Ecuador hat "Top 10" im Visier
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Wenige Tage nach der verpassten Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ begann Ecuador bereits mit den Vorbereitungen für das nächste große Ziel: die WM 2014 in Brasilien. Dies ist nur allzu gut nachvollziehbar, denn nach den historischen WM-Teilnahmen 2002 in Korea/Japan und 2006 in Deutschland sind die Ansprüche in diesem südamerikanischen Land deutlich gestiegen, weshalb die verpasste Qualifikation für Südafrika einen herben Rückschritt darstellte.

Aus diesem Grund bestellte der ecuadorianische Fussballverband den Kolumbianer Reinaldo Rueda, der zuletzt Honduras zur WM geführt hatte, im August 2010 zum neuen Cheftrainer. Zu diesem Zeitpunkt lag Ecuador in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf Platz 58 und fiel im darauffolgenden Monat sogar auf Rang 72 zurück, womit man der schlechtesten Platzierung der Verbandsgeschichte (76. Platz im Juni 1995) nur knapp entging.

Doch seither hat sich diese Situation deutlich verbessert. Einerseits hat El Tri zur Halbzeit der Qualifikation für die WM 2014 bereits 17 Punkte auf dem Konto und als Zweitplatzierter nur drei Zähler Rückstand auf Tabellenführer Argentinien. Der Vorsprung auf die direkten Konkurrenten um eines der vier direkten WM-Tickets – Venezuela, Uruguay und Chile – ist bereits auf fünf Punkte angewachsen.

Andererseits konnte sich Ecuador nach der historischen Platzierung im vergangenen Dezember ein weiteres Mal selbst übertreffen und sich um einen weiteren Platz auf Rang zwölf verbessern. Nun lautet das Ziel "Top Ten", in denen mit Argentinien (3.) und Kolumbien (5.) bereits zwei andere Nationen des Kontinents zu finden sind.

Noch lange nicht am Ziel
Dieser Sprung nach vorne ist auch Rueda nicht entgangen, der seine Mannschaft damit zusätzlich motivieren möchte. "Die Spieler haben sich diese Platzierung in der Weltrangliste redlich verdient", sagte er vor Kurzem bei einer Pressekonferenz. "Nun geht es darum, diese Platzierung zu halten. Wir dürfen uns damit nicht zufrieden geben, denn es gibt noch immer südamerikanische Mannschaften, die vor uns liegen. Wenn wir weiterhin unseren Weg gehen, können wir sie durchaus einholen. Das ist unser nächstes Ziel", versicherte der 55 Jahre alte Trainer.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hatte der Verband ein Freundschaftsspiel gegen die Fussballmacht Portugal (Platz 7 in der Weltrangliste) angesetzt, in dem man deutlich sehen konnte, dass Ecuador einer solchen Herausforderung bereits gewachsen ist: Dank der Treffer von Antonio Valencia, João Pereira (Eigentor) und Felipe Caicedo feierte El Tri einen historischen 3:2-Auswärtserfolg. Die Treffer der Portugiesen erzielten Cristiano Ronaldo und Hélder Postiga. Die Südamerikaner sind somit bereits seit sieben Spielen ungeschlagen. Die bislang letzte Niederlage datiert vom Juni des vergangenen Jahres, als man in Buenos Aires gegen Argentinien mit 0:4 unter die Räder gekommen war.

Der sensationelle Sieg in Portugal lässt Ecuador nicht nur von einer weiteren Verbesserung in der Weltrangliste träumen, sondern sorgte vor der Rückrunde der Südamerika-Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien auch für einen zusätzlichen Motivationsschub. Am nächsten Spieltag am 22. März hat Ecuador zwar spielfrei und könnte daher auch seinen zweiten Platz verlieren, doch bereits vier Tage später kommt es in Quito zum Duell mit Paraguay (35.), gegen das El Tri zuletzt fünf Mal gewinnen konnte (Tordifferenz: 9:1).

Außerdem ist die Albirroja entgegen den Erwartungen der Experten mit nur sieben Punkten auf dem letzten Tabellenplatz zu finden, auch wenn der Rückstand auf die WM-Anwärter nur fünf Zähler beträgt. Doch Rueda will Paraguay keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. "Paraguay verfügt über großartige Spieler und einen neuen Trainerstab. Wir dürfen uns daher keinesfalls auf unseren Lorbeeren ausruhen. Das bisher Erreichte ist von unschätzbarem Wert, doch es stehen uns noch sieben schwierige Spiele bevor, ehe wir von der WM-Qualifikation sprechen können", warnte der Trainer.