Der FIFA-Präsident stellte klar, dass die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™ aus Respekt vor den Olympischen Spielen nicht im Januar oder Februar ausgetragen werde, da zu dieser Zeit Olympische Winterspiele stattfinden. Blatter äußerte sich auch zu den Maßnahmen, die Katar derzeit zum Schutz der Rechte von Arbeitern ergreift.

Ebenfalls anwesend war der geschäftsführende Direktor des Obersten Komitees für Katar 2022, Scheich Mohammed, der betonte, dass Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen in Katar hart dafür arbeiten, die Standards für Arbeiter und Ansässige zu verbessern. Er meinte weiter, Katar 2022 werde "eine überwältigende Weltmeisterschaft."

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter
"Ich bin sehr zufrieden mit meinem heutigen Besuch bei den höchsten politischen Führungspersönlichkeiten. Meine Mission umfasst drei Punkte. Der erste Punkt ist die erneute Klarstellung der Entscheidung des Exekutivkomitees vom Oktober, dass es keinerlei Zweifel daran gibt, dass die WM 2022 in Katar organisiert wird und alle Spiele in Katar stattfinden werden. Diese Entscheidung wurde am 2. Dezember 2010 getroffen und wird nicht revidiert.

Der zweite Punkt wird derzeit sehr intensiv diskutiert, nämlich dass es im Sommer zu heiß zum Fussballspielen ist. Das Organisationskomitee hier und der Staat Katar sind gewillt und in der Lage, die WM gegebenenfalls im Juni und Juli zu organisieren, wobei in den Stadien Klimatisierungstechnik zum Einsatz kommt. Wenn es möglich wäre, zu einer anderen Jahreszeit zu spielen, wäre das natürlich für die WM und für Katar besser. Wir werden daher mit den verschiedenen Beteiligten im Fussball und mit unseren Geschäftspartnern Beratungen aufnehmen, um den Zeitraum zu finden, zu dem das Turnier unter bestmöglichen Bedingungen ausgespielt werden kann. Der Generalsekretär der FIFA wurde beauftragt, diese Beratungen zu führen. Wir werden die WM allerdings nicht im Januar oder Februar austragen. Das wäre sehr respektlos gegenüber der Olympischen Familie und Organisation, da im Januar und Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden. Wir haben auch bereits unsere Geschäftspartner und Medienpartner konsultiert. Viele von ihnen sind sowohl Partner der FIFA als auch der Olympischen Spiele. Es ist nicht möglich, diese Partner gleichzeitig an zwei Veranstaltungen zu beteiligen.

Der dritte Punkt sind bestimmte Probleme, derer man sich in Katar bewusst ist. Als Reaktion darauf wurden bereits geeignete Maßnahmen eingeleitet. Wir waren im Gebäude des Obersten Komitees und haben dort eine Präsentation verfolgt. In der Präsentation wurde gezeigt, dass nicht erst jetzt Fortschritte erzielt werden, sondern dass bereits vor mehreren Monaten begonnen wurde, auf die Probleme im Bereich der Arbeiter und der Arbeitsbedingungen zu reagieren. Die Arbeitsgesetze werden überarbeitet und diese Überarbeitung hat bereits begonnen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die erforderlichen Inspektionen gelegt. Die Inspektoren der Regierung bekommen mehr Möglichkeiten, die Arbeitsgesetze durchzusetzen. Es werden auch Unterkünfte für alle Arbeiter bereitgestellt. Derzeit werden Unterkünfte für mit Platz für insgesamt 60.000 Arbeiter eingerichtet, die im Dezember eröffnet werden sollen.

Wir haben auch erfahren, dass es bereits Kontakte zur Building and Wood Workers International Union (BWI), zu internationalen Menschenrechtseinrichtungen und zur International Labour Organisation (ILO) gibt. Besonders beeindruckt haben mich die Charta für das Wohlergehen der Arbeiter und die Initiative 'Rote Karte für Zwangsarbeit'.

Ich habe einen Brief von der BWI erhalten, die hier vor Ort war und uns einen positiven Bericht gegeben hat. Man bittet darum, mit der FIFA in direkte Diskussionen einzutreten, was wir ganz sicher tun werden. Letztlich kann es nur eine Lösung geben, nämlich gemeinsam mit Katar und der FIFA zum Wohle der WM zusammenzuarbeiten. Auf der einen Seite der Fussball und auf der anderen das Wohl des Landes.

Die WM ist erst in neun Jahren, doch die Probleme müssen jetzt angegangen werden. Wir sind nicht für die Gesetze verantwortlich, aber wir sind sehr zufrieden damit, dass sie ergänzt und angepasst werden. Ich freue mich, dass die WM in diesem Land ein Katalysator für andere Länder sein kann, wenn es um die Organisation von Sportveranstaltungen und die Verbesserung der sozialen Situation geht. Auch das gehört zum Vermächtnis.

Daher kann ich sagen, dass Katar mit in Bezug auf den Fussball auf dem richtigen Weg ist und die Regierungsbehörden des Landes ebenfalls auf dem richtigen Weg sind."

Scheich Mohammed bin Hamad bin Khalifa Al Thani, geschäftsführender Direktor des Obersten Komitees für Katar 2022
"Als wir uns um die Weltmeisterschaft bewarben, geschah dies unter der Annahme, das Turnier im Sommer auszurichten. Doch wir sind bereit für eine Ausrichtung im Sommer ebenso wie im Winter. Es wird auf jeden Fall eine überwältigende Weltmeisterschaft.

Wir freuen uns, dass wir dem Präsidenten die Kommission für die Belange der Arbeiter vorstellen konnten, die zur Überwachung und Kontrolle eingerichtet wurde und mit der wir sicherstellen, dass die WM optimal genutzt wird, um nötige Verbesserungen der Situation der Arbeiter herbeizuführen, nicht nur in Katar, sondern auch als Beispiel für andere Gastgeberländer. Die Ausrichtung einer WM ist für jedes Gastgeberland eine Herausforderung. Wir freuen uns, dass wir schon neun Jahren früher im Rampenlicht stehen und begrüßen diese Gelegenheit, um die nötigen Veränderungen herbeizuführen.

Diese Angelegenheiten wurden schon vor langer Zeit in Angriff genommen, als das exponentielle Wachstum und die Entwicklung unserer Nation einsetzten. Ich kann jedem versichern, dass Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen fortwährend und tagtäglich dafür arbeiten, die Standards nicht nur für die Arbeiter sondern auch für alle Einwohner des Landes zu verbessern.

Diese Angelegenheit war schon vor der Vergabe der WM an uns wichtig und wird es auch bleiben, nachdem die WM beendet ist. Wir danken der FIFA dafür, uns ein solches Turnier anzuvertrauen, das Veränderungen voranbringt und ein Beispiel für die ganze Welt ist. Ich freue mich darauf, die Partnerschaft zwischen Katar und der FIFA weiter voranzubringen."