Die neue, unabhängige Ethikkommission trat heute (23. Oktober 2006) unter dem Vorsitz von Lord Sebastian Coe (England) in Zürich zu ihrer ersten Sitzung zusammen und betonte dabei ihr Ziel, die Integrität und Transparenz des Fussballs weltweit zu schützen und zu fördern.

"Mit über 250 Millionen aktiven Fussballern und Fussballerinnen und über einer Milliarde Menschen, die auf die eine oder andere Weise am Fussball beteiligt sind, ist unser Sport der beliebteste auf der ganzen Welt. Es ist ein Spiel, das den Jungen als Lebensschule dient, das Hoffnung und Emotionen, Unterhaltung und Leidenschaft bietet. Seine Popularität bringt aber auch Gefahren unserer modernen Gesellschaft wie Korruption, Doping, Rassismus, illegale Wetten und andere Formen von Betrug mit sich. Die FIFA hat die Notwendigkeit erkannt, ein unabhängiges Organ zu gründen, das sich mit Angelegenheiten befasst, die sich gegen den Geist des Spiels richten. Dies ist ein historischer Tag", freute sich Joseph S. Blatter, der die Kommissionsmitglieder im neuen "Home of FIFA" willkommen hiess.

"Wir sind uns mehr als bewusst, dass sich die Welt verändert. Sei es in der Welt der Finanzen, der Politik oder des Sports, überall wird immer grössere Transparenz und Integrität erwartet. Die Fans und Jungen wollen sicher sein, dass das, was sie sowohl auf dem Spielfeld als auch in der Organisation des Fussballs sehen, rechtmässiger Sport ist. Ich danke der FIFA für das Vertrauen, das sie mir und meinen Kollegen schenkt. Vertrauen heisst aber auch Verantwortung. Wir werden wachsam sein müssen. Es werden eingehende Gespräche notwendig sein, um begründete Schlüsse zu ziehen. Wenn wir zusammenarbeiten, werden wir diese wichtige Aufgabe meistern könne", so Lord Coe.

Beim FIFA-Kongress am 9. Juni 2006 in München wurde die Gründung einer neuen, unabhängigen Ethikkommission gutgeheissen, die neben der Disziplinar- und der Berufungskommission das dritte Rechtsorgan der FIFA sein wird. Als eigenständiges Rechtsorgan hat die Kommission Rechtsprechungs-Kompetenz und kann in Übereinstimmung mit dem überarbeiteten Ethikreglement, das am 15. September 2006 vom FIFA-Exekutivkomitee in Zürich genehmigt wurde und sogleich in Kraft trat, Sanktionen aussprechen.

Die folgenden Mitglieder waren bei der heutigen Sitzung der Ethikkommission anwesend: der Vorsitzende Lord Sebastian Coe (England), Luis Bedoya Giraldo (Kolumbien), Juan Pedro Damiani (Uruguay), Burton K. Haimes (USA), Günter Hirsch (Deutschland), Les Murray (Australien), Dominique Rocheteau (Frankreich), Giangiorgio Spiess (Schweiz), Roosje Suwae (Papua-Neuguinea) und Robert Torres (Guam).