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FIFA-Kongress

FIFA-Kongress unterstützt Reformprozess

(FIFA.com)
FIFA President Joseph S. Blatter speaks during the 62nd FIFA Congress
© Getty Images

Pressemitteilung

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Unter dem Vorsitz von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter stellte sich der 62. FIFA-Kongress heute in Budapest (Ungarn) voll hinter den laufenden Reformprozess des Weltfussballverbands und dessen Fortsetzung bis zum Kongress 2013 gemäß festgelegtem Aktionsplan. Beim Kongress im letzten Jahr sprach sich der FIFA-Präsident für Führungsreformen und Nulltoleranz gegenüber jeglichem Fehlverhalten aus, worauf er vom Kongress mit der Leitung des Reformprozesses beauftragt wurde.

"Heute ist ein historischer Tag. Beim Kongress 2011 sprach ich mich für die Verbesserung unserer guten Führung aus. Das haben wir geschafft! Ich freue mich, dass der erste Teil der Reformen beim Kongress auf solch überwältigende Unterstützung gestoßen ist. Dies zeigt die Einheit unseres Kongresses. Unsere Arbeit ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Der Reformprozess geht wie geplant bis zum Kongress 2013 weiter. Der Aktionsplan wird umgesetzt. Die FIFA und ich stehen voll und ganz hinter diesem Prozess", betonte Joseph S. Blatter.

Der Vorsitzende der unabhängigen Kommission für Governance (UKG), der internationale Experte Prof. Mark Pieth, sowie die Vorsitzenden der Task Force Statutenrevision, Dr. Theo Zwanziger (Deutschland), der Task Force Ethikkommission, Claudio Sulser (Schweiz), der Task Force Transparenz und Compliance, Frank van Hattum (Neuseeland), und der Task Force Football 2014, Franz Beckenbauer (Deutschland), legten alle einen Bericht ihrer Arbeit vor.

Unsere Arbeit ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Der Reformprozess geht wie geplant bis zum Kongress 2013 weiter. Der Aktionsplan wird umgesetzt. Die FIFA und ich stehen voll und ganz hinter diesem Prozess.

Die Änderungen der FIFA-Statuten, die dem Kongress heute zur Abstimmung vorgelegt wurden und auf die Arbeit der UKG und der Task Forces zurückgehen, wurden mit überwältigender Mehrheit von 192 Stimmen (96 %) angenommen. Der Kongress stimmte ebenfalls dem sofortigen Inkrafttreten der Änderungen von Art. 10, 30 und 87 der Statuten sowie von Art. 1 der Ausführungsbestimmungen zu den Statuten zu.

Die Reform sieht insbesondere die Restrukturierung der Ethikkommission mit zwei Kammern (Untersuchungskammer und rechtsprechende Kammer) mit zwei unabhängigen Vorsitzenden vor. Der Kongress beauftragte das Exekutivkomitee mit der Durchführung einer außerordentlichen Sitzung (29. Juni), bei der das Ethikreglement verabschiedet und die Vorsitzenden der beiden Kammern ernannt werden sollen, damit die Ethikkommission ihre Arbeit nach Inkrafttreten der Statuten 60 Tage nach dem Kongress aufnehmen kann.

Die Schaffung einer Audit- und Compliance-Kommission - mit erweiterten Zuständigkeiten (neu auch Compliance-Aufgaben) im Vergleich mit der alten Auditkommission - und die Ernennung von Domenico Scala (Italien/Schweiz) - auf Vorschlag der UKG - zum unabhängigen Vorsitzenden dieser Kommission wurden ebenfalls gutgeheißen. Ebenso wurde der FIFA-Verhaltenskodex verabschiedet.

