Das Exekutivkomitee der FIFA sprach sich bei seiner zweitägigen Sitzung in Zürich erneut klar für die Wahrung der Autonomie des Sports und im Speziellen des Fussballs aus. Unter dem Vorsitz von Präsident Joseph S. Blatter bekräftigte das Gremium die Resolution, die durch das IOC, die Nationalen Olympischen Komitees und die internationalen Sportverbände am 21./22. September 2006 verabschiedet worden war. Die Exekutive erteilte Präsident Blatter und Vizepräsident Lennart Johansson, der gleichzeitig Präsident der Europäischen Fussball-Union (UEFA) ist, das Mandat, weiter gemeinsam die aktuellen Herausforderungen, insbesondere Europa betreffend, anzugehen.   

Mit Befriedigung nahm die Exekutive Kenntnis vom Stand der Vorbereitung für die FIFA Fussball-WM 2010 in Südafrika und bekräftigte ihr Vertrauen in die lokalen Organisatoren. Allerdings erwartet das Exekutivkomitee nun die Aufnahme der Arbeiten, insbesondere des Baus und der Renovation der Stadien.

Die Daten für die Endrunde der FIFA WM 2010 wurden auf 11. Juni-11. Juli 2010 festgelegt. Die Verteilung der 32 Startplätze bleibt gleich wie für 2006: Europa: 13, Afrika: 5, Asien und Ozeanien: 5 (4,5 + 0,5; Play-off), Südamerika und CONCACAF: 8 (4,5 + 3,5; Play-off) sowie Gastgeber Südafrika 1.

Die Ausscheidung für die FIFA WM 2010 wird in den Konföderationen wie folgt ausgetragen:
- Afrika: Die Ausscheidung für den Afrikanischen Nationen-Pokal wird erneut mit der Qualifikation für die Endrunde der FIFA WM kombiniert (Start 13./14. Oktober 2007).
- Südamerika: erneut Meisterschaftsmodus in einer Gruppe (Heim- und Auswärtsspiele) der zehn Verbände, allerdings werden nur Doppeldaten benutzt. Voraussichtlicher Beginn ist September/Oktober 2007.
- Ozeanien: wie 2006 in drei Phasen. Erste Phase in Kombination mit den South Pacific Games 2007 und dem OFC-Nationen-Pokal 2008, wobei das Siegerteam in eine Gruppe der Finalrunde Asiens eingebunden wird.
- Asien, Europa sowie CONCACAF: in noch festzulegenden Gruppen.

Die Auslosung zur Vorrunde der FIFA WM 2010 findet am 23. November 2007 in Durban statt, während der FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 vom 14.-27. Juni in den fünf Spielorten Port Elizabeth, Bloemfontein, Johannesburg (Ellis Park), Pretoria und Rustenburg ausgetragen wird.

Im Hinblick auf die FIFA WM 2014, die gemäss Rotation und Beschluss des Exekutivkomitees vom Mai 2002 in Südamerika stattfinden wird, wird nun das offizielle Bewerbungsverfahren für die südamerikanischen Verbände eröffnet. Sollte sich nur ein Verband bewerben und vorausgesetzt, dieser erfüllt sämtliche Anforderungen, wird das Verfahren beschleunigt. Die Entscheidung über das Ausrichterland wird die FIFA-Exekutive im November 2007 treffen.

In Bezug auf die gegen Vizepräsident Jack A. Warner und die Firma Simpaul Travel erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit WM-Tickets folgte die Exekutive der Empfehlung der Disziplinarkommission, die den Fall unter dem Vorsitz von Marcel Mathier (Schweiz) untersucht hatte, und legte den Fall zu den Akten. Die Empfehlung besagt:

1. Das Exekutivkomitee drückt seine Missbilligung des Verhaltens von Vizepräsident Jack A. Warner aus und mahnt ihn in Zukunft zur angemessenen Sorgfalt bei Ticketingbelangen und zur strikten Befolgung aller Weisungen.
2. Jack A. Warner sollte insbesondere sicherstellen, dass sein Sohn, Daryan Warner, die Stellung seines Vaters nicht missbraucht.

