Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.

Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. In der Zusammenfassung dieser Woche werfen wir einen Blick auf die Finals der Olympischen Fussballturniere sowie auf die Traumstarts von Gabriel Agbonlahor und Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim.

973

Minuten blieb Nadine Angerer ohne Gegentor - ein unglaublicher Rekord, der bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 begann und erst im Halbfinale des Olympischen Fussballturniers 2008 endete. Die Illusion der Unbesiegbarkeit fand jedoch ein jähes Ende, als die Brasilianerin Formiga in der Runde der letzten Vier den Ausgleichstreffer erzielte. Am Ende musste Angerer den Ball noch drei Mal aus dem Netz holen. Nun geht es für Brasilien im Spiel um die Goldmedaille gegen die USA, die 22 der bisherigen 26 Duelle für sich entscheiden konnten - davon allein drei Siege in Freundschaftsspielen in den letzten zehn Wochen. Die Canarinhas haben gegen die USA auch alle drei bisherigen Partien bei Olympischen Spielen verloren, einschließlich des Finals von 2004. Dennoch können sie aus der jüngsten Begegnung in einem Pflichtspiel Mut schöpfen: Bei der WM 2007 führte Marta die Brasilianerinnen zu einem 4:0-Erfolg.

18

Jahre sind vergangen, seitdem die 1899 Hoffenheim als Amateur-Mannschaft in der achten Liga zu finden war. Heute steht der "Dorfklub" in seiner allerersten Bundesliga-Saison nach einem 3:0-Sieg bei Energie Cottbus an der Tabellenspitze. Nach diesem Traumstart ist Hoffenheim die erste Mannschaft seit 1997, die gleich in ihrem ersten Bundesliga-Spiel einen Sieg einfahren konnte. Dieses Kunststück ist in den vergangenen dreißig Jahren bislang nur vier anderen Teams gelungen. Maßgeblichen Anteil an diesem kometenhaften Aufstieg hat Mäzen Dietmar Hopp, der in den 50er Jahren für die Juniorenmannschaft von Hoffenheim spielte und kontinuierlich in die Weiterentwicklung des Klubs investierte. Nachdem auch Grenoble, Hull City und Hamilton Academical in der französischen, englischen bzw. schottischen Liga Siege einfahren konnten, schien dieses Wochenende vor allem für Aufsteiger unter einem guten Stern zu stehen.

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Jahre sind vergangen, seitdem Nigeria den Argentiniern im vermutlich größten Spiel in der Geschichte des Olympischen Fussballturniers der Männer, im Finale von Atlanta, die Goldmedaille wegschnappte. Der 3:2-Sieg und Emmanuel Amunikes Siegtreffer in letzter Minute sind noch immer in bester Erinnerung. Nach den beeindruckenden Siegen im Halbfinale über Belgien bzw. Brasilien bereiten sich die beiden Mannschaften nun auf ein weiteres Duell vor. Dies ist erst die zweite Neuauflage eines Männer-Finals in der Turniergeschichte; zum ersten Mal war dies im Jahr 1912 der Fall, als Großbritannien und Dänemark aufeinandertrafen. Die Tatsache, dass das zweite Spiel dieser beiden europäischen Teams beinahe mit demselben Ergebnis endete wie das erste (die Briten gewannen jeweils mit zwei Toren Unterschied), könnte ein gutes Omen für die Nigerianer darstellen.

7:37

Minuten dauerte es, bis Gabriel Agbonlahor den ersten Hattrick an einem ersten Spieltag der englischen Premier League seit 1997 erzielte. Damals besiegelten die drei Treffer von Dion Dublin den überraschenden 3:2-Sieg von Coventry City über den FC Chelsea. So beeindruckend die Leistung des Aston-Villa-Stürmers auch war, sein Hattrick beim 4:2-Erfolg des Klubs aus Birmingham über Manchester City ging nicht als der schnellste in die Annalen der Premier League ein. Diese Ehre wurde Robbie Fowler zuteil, der in seiner glorreichen Zeit beim FC Liverpool nur 4:33 Minuten benötigte, um am 28. August 1994 Arsenal London im Alleingang zu besiegen. Schnelligkeit ist für den äußerst talentierten Agbonlahor jedoch kein Fremdwort: Als Youngster war er ein begabter Sprinter und zog eine Karriere als Leichtathlet in Betracht, ehe er sich für den Fussball entschied.

2

Jahre, einen Monat und 26 Tage nach seinem letzten Länderspiel für die Niederlande kehrt Mark van Bommel beim Freundschaftsspiel gegen Russland am Mittwochabend wieder in die Elftal zurück. Der neue Kapitän von Bayern München hatte den Nationaldress zuletzt bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ bei der 0:1-Niederlage Oranjes gegen Portugal getragen; in diesem Spiel hatte er die erste von insgesamt 16 gelben Karten erhalten. Der 41-fache Nationalspieler, der seine einzige Einberufung nach der FIFA WM 2006 aufgrund von persönlichen Differenzen mit dem ehemaligen Stürmer des AC Mailand und damaligen Bondscoach Marco van Basten verweigerte, kehrt nun in das Aufgebot von Bert van Marwijk zurück. Immerhin ist der neue Trainer auch sein Schwiegervater.