Die Aufnahme neuer Mitglieder in die FIFA wurde ebenfalls insofern neu geregelt, als ein Verband neu grundsätzlich in die FIFA aufgenommen werden kann, ohne dass er zuerst zwei Jahre Mitglied der betreffenden Konföderation sein muss. Unmittelbarer Nutznießer dieser neuen Regelung war der Fussballverband von Südsudan, der als 209. Mitglied in die FIFA aufgenommen wurde, nachdem er im Februar dieses Jahres CAF-Mitglied geworden war. Der Fussballverband von Südsudan wird von Chabur Goc Alei präsidiert.

Nach dem Antrag des FIFA-Präsidenten beim Kongress im letzten Jahr auf Berufung einer Frau ins FIFA-Exekutivkomitee beschloss der Kongress, bis 2013 eine Frau in die Exekutive hinzuzuwählen und anschließend vom Kongress wählen zu lassen. Die Ernennung von Lydia Nsekera (Burundi) wurde heute verabschiedet. Mit einer stehenden Ovation der Kongressteilnehmer wurde sie offiziell in ihr Amt eingesetzt.

Jeffrey Webb (Cayman-Inseln), neuer Präsident der CONCACAF, wurde ferner als FIFA-Vizepräsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees offiziell eingesetzt, Marco Polo del Nero (Brasilien) als Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees.

Bei den strategischen und sportpolitischen Angelegenheiten genehmigte der Kongress das FIFA-Schutzprogramm für Klubs im Namen der Mitgliedsverbände, bei dem die FIFA die Klubs von Spielern entschädigt, die sich bei einem beliebigen internationalen A-Spiel im internationalen Spielkalender (von 1. September 2012 bis 31. Dezember 2014) verletzen. Das Budget für dieses Projekt beträgt rund USD 75 Millionen. Es ist ein wegweisendes Programm, von dem die gesamte Fussballgemeinschaft profitiert.

Im Weiteren wurde der Kongress über die FIFA-Maßnahmen gegen Spielmanipulationen informiert. Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble sprach zum Kongress, nachdem die FIFA und Interpol letztes Jahr eine 10-jährige Zusammenarbeit vereinbart hatten. Der italienische Spieler Simone Farina, der ein Manipulationsangebot abgelehnt hatte, wurde vom FIFA-Präsidenten und vom Interpol-Generalsekretär auf die Bühne gebeten und zum FIFA-Botschafter ernannt.

Die FIFA und das Nobel-Friedenszentrum, das mit dem Friedensnobelpreis über die weltweit wichtigste Auszeichnung wacht, haben unter dem Namen "Handschlag für den Frieden" eine Partnerschaft geschlossen. Bente Erichsen, Direktor des Nobel-Friedenszentrums, stellte das Gemeinschaftsprojekt vor, das Spielführer und Schiedsrichter verpflichtet, sich nicht nur vor, sondern auch nach dem Spiel die Hand zu reichen. Diese Fairplay-Geste gilt bei allen FIFA-Wettbewerben. Die Mitgliedsverbände wurden aufgerufen, dem Beispiel zu folgen.

Der FIFA-Präsident präsentierte ferner die Maßnahmen der FIFA zur Verbesserung des Schiedsrichterwesens, insbesondere zur Professionalisierung des Umfelds, in dem die FIFA-Schiedsrichter trainieren und arbeiten, sowie zur Förderung des Schiedsrichterwesens bei den Konföderationen und Mitgliedsverbänden.

Der Kongress schloss sich zudem dem Appell der gestrigen medizinischen Konferenz an, wonach bei jedem Fussballspiel weltweit automatische externe Defibrillatoren vorhanden sein sollten.

Der Kongress genehmigte darüber hinaus die konsolidierte FIFA-Jahresrechnung 2011 und das FIFA-Budget 2013.

Alle FIFA-Mitgliedsverbände waren beim Kongress 2012 anwesend. Gemäß Art. 14 Abs. 4 der FIFA-Statuten waren die Verbände von Brunei Darussalam und São Tomé und Príncipe nicht stimmberechtigt.

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