Nassau 2009: In der Fussballfamilie herrscht Eintracht

FIFA President Joseph S. Blatter before the start of the post Congress press conference
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Im Anschluss an den 59. FIFA-Kongress, der am 2. und 3. Juni in Nassau auf den Bahamas stattfand, wurden im Rahmen einer Pressekonferenz die gefassten Beschlüsse vorgestellt. Dazu traten der FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sowie der Generalsekretär der FIFA, Jérôme Valcke, vor die angereisten Medienvertreter aus aller Welt.

Über den Kongress
Joseph S. Blatter: Ich kann nach diesem Kongress sagen, dass ich ein sehr glücklicher Präsident bin. In der weltweiten Fussballfamilie herrscht Eintracht darüber, wie wir unsere Botschaft übermitteln wollen. Wir haben eine Erklärung darüber zusammengestellt, wie die Probleme angegangen und gelöst werden sollen - denn es gibt immer eine Lösung.

Insgesamt waren beeindruckende 205 Mitgliedsverbände anwesend; nur drei konnten leider nicht dabei sein. Der Kongress selbst ist sehr diszipliniert verlaufen, und es gab keinerlei Ordnungs- oder Verfahrensprobleme - was zeigt, wie sehr sich die Mitglieder der FIFA ihrer Verantwortung bewusst sind. Es herrschte eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre, weil jeder spürte, dass wichtige Entscheidungen bevorstanden. Wir waren aus drei Gründen hier zusammengekommen: um das Spiel zu schützen, um die Spieler zu schützen und um die Vorherrschaft des Fussballs zu stärken.

So haben wir eine Präsentation gesehen, in der Professor Jiri Dvorak, der Medizinische Leiter der FIFA, die Bedeutung der Gesundheit für den Schutz der Spieler betonte.

Es gab keine Diskussion über die Finanzlage der FIFA, sondern lediglich eine Frage zum Thema Budget - wobei es gut ist, wenn Fragen gestellt werden. Ich hoffe, dass die Krise ihren Tiefpunkt erreicht hat. Doch sollte dem nicht so sein, so verfügt die FIFA über Kapitalreserven. Wir können unsere Arbeit fortsetzen - nicht zu unserem eigenen Wohl, sondern zum Wohl der nationalen Verbände.

Über die 6+5-Regelung
Joseph S. Blatter: Der zeitliche Rahmen stellt in meinen Augen kein Problem dar. Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten dieser Initiative, schließlich müssen wir versuchen, diese Regelung innerhalb der bereits existierenden Strukturen umzusetzen. Der Kongress hat beschlossen, nicht zu kämpfen: Wir wollen warten, bis der Vertrag von Lissabon verabschiedet ist, der auch die Besonderheiten des Sports abdeckt. Es wäre unsinnig, schon vor diesem Zeitpunkt die "6+5"-Regelung einführen zu wollen. In der Praxis haben wir bereits ein "3+8"-Verhältnis und in Spanien und Italien sogar ein "6+5"-Verhältnis, vielleicht mit Ausnahme von Inter Mailand. Ich werde nicht gegen bestehende Gesetze vorgehen, aber Gesetze können geändert werden. Wir sind in einer guten Position: Die "6+5"-Regelung wird kommen, es ist nur eine Frage der Zeit. Alle Teilnehmer im Kongresssaal stehen dieser Entwicklung positiv gegenüber.

Über das Reglement zur Einbürgerung
Joseph S. Blatter: Dieses Thema wurde bereits auf dem Kongress 2008 behandelt: Wenn eine Spielerin oder ein Spieler für ein bestimmtes Land spielen will, muss sie oder er nach Erreichen des 18. Lebensjahres mindestens fünf Jahre in diesem Land gelebt haben. Wir dürfen es nicht zu einer Situation kommen lassen, in der ein Land einfach seine Spieler von außerhalb importieren kann - ansonsten würde die Hälfte aller Spieler bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 aus Brasilien stammen. In dieser Hinsicht können wir nicht einfach die Vorgaben bestimmter Regierungen übernehmen - wir brauchen ein eigenes Reglement zur sportlichen Einbürgerung. Besonders genau werden wir die Situation in Mexiko unter die Lupe nehmen - es könnte sein, dass einige Länder sich noch nicht an die FIFA-Statuten halten.

Über lizenzierte Spielerberater
*Jérôme *Valcke: Im Augenblick lässt sich feststellen, dass das System nicht funktioniert - schließlich stehen wir einer Situation gegenüber in der nur 25 Prozent aller Transfers über von der FIFA lizenzierte Spielerberater abgewickelt werden. Wir haben eine Arbeitsgruppe gegründet, an der verschiedene Interessengruppen beteiligt sind - Vereine, Ligen, Nationalverbände, Konföderationen, FIFPro und FIFA -, um so zu verbindlichen Regelungen für die Vermittlung von Spielern zu kommen. Dies ist ein Problem, dass wir unbedingt angehen müssen.

Über die Bahamas
Joseph S. Blatter: Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass wir den ersten FIFA-Kongress in der Karibik auf den Bahamas abhalten konnten. In früheren Jahren hat es ja bereits einige Kongresse in der CONCACAF-Zone gegeben: So trafen wir 1976 in Montreal den historischen Beschluss, Südafrika auszuschließen, 1986 waren wir in Mexiko, bevor dort die Weltmeisterschaft stattfand, und 1994 haben wir es auch so gehalten und uns in Chicago getroffen. Die Bahamas sind ein kleiner Staat, aber ein wahres Paradies. Sie haben einen großartigen Kongress veranstaltet.

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