Bei seiner heutigen Jahresversammlung im schottischen Gleneagles hat das International Football Association Board (IFAB) beschlossen, die Torlinien-Technologie (Chip-Ball) zunächst auf Eis zu legen und bis auf weiteres keine weiteren Tests in diesem Zusammenhang mehr durchzuführen. Bei der Entscheidung wurden unter anderem der menschliche Aspekt des Fussballspiels, die Allgemeingültigkeit der Spielregeln sowie die Einfachheit und die Effizienz der Technologie abgewogen.

Gleichzeitig hat das IFAB einen Vorschlag der FIFA angenommen, ein Experiment mit zwei zusätzlichen Schiedsrichterassistenten durchzuführen, die sich in erster Linie auf Fouls und Regelverstöße innerhalb des Strafraums konzentrieren sollen. Die Entscheidung, bei welchem Wettbewerb dieses Experiment durchgeführt wird, fällt zu einem späteren Zeitpunkt.

Das IFAB diskutierte auch über einen Vorschlag des schottischen Fussballverbandes zur Nutzung von Videobeweisen, um auch nach einem Spiel Sanktionen wegen simulierten Verletzungen vornehmen zu können. Zwar wurde der Vorschlag nicht angenommen, doch die Mitglieder des IFAB stimmten darin überein, dass solche Simulationen als betrügerisches Verhalten zu bewerten sind und intensiv bekämpft und während des Spiels sanktioniert werden müssen. Alle Mitgliedsverbände werden angehalten, in geeigneter Weise hierfür zu sorgen.

Außerdem wurde ein vom englischen Verband FA eingereichter Vorschlag mit der Bezeichnung "Fair Play Convention" bestätigt, aber nicht angenommen. Darin ging es um die Behandlung von verletzten Spielern während des laufenden Spiels. Grundlage für die Entscheidung war die Überzeugung, dass Fairplay in erster Linie ein instinktives Verhalten ist und weniger eine Haltung gegenüber den Regeln.

In Bezug auf die Fussballregeln beschloss das IFAB die folgenden Änderungen:

REGEL 1 - Das Spielfeld
Um die Größe des Spielfeldes bei A-Länderspielen zu vereinheitlichen, hat das IFAB beschlossen, die Größe auf 105 Meter Länge und 68 Meter Breite festzulegen (im bisherigen Text waren eine minimale Länge von 100 Metern und eine maximale Länge von 110 Metern sowie eine minimale Breite von 64 Metern und eine maximale Breite von 75 Metern genannt).

REGEL 2 - Der Ball
Im Rahmen des FIFA Qualitätskonzeptes für Fussbälle hat das IFAB zugestimmt, dass die im bisher gültigen Text dargestellten Logos durch die neuen Logos "FIFA APPROVED", "FIFA INSPECTED" und "International Matchball Standard" ersetzt werden, die im Mai 2007 eingeführt wurden.

Überarbeitung der Fussballregeln
Die letzte größere Überarbeitung des Wortlauts der Fussballregeln erfolgte vor über elf Jahren. Seitdem wurden zahlreiche Ergänzungen und Änderungen der Regeln vorgenommen und zahlreiche Publikationen sowie umfangreiches Lehrmaterial veröffentlicht. Daher ist eine erneute Überarbeitung überfällig. Das IFAB hat eine entsprechende Überarbeitung beschlossen, die keine größeren Änderungen des Inhalts aufweist, sondern den Wortlaut der Regeln vereinfacht.

Unter dem Tagesordnungspunkt "Sonstiges" wurde vereinbart, dass eine Diskussion über das Aussehen und das Design des Balles in die Tagesordnung der nächsten Unterausschuss-Sitzung aufgenommen wird.

Wie schon im vergangenen Jahr betonte das IFAB erneut, dass Personen in der technischen Zone keinen Zugang zu und keine Sicht auf Monitore am Spielfeldrand haben dürfen.

Schließlich trug der FIFA-Präsident eine dringende Mahnung gegen rüdes Zweikampfverhalten auf dem Spielfeld vor und wiederholte, dass "Spieler, die derartige Verstöße begehen, gesperrt werden sollten."

Die 123. Jahresversammlung des International Football Association Board findet im kommenden Jahr in Nordirland statt.

Das International Football Association Board (IFAB) als Hüter der Fussballregeln besteht aus Vertretern der Fussballverbände von England, Schottland, Wales und Irland sowie der FIFA.Die FIFA vertritt ihre 204 Mitgliedsverbände und verfügt in dem Gremium über vier Stimmen. Die vier britischen Verbände haben jeweils eine Stimme.Für die Annahme von Vorschlägen ist eine Dreiviertelmehrheit (also mindestens sechs der acht Stimmen) erforderlich.