerbe in sechs Ländern haben ihre Teilnahme an den zweijährigen Versuchen, die bei der IFAB-Jahresversammlung im März bewilligt worden waren, bereits bestätigt. Weitere können folgen. Sollten die ersten Tests erfolgreich verlaufen, werden bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2016 in Japan im Rahmen der IFAB-Tests ebenfalls VSA eingesetzt. 

"Bis jetzt wurden in den USA, den Niederlanden und an anderen Orten erste Tests mit VSA im Hintergrund durchgeführt", sagt IFAB-Sekretär Lukas Brud.

"Die Video-Schiedsrichterassistenten konnten sich so mit der Technik vertraut machen, Videowiederholungen beurteilen und Entscheidungen in wichtigen Situationen üben, jedoch nicht mit dem Schiedsrichter kommunizieren. Dank der Unterstützung der MLS und der New York Red Bulls testen wir die Technologie nun live, so dass der Video-Schiedsrichterassistent mit dem Schiedsrichter kommunizieren und ihm dabei helfen kann, Fehlentscheidungen in spielentscheidenden Situation zu vermeiden."

Die Teilnehmer sehen beim Seminar, wie die VSA im Kontrollraum arbeiten und der Schiedsrichter bei bestimmten Situationen zur Seitenlinie geht, um sich auf einem von einem Techniker betriebenen Abspielgerät Videoaufnahmen anzusehen. Über Kopfhörer können die Seminarteilnehmer zudem mitverfolgen, wie der Schiedsrichter und der VSA bei einem zu überprüfenden Vorfall miteinander kommunizieren.

In der laufenden Vorbereitungsphase geht es auch darum, die teilnehmenden Wettbewerbe so anzuweisen, dass sie die Schiedsrichter, VSA und technischen Betreuer gemäss dem Protokoll schulen, das der IFAB zusammen mit der FIFA-Abteilung Fussball-Technologie-Innovation erstellt hat. Zur Unterstützung des IFAB wird die FIFA deshalb in den kommenden Monaten an ihrem Sitz in Zürich ein VSA-Schulungszentrum einrichten. 

In einem nächsten Schritt sind weitere Seminare und Sitzungen wie jüngst in den Niederlanden und der Schweiz geplant, ehe in den beteiligten Ländern ab August Tests "im Hintergrund" und 2017 schließlich Live-Tests beginnen. Anhand der Rückmeldungen der teilnehmenden Wettbewerbe, der Forschungsergebnisse und der Einschätzungen der IFAB-Beratungsgremien wird der IFAB voraussichtlich 2018 oder 2019 entscheiden, ob VSA im Fussball eingeführt werden.

Der IFAB ist eine unabhängige Organisation, der die Fussballverbände von England, Nordirland, Schottland und Wales sowie die FIFA angehören. Nur der IFAB darf nach Rücksprache mit der Fussballgemeinschaft Änderungen an den Spielregeln vereinbaren und beschließen.

Alle Einzelheiten zum Seminar in dieser Woche sind auf der IFAB-Website zu finden: www.theifab.com

Weitere Informationen zu den VSA sind hier zu finden. Ein Dokument mit häufigen Fragen ist hier abrufbar.

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