Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.

Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. Während sich die Fussball-Welt auf die bevorstehenden Qualifikationsspiele für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ konzentriert, blicken wir zurück auf eine Woche, in der es in Großbritannien ein dramatisches Derby und einen dramatischen Abschluss der Transferperiode gab, und in Spanien die beiden größten Klubs Auswärtspleiten kassierten.

920

torlose Minuten - so lautete der Negativrekord von Stürmer Kenny Miller zu Beginn des Old-Firm-Derbys zwischen Celtic Glasgow und den Glasgow Rangers am Sonntag. Der schottische Nationalstürmer hatte am 3. Mai bei der 1:3-Niederlage seines damaligen Klubs Derby County bei den Blackburn Rovers zum letzten Mal getroffen. Doch das war nicht die einzige Last, mit der er im Celtic Park auflief. Im Sommer hatte Miller Schlagzeilen gemacht, indem er mit seinem Wechsel zurück zu den Glasgow Rangers zum erst zweiten Spieler wurde, der nach einem Wechsel zum Stadtrivalen wieder den Weg zurück zu seinem ersten Glasgower Klub fand. Der erste und bislang einzige war Tom Dunbar - vor über 110 Jahren! Miller ließ sich allerdings von den Schmährufen gegen ihn nicht im Geringsten beeindrucken und erzielte gleich zwei Treffer beim 4:2-Sieg der Glasgow Rangers, die sich damit im Rennen um den schottischen Meistertitel schon früh einen psychologischen Vorteil verschafften.

126

 Millionen Pfund (gut 156 Millionen Euro) gaben die englischen Premier-League-Klubs insgesamt bis zum Ende der Transferperiode aus und stellten damit erneut die überwältigende und einzigartige Finanzkraft der reichsten Fussballliga unter Beweis. Dabei gelang Manchester City der größte Coup. Für gut 40 Millionen Euro schnappte man dem FC Chelsea Robinho quasi unter der Nase weg. Mark Hughes startete zudem einen halbherzigen Versuch, sich die Dienste von Dimitar Berbatov zu sichern, der schon lange bei Manchester United auf der Wunschliste stand. Hier sorgte allerdings Sir Alex Ferguson mit einem Angebot von knapp 38 Millionen Euro dafür, dass der Bulgare in Zukunft neben den Herren Cristiano Ronaldo, Wayne Rooney und Carlos Tevez spielt. Und es gab noch weitere große Transfers, die erst in letzter Minute über die Bühne gingen. So wechselte der belgische Nationalspieler Marouane Fellaini für 18,5 Millionen Euro von Standard Lüttich zum FC Everton, die Tottenham Hotspurs legten für den Russen Roman Pavlyuchenko und den Kroaten Vedran Corluka zusammen fast 18 Millionen Euro auf den Tisch, und der FC Liverpool verstärkte sein spanisches Kontingent durch Albert Riera, der immerhin noch knapp zehn Millionen Euro kostete.

100

Länderspiele - diese magische Marke wird der Schwede Henrik Larsson am Samstag in Tirana knacken. Wie gestern verlautete, wird der 36-jährige Schwede bei seinem Rekordspiel erstmals offiziell die Kapitänsbinde tragen. 14 Jahren nach seinem Auftritt beim FIFA Weltpokal™ 1994 in den USA wurde dem Stürmer von Helsingborg von Nationaltrainer Lars Lagerback die Verantwortung übertragen, das schwedische Team auf dem Weg nach Südafrika zu führen - und dieser Weg beginnt mit dem unangenehmen Spiel in Albanien. Larsson, der am 20. September 37 Jahre alt wird, hatte sich vor der EURO 2008 zum Rücktritt vom Rücktritt aus der Nationalmannschaft überreden lassen und schließt seitdem nicht mehr aus, in zwei Jahren seine vierte WM zu bestreiten. Er nannte das Tragen der Kapitänsbinde eine "große Ehre" und sagte: "So lange ich auf diesem Niveau spielen kann und sie mich wollen, werde ich bleiben.''

40

Tore in 89 Länderspielen machen Michael Owen zu einem der erfolgreichsten Stürmer Englands. Der 28-Jährige hat bereits mehr Tore in Pflichtspielen erzielt (26) als alle anderen englischen Stürmer. Doch diese bemerkenswerte Leistung reichte offenbar nicht aus, um Englands neuen Nationaltrainer Fabio Capello zu überzeugen, dass Owen einen Platz im Kader für die bevorstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Andorra und Kroatien verdient. Nicht nur die Nichtberücksichtigung des Stürmers von Newcastle United löste große Verwunderung aus, sondern auch die Tatsache, dass Capello nur drei reine Stürmer nominiert hat, nämlich Wayne Rooney, Jermain Defoe und Emile Heskey. Der vierte nominelle Angreifer ist Theo Walcott, der allerdings bei seinem Klub Arsenal als Flügelspieler eingesetzt wird.

17

Jahre und genau so viele Ligaspiele sind seit dem letzten Sieg von Real Madrid bei Deportivo La Coruña vergangen. Auch am Sonntag konnte der spanische Meister diesen Bann nicht brechen und unterlag mit 1:2. Man muss in den Annalen der spanischen Liga bis zum 2. November 1991 zurück blättern, um den damaligen 3:0-Erfolg der Königlichen im Riazor zu finden. Ähnlich ernüchternd ist die Tatsache, dass der Treffer von Ruud van Nistelrooij am Sonntag in den letzten acht Spielen in La Coruña lediglich der zweite für Real Madrid war. In der Geschichte von Real Madrid gibt es nur eine einzige Mannschaft, bei der das Weiße Ballett noch länger ohne Sieg blieb: von 1984 bis 2002 konnten die Madrilenen kein einziges Mal im Camp Nou des FC Barcelona gewinnen. Der einzige Trost für die Schützlinge von Bernd Schuster besteht darin, dass auch der Erzrivale aus Katalonien sich derzeit durch eine erschreckende Auswärtsschwäche auszeichnet. Nach der Niederlage bei Aufsteiger Numancia am Wochenende hat Barcelona aus den letzten zwölf Auswärtsspielen die ernüchternde Bilanz von zwei Siegen, zwei Unentschieden und acht Niederlagen vorzuweisen.