Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen. Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen.

Im Mittelpunkt der Zusammenfassung dieser Woche stehen mit Marta und Palästina zwei Gewinner der FIFA  World Player Gala 2008. Daneben sorgt der jüngste Misserfolg des FC Chelsea ebenso für Schlagzeilen, wie ein talentierter junger Stürmer und ein sehr erfahrener Angreifer.

500

Ligaspiele hat Raúl seit dem vergangenen Sonntag in den Beinen. Dieses Jubiläum krönte er auf würdige Weise, als er beim 3:0-Sieg von Real Madrid über Real Mallorca den zweiten Treffer der Königlichen beisteuerte. Nur fünf andere Spieler, nämlich Andoni Zubizarreta, Eusebio, Francisco Buyo, Manuel Sanchis und Miguel Soler, haben diese Marke bislang erreicht. Raúl ist mit 31 Jahren jedoch der jüngste Akteur, dem dies gelungen ist. Der altgediente Stürmer, dem nur noch zwei Treffer auf die Bestmarke Alfredo di Stefanos von 307 Toren für Real fehlen, hat zurzeit nur 23 Spiele weniger bestritten als der aktuelle Rekordhalter, sein ehemaliger Mannschaftskamerad Sanchis. Zubizarretas Rekord von insgesamt 622 Erstligaspielen scheint unerreichbar zu sein, doch Raúl möchte nichts ausschließen: "Ich habe 14 Jahre meines Lebens für das Erreichen dieser Marke investiert, aber mein Erfolgshunger ist noch nicht gestillt", sagte er.

50

Tage vor seinem 18. Geburtstag wurde Kofi Danning vom FC Sydney zum jüngsten Torschützen dieser Woche, als er in der Partie gegen Wellington Phoenix in der 85. Minute den Siegtreffer erzielte. Der in Ghana geborene Stürmer, der im Alter von sieben Jahren nach Australien kam, hatte bei seinem erst zweiten Spiel in der A-Mannschaft maßgeblichen Anteil am Erfolg seines Teams. Nach seinen beeindruckenden Leistungen, die überall in Down Under für Schlagzeilen sorgten, wurde Danning in den Kader der Nationalmannschaft seiner Wahlheimat für die Junioren-Olympiade berufen. "Das ist das Beste, das mir jemals passiert ist", freute sich der Youngster. "Ich habe sehr viel an meiner Schusstechnik gearbeitet und es hat sich ausgezahlt."

13

Monate und 20 Auswärtsspiele ohne Niederlage - das ist die beeindruckende Serie, die für den FC Chelsea am Sonntag im Old Trafford zu Ende ging. Die Londoner, deren letzte Auswärtsniederlage vom 16. Dezember 2007 datierte (gegen Arsenal London), kamen in Manchester mit 0:3 unter die Räder. Wayne Rooney, Cristiano Ronaldo und Co. sorgten damit für einen herben Rückschlag für Chelseas Titelambitionen. Diese deutliche Niederlage bedeutete zudem eine Verlängerung von Chelseas Negativserie gegen die so genannten "Großen Vier". Gegen Manchester United, Arsenal London und den FC Liverpool konnten die Blues seit dem Beginn der Saison 2006/07 nur drei der insgesamt 16 Spiele gewinnen. ManU seinerseits konnte seine Serie von Spielen ohne Gegentreffer in der englischen Premier League bereits auf zehn Partien ausbauen. Torhüter Edwin van der Sar ist seit acht Spielen (763 Minuten) ohne Gegentreffer.

7

Tore Unterschied - mit solch hohen Siegen feierten zwei palästinensische Klubs eine denkwürdige Fussballwoche in diesem krisengeschüttelten Land. Die Geschichte begann am vergangenen Dienstag, als Tabellenführer Wadi Al-Neiss einen überzeugenden 8:1-Auswärtserfolg über Nadi Abu Dis feierte. Nach diesem Kantersieg liegt der palästinensische Spitzenreiter vier Punkte vor Markaz Shabab Al-Am'arim, das jedoch ein Spiel weniger ausgetragen hat. Vier Tage später bewies Hilal Ariha, das im Mittelfeld der Tabelle zu finden ist, dass derartige Siege nicht nur dem Titelanwärter vorbehalten sind und fegte Schlusslicht Ittihad Nablus mit 7:0 vom Platz. Der palästinensische Fussball wurde am vergangenen Montag gewürdigt, als das Land mit dem ersten FIFA-Entwicklungspreis ausgezeichnet wurde, der im Rahmen der FIFA World Player Gala in Zürich vergeben wurde.

3

Auszeichnungen als FIFA-Weltfussballerin in Folge: Marta konnte somit die bisherige Bestmarke von Birgit Prinz egalisieren, die im Frauenfussball zwischen 2003 und 2005 das Maß aller Dinge war. Die erst 22-jährige Brasilianerin hat nun auch die Pionierin des Frauenfussballs, Mia Hamm, in den Schatten gestellt. Die U.S.-Amerikanerin hatte im Jahr 2001 die allererste Auszeichnung der FIFA-Weltfussballerin erhalten und diese im darauf folgenden Jahr erfolgreich verteidigen können. Für Marta stellt dies einen großartigen Erfolg und zugleich die Herausforderung dar, die brasilianische A-Nationalmannschaft, die bei den letzten drei Turnieren jeweils die Silbermedaille gewann, zu neuen Höhenflügen zu führen, damit diese endlich ihr Image des ewigen Zweiten ablegen kann. Vor der Gala am vergangenen Montag bestätigte die Starspielerin der Canarinhas, dass sie auf Klubebene eine neue Herausforderung annehmen werde. Mit Beginn der Saison in der neu gegründeten Women's Professional Soccer League in den USA wird sie für Los Angeles Sol auf Torejagd gehen.