Eine der Attraktionen des 78. Blue Stars/FIFA Youth Cup wird zweifelsohne der RSC Anderlecht sein. Die Belgier bestreiten erstmals seit 2004 wieder das prestigeträchtige Turnier in Zürich. Die Mannschaft wusste in dieser Saison auf der internationalen Bühne sehr zu überzeugen. In der UEFA Youth League stieß Anderlecht bis ins Halbfinale. Dort scheiterte man jedoch gegen den späteren Gewinner der UEFA Youth League, dem FC Chelsea.

In den Reihen des RSC Anderlecht sind mit Verteidiger und Leader Wout Faes (WF) sowie Stürmer Orel Mangala (OM) zwei ganz interessante Spieler zu finden. Die beiden Talente gewannen mit dem belgischen Nachwuchs im letzten Herbst die Bronzemedaille bei der FIFA U17-WM in Chile. Ihre Namen stehen bereits auf der Liste von vielen Clubs. Im Interview blicken sie unter anderem auf das Turnier in Chile zurück und schildern ihre Ziele betreffend Blue Stars/FIFA Youth Cup.

Herzlich willkommen am Blue Stars/FIFA Youth Cup. Es ist Anderlechts zweite Teilnahme seit 2004 – für Euch beide ist es das erste Mal. Was wisst Ihr über dieses Turnier?
WF: Ich weiß, dass das Turnier in der Schweiz gespielt wird und dass Jahr für Jahr immer sehr gute Team daran teilnehmen.

OM: Ganz ehrlich? Ich kannte den Blue Stars/FIFA Youth Cup vorher nicht.

In Vergangenheit haben Stars wie David Beckham, Gerard Pique, Nani, Paul Scholes, Ryan Giggs oder Pep Guardiola in ihrer Jugendzeit am Turnier in Zürich teilgenommen. Was bedeutet es Euch in Zukunft mit diesen Fussball-Größen erwähnt zu werden, wenn man vom Blue Stars/FIFA Youth Cup spricht?
WF: Dies unterstreicht die Tatsache, dass es wirklich ein hochdotiertes Turnier ist. Ich hoffe, dass auch einige Spieler, die am 78. Blue Stars/FIFA Youth Cup teilnehmen, es schaffen, ähnliche Karrieren zu durchleben.

OM: Das heißt, dass in Vergangenheit viele Fussball-Stars von heute an diesem Turnier ihr großes Talent unter Beweis stellen konnten. Für mich ist eine große Gelegenheit etwas Positives zu zeigen.

Der belgische Fussball erlebt derzeit wirklich einer seiner erfolgreichsten Momente. Die aktuelle Spieler-Generation macht dem Land und den Fans viel Freude. Ihr beide gehört zur nächsten Generation. Was fühlt Ihr?Ist es etwa Druck, weil man in Belgien natürlich weiterhin erfolgreich spielen will. Oder macht diese Situation am Ende die Vorfreude auf Eure Profi-Karriere noch größer?
WF: Ich fühle keinen speziellen Druck. Es ist fantastisch wie sich der belgische Fussball entwickelt hat. Ich hoffe, dass meine Generation nahtlos an diese Erfolge anknüpfen und so weiter machen kann auch in den kommenden Jahren.

OM: Auch ich spüre im Moment keinen Druck. Es ist vielleicht sogar ein Vorteil für uns, weil die Leute natürlich einiges von uns erwarten und uns dadurch immer mehr beobachten.

Dass gerade Eure Generation bereits erfolgreich spielt, habt Ihr mit Anderlecht in der UEFA Youth League bewiesen und mit der U-17-Nationalmannschaft Belgiens bei der WM in Chile im letzten Herbst. Die Bronzemedaille war ein toller Erfolg. Was für Erinnerungen sind noch präsent?
WF: Da sind ein paar wirklich unvergessliche Momente darunter. Ich erinnere mich besonders an das Gruppenspiel gegen Mali. Am Ende hieß es 0:0-Unentschieden. Es war ein sehr intensives Spiel. Wir haben als Team wirklich hart gearbeitet für die WM-Bronzemedaille. Ich war auch sehr glücklich und zufrieden mit meinen Leistungen während des Turniers in Chile.

OM: Ich erinnere mich besonders gerne an das Achtelfinale gegen Südkorea [Anm.d.Red.: 2:0-Endstand]. Vor allem an die unglaublichen Gefühle bei unserem zweiten Treffer. Aber auch die Zeit mit den Fans war wirklich voller Emotionen.

Kommen wir zurück zum Blue Stars/FIFA Youth Cup. Die Tatsache, dass Ihr mit viel Erfolg die UEFA Youth League bestritten habt und vom späteren Sieger Chelsea im Halbfinal gestoppt wurdet, macht Euch in Zürich zu einem der Titelanwärter. Was sind Eure Erwartungen?
WF: Ich denke, dass alle teilnehmenden Teams eine Chance auf den Turniersieg haben. Ich hoffe für uns, dass wir sehr weit kommen aber wir setzen uns nicht unter Druck. Wir versuchen wie immer guten Fussball zu spielen.

OM: Ich erwarte ein sehr schwieriges Turnier mit starken Teams, die daran teilnehmen. Aber am Ende werden wir die Siegertrophäe mit nach Brüssel nehmen…

Was bedeutet es Euch für den RSC Anderlecht zu spielen?
WF: Es ist ein großer Verein mit einer großen Geschichte und einer hervorragenden Jugend-Entwicklung.

OM: Es ist der größte und wichtigste Verein unseres Landes. Deshalb versuche ich stets mein bestes für Anderlecht zu geben. Ich setze mich dabei aber nicht unter Druck.

Was sind Eure Ziele im Hinblick auf eine mögliche Profikarriere?
WF: Mein Ziel ist es in der ersten Mannschaft von Anderlecht zu debütieren und mich dort durchzusetzen. Danach werden wir sehen. Step by step.

OM: In einem Profiteam zu spielen in der kommenden Saison.