Ein Lichtblick für das syrische Volk
© AFP

Der Fussball spielt in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle, denn er vereint die Menschen trotz aller Unterschiede, und das selbst in den schwierigsten Zeiten. Dies gilt auch für das syrische Volk, das nach dem erstmaligen Triumph seiner Nationalmannschaft im Westasien-Pokal wieder etwas näher zusammenrückte.

Die seit zwei Jahren anhaltenden Unruhen in Syrien führten zum Abbruch des Spielbetriebs der nationalen Liga und dem vorzeitigen Ausscheiden in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™. Angesichts dieser schwierigen Situation kommt der Erfolg bei dem Turnier in Kuwait einem neuen Hoffnungsschimmer für den syrischen Fussball gleich.

Der Titelgewinn beim Westasien-Pokal, dessen Finale am 20. Dezember 2012 stattfand, führte auch zu einer deutlich besseren Platzierung in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. Syrien kletterte um acht Plätze auf Rang 136 und im asiatischen Kontinentalverband auf Rang 20.

Damit erreichte Syrien im Januar 2013 seine beste Platzierung seit fünf Monaten. Zuvor war das Team im Oktober 2012 bis auf Position 150 abgesackt. Es war die bislang schlechteste Platzierung überhaupt.

Gestiegenes Niveau
Dabei herrschte bei den Beobachtern vor Beginn des Westasien-Pokals die allgemeine Meinung vor, dass Syrien die Gruppe C mit Irak und Jordanien, die beide die vierte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA WM 2014™ erreicht haben, wohl kaum überstehen könnte. Zusätzlich genährt wurde diese Skepsis dadurch, dass sich die direkte Vorbereitung der Syrer auf dieses Turnier auf zwei Freundschaftsspiele gegen eine Auswahl Palästinas im November beschränkte, von denen das erste mit einem 1:1-Remis endete und das zweite mit 1:2 verloren ging.

Trotz dieser widrigen Umstände starteten die Schützlinge von Trainer Hosam Al-Sayed in Kuwait mit einem 1:1-Unentschieden gegen Irak in das Turnier und sorgten danach mit ihrem 2:1-Sieg über Jordanien für die erste Überraschung. Nachdem sie ihre Gruppe als Sieger abgeschlossen hatten, behielten sie dann im Halbfinale über Bahrain, bei dem es nach Ablauf der regulären Spielzeit 1:1 stand, im Elfmeterschießen die Oberhand.

Das Finale gegen Irak konnten die Syrer, die von ihren Fans immer wieder lautstark angefeuert wurden, dank eines Treffers von Ahmad Al-Salih in der 73. Spielminute knapp mit 1:0 für sich entscheiden. Syriens erfolgreichster Torschütze bei diesem Turnier wurde indes Ahmad al-Douny, der allein vier der insgesamt fünf Treffer seiner Mannschaft erzielte.

Nationaltrainer Hosam Al-Sayed betonte gegenüber FIFA.com, dass dieser Triumph im Westasien-Pokal "angesichts der aktuellen Bedingungen ein großer Erfolg für den syrischen Fussball ist." Und er fügte hinzu: "Damit haben wir allen Syrern eine Freude bereitet. Dank dieses ersten Titelgewinns sind wir wieder an die Spitze des westasiatischen Fussballs zurückgekehrt."

Darüber hinaus ging Al-Sayed auch auf die verbesserte Platzierung seiner Mannschaft in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste ein. "Wir hatten seit längerer Zeit keine Steigerung mehr verzeichnen können. Das ist endlich einmal eine gute Nachricht. Ich hoffe, dass wir unsere im Jahr 2013 anstehenden Pflicht- und Freundschaftsspiele entsprechend nutzen werden, um uns noch weiter zu verbessern."

Den Blick in die Zukunft richten
Die Qualifikation für den AFC Nationen-Pokal 2015 bietet Syrien die Gelegenheit, den Beweis zu erbringen, dass der Erfolg beim jüngsten Westasien-Pokal kein Zufall war. In ihrer Qualifikationsgruppe treffen die Roten Adler im Kampf um ein Ticket für die Endrundenteilnahme auf Jordanien, Oman und Singapur. Zum Auftakt steht am Mittwoch die Auswärtspartie in Muscat gegen Oman auf dem Programm.

Von Kairo aus, wo sich die Syrer derzeit im Trainingslager befinden, sprach Trainer Al-Sayed gegenüber FIFA.com über die Ziele seines Teams. "Mit dem Sieg beim Westasien-Pokal haben wir bewiesen, dass wieder mit uns zu rechnen ist. Nun werden wir entschlossener denn je in die Qualifikation für den AFC Asien-Pokal gehen, um unsere guten Ergebnisse zu bestätigen."

"Mit Gegnern wie Jordanien und Oman, die in der WM-Qualifikation beide noch im Rennen sind, haben wir eine schwere Gruppe erwischt", so der frühere Nationalspieler weiter. "Und auch Singapur ist eine ernst zu nehmende Mannschaft. In dieser Gruppe haben alle Teams ihre Chance. Am Ende wird sich wohl die Mannschaft durchsetzen, der die wenigsten Fehler unterlaufen."

"Was uns betrifft, so haben wir große Ambitionen, und unsere Moral ist intakt. Wir brennen darauf, für unser Land etwas Großartiges zu leisten und das Talent der jungen syrischen Spieler zur Entfaltung zu bringen", erklärte er abschließend.