In der Schweiz diskutieren verschiedene Fussballvereine derzeit die Möglichkeit, Pyrotechnik unter bestimmten Voraussetzungen zu erlauben. FIFA.com sprach mit FIFA-Präsident Joseph S. Blatter über die Problematik von Feuerwerkskörpern in Stadien.

Im Vorfeld des Zürcher Derbys wird über die Möglichkeit diskutiert, in kontrolliertem Rahmen Feuerwerkskörper zuzulassen. Was sagen Sie dazu?
Feuerwerkskörper, die 1000 Grad Hitze erzeugen können, und grundsätzlich alle Pyros sind und bleiben gefährlich und haben in einem Fussballstadion nichts zu suchen. Alles andere ist grob fahrlässig.

In Österreich hat man den Versuch gewagt, Pyrotechnik zu erlauben. Die Resultate scheinen positiv zu sein...
Das erstaunt mich. Es gibt aber Dutzende anderer Beispiele, in denen es eben nicht funktioniert hat. Als Fan hat man keine Chance, dem Rauch und der Hitze auszuweichen, wenn solche Pyros gezündet werden. An einem Symposium in Berlin hat der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich letzte Woche die Position seiner Regierung erneut bekräftigt: Nulltoleranz gegenüber Feuerwerkskörpern. Das ist exakt die Position der FIFA und auch meine persönliche.

Was kann die FIFA gegen den Einsatz von Pyrotechnik tun?
An den gesunden Menschenverstand zu appellieren, reicht leider nicht. Die Nulltoleranz muss durch entsprechendes Regelwerk mit Sanktionen durchgesetzt werden. Es geht hier nicht um Folklore, sondern um die Sicherheit aller Stadionbesucher - Männer, Frauen, Kinder. Wenn es um die Gesundheit geht, sind Kompromisse nicht zulässig.

Das Bezirksgericht Zürich hat an diesem Freitag, 18. Mai, einen Fan zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er eine Fackel in den Gästeblock geworfen hat...
Dieses Urteil unterstreicht die Ernsthaftigkeit dieses Problems und bestätigt unsere Haltung, dass Pyrotechnik im Stadion nichts zu suchen hat.