Am 30. April und 1. Mai fand der 70. Blue Stars/FIFA Youth Cup in Zürich statt. In einem rein schweizerischen Finale setzte sich der FC Zürich gegen den FC Basel knapp durch. Das traditionsreiche Turnier hat in der Vergangenheit große Spieler hervorgebracht und gilt als eines der besten Jugendfussball-Turniere weltweit.
1898 wurde der FC Blue Stars gegründet und gehört seitdem zu den ältesten Zürcher Vereinen. 1921 begannen die Blue Stars als einer der ersten Schweizer Vereine mit dem Aufbau einer Jugendabteilung und führten die Förderung des Nachwuchses mit der Einführung eines Juniorenturniers im Jahr 1939 konsequent fort. Die Grasshoppers trugen sich damals als erster Gewinner in das goldene Buch ein. 1941 wurde das Turnier erstmals im Letzigrund in Zürich ausgetragen. Die Stadt Zürich übernahm das Patronat und 16 Mannschaften kämpften um den Titel. Die Young Fellows wurden letztendlich per Losentscheid - damals gab es noch kein Elfmeterschießen - zum Sieger erklärt, nachdem es im Endspiel gegen den FC Lugano auch nach der Verlängerung unentschieden stand.
1947 gewann Austria Wien als erste ausländische Mannschaft das Turnier und verteidigte den Titel ein Jahr später. 1951 nahm mit den Wolverhampton Wanderers das erste Team aus dem Mutterland des Fussballs teil, was der Beginn einer bis heute andauernden Tradition war. Fast alle großen englischen Klubs spielten in der Vergangenheit um den Turniersieg mit. Manchester United gehörte 1956 beispielsweise zum Teilnehmerfeld. In der damaligen Jugendmannschaft spielte ein gewisser Bobby Charlton mit, der zwölf Jahre später Weltmeister in seiner Heimat wurde. Im selben Jahr agierte auch der deutsche Spieler Helmut Haller beim Turnier in Zürich. Bei der schon angesprochenen FIFA Weltmeisterschaft 1966 spielte Haller dann gegen Bobby Charlton um den WM-Pokal.
Anfang der 70er Jahre blieb der Pokal in Schweizer Händen, obwohl die Dominanz der europäischen Teams zunehmend stärker wurde. Die BSC Young Boys, Grasshopper-Club und Lausanne Sports stemmten nacheinander von 1970 bis 1972 den Pokal in den Zürcher Abendhimmel. 1977 stand mit Fulvio Collovati ein späterer Weltmeister (1982) im Siegerteam des AC Mailand. Weitere bekannte Teilnehmer am Cup aus den Folgejahren waren Klaus Augenthaler, Mark Hughes, Markus Babbel, Roy Keane und Didi Hamann.
1991 übernahm die FIFA das Patronat über das Turnier. Vier Jahre später folgte dann die Namensänderung in Blue Stars/FIFA Youth Cup. Zu verdanken ist dies dem damaligen Generalsekretär und heutigen FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter, der selbst mit dem FC Sierre am Turnier teilnahm und Ehrenmitglied beim FC Blue Stars ist.
Ryan Giggs, David Beckham, Augustin Jay-Jay Okocha, Nicky Butt, Josep Guardiola, Gary und Phillip Neville sowie Paul Scholes sind nur einige Namen berühmter Fussballer, die mit ihren Jugendmannschaften am Turnier in den 90er Jahren teilnahmen.
1999 gewann mit dem FC São Paulo erstmals eine Mannschaft, die außerhalb Europas zu Hause ist. Im Finale vor 11.000 begeisterten Zuschauern im Letzigrund setzten sich die Brasilianer im Elfmeterschießen gegen den FC Zürich durch. 2003 kehrten die europäischen Teams zurück auf das Siegerpodest. Der AS Rom siegte im Finale mit 2:1 gegen Celta de Vigo. 2004 konnte Manchester United jubeln und ließ ein Jahr später den insgesamt 18. Turniersieg folgen - ein Rekord, der bislang noch nicht gebrochen wurde.
Bei der Auflage 2008 reichte es für den Rekord-Champion aus
Manchester letztendlich nur zum dritten Platz hinter den beiden
überragenden Schweizer Klubs FC Zürich und FC Basel. Im Spiel um
Platz drei setzte sich
ManU gegen den deutschen Vertreter Hamburger SV mit 1:0
durch. In einem torreichen Finale war es dem FC Zürich vorbehalten
vor heimischer Kulisse den Turniersieg zu feiern. Gegen den FC
Basel, der ebenfalls überraschend bis ins Finale vorgestoßen war,
hieß es am Ende 3:2.
Teilnehmende Mannschaften 2008:
C.R. Flamengo
AEK Athen
Hamburger SV
FC Zürich
FC Blue Stars
Partizan Belgrad
Manchester United
Villarreal C.F.
Grasshopper-Club
FC Basel












