Spezialprojekte wie "In Afrika mit Afrika gewinnen" sollen auch für andere Kontinente und Gebiete ausgearbeitet werden. Dies entschied das FIFA-Exekutivkomitee unter dem Vorsitz von Präsident Joseph S. Blatter bei seiner ersten, zweitägigen Sitzung im Jahr 2007 in Zürich.

Im Rahmen der Vision "Fussball für eine bessere Welt" unter der Führung der Kommission für  Fairplay und soziale Verantwortung  genehmigte die Exekutive den Grundsatz, analog zum bereits lancierten Spezialprojekt "In Afrika mit Afrika gewinnen" ähnliche Projekte für andere Kontinente und Gebiete (Ozeanien, Indien, Karibik) auszuarbeiten. Konkrete Vorschläge sollen bei der nächsten Sitzung des Exekutivkomitees Ende Mai vorgelegt werden (vgl. die Medienmitteilung zur ersten Sitzung der neu gebildeten Kommission für Fairplay und soziale Verantwortung).

Der Schlussbericht der Taskforce "For the Good of the Game" mit ihren drei Arbeitsgruppen Finanzen, Politik und Wettbewerbe wird dem FIFA-Kongress am 31. Mai 2007 präsentiert. Zudem soll die Taskforce, die beim FIFA-Kongress in Marrakesch geschaffen wurde, neu in die Strategiekommission integriert werden, damit sie als ständige Kommission zu einem internationalen Fussballforum mit Repräsentanten aus allen Bereichen des Fussballs, einschliesslich Spieler- und Klubvertretern, wird.

Im Weiteren diskutierte die Exekutive verschiedene Statutenanpassungen, die dem Kongress Ende Mai in Zürich vorgelegt werden. Unter anderem soll Art. 62 Abs. 3 verstärkt werden. Dieser sieht vor, dass die Verbände in ihren Statuten zwingend eine Bestimmung aufzunehmen haben, wonach ihre Klubs und ihre Mitglieder Streitfälle nicht vor ein ordentliches Gericht bringen dürfen, sondern jegliche Auseinandersetzungen den zuständigen Instanzen des Verbandes, der Konföderation und der FIFA unterbreiten müssen.

Die diesbezügliche Stärkung der FIFA-Statuten gründet auf dem jüngsten Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts (der höchstrichterlichen Instanz), das das Sanktionsrecht der FIFA im Disziplinarbereich mittels Punkteabzug oder gar Zwangsrelegation geschützt und bestätigt hat.

Mit Genugtuung wurden die  positiven Zahlen für das WM-Jahr 2006  und die gesamte Berichtsperiode 2003-2006 zur Kenntnis genommen (vgl. dazu die Medienmitteilung zu den FIFA-Finanzen). Die Bilanz und die Erfolgsrechnung sowie das FIFA-Budget für 2008 sind noch durch den Kongress zu genehmigen.

Das Komitee nahm weiter mit Befriedigung vom Vorbereitungsstand für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika Kenntnis und bekräftigte sein Vertrauen in das lokale Organisationskomitee. Für die Vorrunde haben sich 202 Mitgliedsverbände eingeschrieben, was Rekord bedeutet. Die Auslosung für die Vorrunde findet am 23. November 2007 in Durban statt.

Die Dauer des FIFA Konföderationen-Pokals 2009 in Südafrika (mit den Spielorten Port Elizabeth, Bloemfontein, Johannesburg/Ellis Park, Pretoria und Rustenburg) wird um einen Tag verlängert. Der Wettbewerb findet nun vom 14.-28. Juni statt, damit die Halbfinalspiele an zwei verschiedenen Tagen ausgetragen werden können.

Für die Klub-WM 2007 in Japan bleibt das Format für das Finalturnier mit sechs Teams unverändert, allerdings spielt neu der Meister Ozeaniens ein Entscheidungsspiel gegen den Meister des Austragungslandes. Der Sieger dieser Partie wird sich dann bei unverändertem Format des Wettbewerbs mit total sechs Spielen mit den übrigen fünf Kontinentalmeistern messen.

Der Zeitplan bezüglich der Bewerbungsphase für die FIFA WM 2014 in Südamerika wurde genehmigt. Die Entscheidung über das Ausrichterland trifft die Exekutive im November 2007.

Die TV-Rechte für Deutschland für die WM 2014 übertrug die Exekutive den beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD/ZDF, die bereits die Rechte für die FIFA WM 2010 erworben haben. Zudem wurde die Partnerschaft mit der EBU (Union der Europäischen Rundfunkorganisationen) auf die FIFA WM 2014 ausgedehnt.

Im Zusammenhang mit Problemen in den Mitgliedsverbänden und der Wahrung von deren Autonomie verabschiedete die FIFA-Exekutive den Entscheid des Dringlichkeitskomitees, die Suspension des Verbandes von Kenia unter gewissen Bedingungen aufzuheben. Bezüglich Spanien nahm das Exekutivkomitee von einem Modell der direkten politischen Intervention Kenntnis, das seitens der FIFA Sanktionen nach sich ziehen könnte.

Weitere Beschlüsse:
- Dem Kongress wird die Aufnahme Montenegros als 208. Mitglied vorgeschlagen.

- Der diesjährige FIFA-Tag gegen Diskriminierung wird am 14./15. Juli rund um die Viertelfinalspiele der FIFA U-20-WM in Kanada abgehalten. Der FIFA-Fairplay-Tag wird am 21. September 2007 in Verbindung mit dem Weltfriedenstag der Vereinten Nationen und anlässlich der Viertelfinalspiele der FIFA Frauen-WM in der VR China begangen.

- Die Daten für die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2008 in Chile wurden neu angesetzt. Das ursprünglich für den Zeitraum vom 28. August bis 14. September 2008 vorgesehene Turnier wird nun vom 30. Dezember 2008 bis 17. Januar 2009 durchgeführt, damit für den Frauenfussball bestmögliche Werbung garantiert ist. Der Ausnahmecharakter dieser Massnahme wurde betont.

- Der FIFA-Kongress 2008 findet vom 28.-30. Mai in Sydney (Australien) statt.

- Den Klubs Toronto FC (Kanada) und Bermuda Hogges (Bermuda) wird die Bewilligung erteilt, in der US-Profiliga MLS bzw. in der United Soccer League zu spielen.

- Die Angelegenheit Simpaul Travel wird von der FIFA-Administration weiter behandelt.

Für Michel Platini (Frankreich) war es die erste Sitzung als FIFA-Vizepräsident. Sein bisheriger Sitz als Mitglied hat Marios Lefkaritis (Zypern) übernommen.