Im Rahmen des Spezialprojektes "In Afrika mit Afrika gewinnen" genehmigte die Exekutive den Bau von 25 Kunstrasenfeldern in ebenso vielen afrikanischen Verbänden in Höhe von USD 18,5 Millionen. Die Vorhaben wurden vom entsprechenden Ausschuss und basierend auf dem Reglement "Fussball für eine bessere Welt" vorgeschlagen. Zudem bestätigte das Komitee ein Budget von USD 50 Millionen (stammend aus der Gewinnbeteiligung gemäss der Abrechnung des deutschen WM-Organisationskomitees 2006) für ähnliche Spezialprojekte in anderen Kontinenten. Der Fonds "Fussball für eine bessere Welt", der das Projekt "In Afrika mit Afrika gewinnen" einschliesst, dient der Realisierung und Unterstützung von sportlichen und humanitären Projekten in unterprivilegierten Regionen in der Welt und soll auch von externen Parteien gespeist werden.

Im Zusammenhang mit den Mitgliedsverbänden fasste die FIFA-Exekutive folgende Beschlüsse:
 
- Verabschiedung der Suspendierung Irans, die inzwischen provisorisch teilweise (für die Teilnahme der U-23-Nationalmannschaft an den Asienspielen in Doha) aufgehoben wurde. Dem Iran bleibt nun Zeit bis zum 12. Dezember, die gestellten Bedingungen zu akzeptieren, ansonsten der Verband suspendiert bleibt.
- Verabschiedung der Suspendierung Kenias, die weiter in Kraft bleibt. Das Exekutivkomitee ermutigte jedoch gleichzeitig diejenigen Kreise im kenianischen Fussball, die die FIFA-Statuten und -Entscheide akzeptieren, den Weg der Normalisierung weiter zu beschreiten.
- Die Situation in Polen wie auch in Albanien wird durch je eine gemeinsame Delegation der FIFA und der UEFA vor Ort erörtert. Gleiches geschieht auch im Fall von Peru mit einer gemeinsamen Delegation der FIFA und der zuständigen Konföderation CONMEBOL.
- Bezüglich des Verbandes von Togo drückte die Exekutive ihre Unterstützung für die von der FIFA und der CAF gebildeten unabhängigen Wahlkommission sowie ihre Entschlossenheit aus, unabhängige und demokratische Wahlen abzuhalten.
- Schliesslich hielt die Exekutive fest, dass Gibraltar die statutarischen Voraussetzungen für eine Aufnahme als FIFA-Mitglied nicht erfüllt.

Weitere Entscheide:

- Zur Abklärung einer Versicherungslösung für Spieler, die für internationale Nationalmannschaftsspiele abgestellt werden, wurde eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Gerhard Mayer-Vorfelder gebildet.
- Für insgesamt 59 Verbände werden die Zahlungen des Finanziellen Unterstützungsprogramms der FIFA bis auf weiteres eingestellt, weil diese ihre Statuten der FIFA nach wie vor nicht zur Prüfung eingereicht haben. Dies sind 22 Verbände aus Asien, 14 aus Afrika, 7 aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik, 3 aus Südamerika sowie 13 aus Europa.
- Für die TV-Rechte in Brasilien für die Periode 2007-2014 wurden zwei Offerten bewertet. Der Zuschlag ging an TV Globo.
- Die vier Vertreter der FIFA bei der nächsten Jahressitzung der Regelbehörde "International Football Association Board" vom 3. März 2007 in Manchester werden FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, Vizepräsident David Will, Vizepräsident und Vorsitzender der Schiedsrichterkommission Ángel María Villar Ilona sowie FIFA-Generalsekretär Urs Linsi sein.
- Die offizielle Einweihung des neuen "Home of FIFA" erfolgt am 29. Mai im Rahmen des nächsten Kongresses vom 30./31. Mai 2007 in Zürich.