
Die Malediven sind bezüglich Fläche und Bevölkerung Asiens kleinstes Land, und bei durchschnittlich weniger als 1,50 Meter Höhe über dem Meeresspiegel die tiefstgelegene Nation der Welt. Auf dem Archipel gab es indes großen Grund zur Freude, als die Nationalmannschaft bei der SAFF Südostasienmeisterschaft 2008 im Finale sensationell das im Vergleich kolossale Indien besiegte und das Turnier gewann – so sehr, dass der euphorische Präsident jenen 15. Juli zum Nationalfeiertag erklärte.
Es war der erste Titel, den die Malediven je gewonnen hatten, und der Aufwärtstrend setzte sich danach weiter fort. 2009 erreichten die Red Snappers erneut das Finale der SAFF-Meisterschaft, das aber gegen denselben Gegner Indien nach Elfmeterschießen verloren wurde. Anschließend qualifizierten sie sich erstmalig für den AFC Challenge Cup in diesem Jahr. Ein historischer Erfolg, auch wenn das Team hinter Turkmenistan und Palästina lediglich den dritten Rang in Gruppe A erreichte und somit in der ersten Runde scheiterte.
Die jüngsten Erfolge der Nationalmannschaft bescherten den Malediven einen stetigen Aufstieg in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. Im Juni rangierte die Inselnation auf Platz 165, im folgenden Monat konnte ein weiterer Platz gutgemacht werden, bevor sie in der neuesten Ausgabe der Weltrangliste auf Platz 162 vorrückte. Und auch wenn dies noch weit von der besten Platzierung ihrer Geschichte ist (Platz 126 im Juli 2006), ist es das beste Ergebnis seit 13 Monaten, als die Malediven auf Rang 160 geführt wurden.
Der Aufstieg in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste war ein willkommener Schub für die Mannschaft, die sich für den aktuell laufenden Nehru Cup ein gutes Ergebnis vorgenommen hat. Unter der Leitung des Ungarn Istvan Urbanyi, der seit letztem Oktober wieder Nationaltrainer des Archipels ist, gelang denn auch ein Traumstart mit einem 2:1-Erfolg gegen Nepal letzten Donnerstag. Zwei Tage später hatte das Team beim 0:3 gegen Indien zwar keine Chance, meldete sich aber am Montag mit einem überraschenden 2:1-Sieg gegen Syrien zurück.
"Unsere Spieler haben sehr hart gearbeitet", sagte Urbanyi nach dem letzten Erfolg. "Wir haben viele neue Spieler eingebaut, deshalb freue ich mich, dass wir mit einem neuen Team gewonnen haben. Es war Ramadan und die Spieler waren mit den Pflichten für ihre Klubs beschäftigt, deshalb waren ihre Fitnesswerte nicht ideal. Doch wir haben die Schwierigkeiten überwunden und das Spiel gewonnen."
Der "Mann aus Stahl" schultert die Last
Die sich im Umbruch befindende Mannschaft wird von Kapitän und Torjäger Ali Ashfaq angeführt, den seine Fans nur Dhagandey, Mann aus Stahl, nennen. Seit er 2004 erstmalig ins Nationalteam berufen wurde, beeindruckte der heute 26-Jährige durch seine Dribblings und seinen Torinstinkt.
Ashfaq, der auch auf Klubebene konstant gute Leistungen zeigte, erwies sich als entscheidender Mann für den Triumph bei der südostasiatischen Meisterschaft vor vier Jahren. Auch wenn ihm selbst kein Tor gelang, legte er zunächst im Halbfinale gegen Sri Lanka den Siegtreffer auf, bevor er im Finale erneut die Vorlage zum einzigen Tor des Abends durch Mukhthar Naseer gab.
Auch beim laufenden Nehru Cup konnte Ashfaq die Erwartungen erfüllen. In der Auftaktpartie gegen Nepal war er an beiden Toren beteiligt, und beim Sensationserfolg gegen Syrien erzielte er einen Treffer selbst und bereitete den zweiten vor.
Ashfaqs Form mag jene beeindrucken, die noch nicht so viel von ihm gesehen haben. Urbanyi hingegen ist davon überzeugt, dass das Beste von seinem Glücksbringer erst noch kommt.
"Ashfaq ist unser Schlüsselspieler, doch er war offensichtlich nicht in Bestform", sagte der Trainer der Malediven. "Wäre er zu 100 Prozent fit gewesen, hätte er mindestens zwei oder drei Tore mehr erzielt."




