Spieler, die eine neue Staatsbürgerschaft ohne Bezug zu diesem Land annehmen, erhalten keine Spielberechtigung für die Nationalmannschaften dieses Verbandes. Diesen Entscheid fällte das Dringlichkeitskomitee der FIFA. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hatte am 11. März diese Instanz angerufen, welche alle Geschäfte behandelt, die einer unverzüglichen Erledigung zwischen zwei Sitzungen des FIFA-Exekutivkomitees bedürfen.

FIFA-Präsident Blatter zeigte sich erfreut darüber, dass das Dringlichkeitskomitee seiner Auffassung folgte: „Einbürgerungen, die Spielern ohne jeden Bezug zum neuen Land Einsätze mit deren Nationalmannschaften ermöglichen, entsprechen nicht dem Sinn und Zweck der Statuten, weshalb solche Praktiken unverzüglich zu unterbinden sind. Ich werde diese Frage auch dem Ordentlichen Kongress am 20./21. Mai 2004 in Paris vorlegen, mit dem Ziel, die Statuten entsprechend zu ergänzen. Ich bin  überzeugt, dass sich unser Kongress ebenfalls dieser Sichtweise anschliessen wird.“

Auslöser des gefällten Entscheides des Dringlichkeitskomitees war die Absicht brasilianischer Spieler, für die Nationalmannschaft von Katar zu spielen. Dabei beriefen sich diese Spieler auf Art. 15 Abs. 1 der Ausführungsbestimmungen zu den FIFA-Statuten, wonach ein Spieler, der zuvor nie in einer Nationalmannschaft zu einem Einsatz gekommen ist, eine andere Staatsangehörigkeit annehmen und für die Nationalmannschaft des neuen Landes eingesetzt werden kann.

Die nun vom Dringlichkeitskomitee vorgenommene Klarstellung zeigt auf, dass ein solches Vorgehen dem Sinn und Geist der Statuten widerspricht. Damit dem Sinn und Zweck der genannten Statutenbestimmung entsprochen werden kann, hat das Dringlichkeitskomitee zur Erlangung der Spielberechtigung die nachfolgenden Voraussetzungen festgelegt, wobei mindestens eine erfüllt sein muss:
a)      der Spieler wurde auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes geboren;
b)      die biologische Mutter oder der biologische Vater des Spielers wurde auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes geboren;
c)      die Grossmutter oder der Grossvater des Spielers wurde auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes geboren;
d)      der Spieler war während mindestens zwei Jahren ununterbrochen auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes wohnhaft.

Diese Voraussetzungen garantieren einen Bezug des Spielers zum jeweiligen Land. Das Dringlichkeitskomitee hat sich, weil faktisch vergleichbar, bei seinem Entscheid somit auf dieselben Voraussetzungen abgestützt, welche für die Spieler gelten, die aufgrund einer Staatsangehörigkeit für mehrere Verbandsmannschaften spielberechtigt wären
Der Entscheid des Dringlichkeitskomitees ist rechtskräftig und endgültig.

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FIFA-DIVISION KOMMUNIKATION / Zürich, 17. März 2004