Laos nach regionalen Erfolgen im Höhenflug
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Wenn es um fussballerische Erfolge geht, ist Laos nicht unbedingt das Land, das einem sofort in den Sinn kommt. Doch die Fans konnten im Oktober einen beachtlichen Erfolg bejubeln, als ihr Team hinter Myanmar in der Qualifikation zum diesjährigen AFF Suzuki Cup auf dem zweiten Platz landete.

Unter dem neuen japanischen Trainer Kokichi Kimura startete Laos mit einem 1:0-Sieg gegen Kambodscha in die Qualifikation. Es folgte eine 1:3-Niederlage gegen Osttimor, bevor sich Laos gegen Brunei Darussalam seinerseits mit 3:1 durchsetzte. Mit dem Unentschieden in der Partie gegen Gastgeber Myanmar sicherte sich Laos dann den zweiten Platz.

Für die starken Leistungen gab es gleich doppelten Lohn. Zum einen qualifizierte man sich damit für die Endrunde des Regionalturniers, das früher unter der Bezeichnung Tiger Cup ausgetragen wurde. Zum anderen kletterten die Schützlinge Kimuras in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste um 16 Plätze auf Rang 177.

Ausländische Trainer
Damit setzte Laos seine Fortschritte der letzten Jahre unter mehreren ausländischen Trainern fort. Der Österreicher Alfred Riedl wurde 2010 nach einer kurzen Amtszeit von David Booth abgelöst. Unter dem Engländer holte Laos eine Reihe Mut machender Ergebnisse, so zum Beispiel zwei 2:2-Unentschieden gegen die Philippinen und Thailand. Dazwischen feierte man gar einen 6:1-Kantersieg gegen Osttimor.

Riedls Landsmann Hans-Peter Schaller übernahm das Team im vergangenen Jahr und führte es mit einem Gesamtsieg gegen Kambodscha erfolgreich durch die Vorausscheidung in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.

In der zweiten Runde ging es gegen die VR China, und hier zeigte Laos erneut eine starke Leistung. Kaum jemand hätte Laos vor dem Hinspiel gegen die bevölkerungsreichste Nation der Welt auch nur den Hauch einer Chance gegeben. Doch nach einer halben Stunde lagen die Südostasiaten tatsächlich mit 2:0 in Führung. Allerdings verloren sie die Partie letztlich mit 2:7.

Nach seiner Amtsübernahme begann der neue Trainer Kimura, der Mannschaft eine mehr auf Ballbesitz basierende Spielweise näher zu bringen. Der ehemalige Coach der Yokohama F. Marinos stellte einen jungen, vielversprechenden Kader für die Endrunde des Suzuki Cup zusammen, bei dem Laos einen regionalen Durchbruch erreichen wollte.

Ausblick auf die Zukunft
Im Auftaktspiel gegen Indonesien am Sonntag schaffte man ein respektables 2:2 gegen Indonesien. Kimuras Team ging zwei Mal in Führung und verpasste den Sieg nur durch den Ausgleichstreffer von Vendry Mofu in letzter Minute.

"Ich finde, dass wir brillant gespielt haben", freute sich der begeisterte Kimura und legte gleich ein Lob für die disziplinierte Spielweise seiner Schützlinge nach. "Dass Indonesien ein starkes Team hat, ist ja überall bekannt. In der Mannschaft stehen viele großartige Spieler. Aber meine Schützlinge haben ihren Job gut erledigt und meine taktischen Vorstellungen im Spiel genau umgesetzt."

Die nächste Partie gegen Gastgeber und Titelverteidiger Malaysia erwies sich als schwere Herausforderung für Laos, das schon nach 15 Minuten in Rückstand geriet. Der junge Spielmacher Khonesavanh Sihavong erzielte noch vor der Pause den Ausgleich für sein Team. Im zweiten Durchgang konnte Laos das 1:1 lange halten, doch in der Schlussphase gelangen den Malaysiern in schneller Folge drei Tore zum letztlich klaren 4:1-Endstand.

"Noch weiter verbessern"
Trotz dieses Rückschlags ging Laos in der nächsten Partie gegen Singapur mit 2:0 in Führung. Dann aber wachten die Tiger auf und drehten die Partie zum 4:3-Sieg für Singapur. Während man den verpassten Gelegenheiten durchaus hinterher trauern könnte, wirft Spielmacher Visay Phaphouvanin lieber einen optimistischen Blick in die Zukunft.

"Ich sehe ganz deutlich, dass wir große Fortschritte gemacht haben", so der Kapitän, der in seinen bisherigen 48 Länderspielen 18 Tore erzielte. "Wir haben gezeigt, dass wir auch größeren Teams wie Indonesien, Malaysia und Singapur einen großen Kampf liefern können. Wir müssen die Stärken unserer Spieler noch weiter verbessern, doch schon bei diesem Turnier waren unser Passspiel und die Beweglichkeit des Teams sehr gut."