Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.
Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. In dieser Woche blicken wir auf Lyons Streben nach einem Platz in der europäischen Fussballgeschichte und erweisen zwei besonders schnellen Fussballspielerinnen in Peking die Ehre.
Sekunden waren beim letzten Gruppenspiel der USA gegen Neuseeland gerade erst vergangen, als Heather O'Reilly sich mit dem schnellsten Tor aller Zeiten beim Olympischen Fussballturnier der Frauen in die Geschichtsbücher schoss. Mit ihrem geschickten Heber über die neuseeländische Torhüterin übertraf die 23-Jährige einen Rekord, der erst wenige Tage zuvor gegen die USA aufgestellt worden war: Im Auftaktspiel hatte die Norwegerin Lene Larsen Kaurin nach 61 Sekunden die Führung erzielt und damit den zwölf Jahre alten Rekord der Deutschen Pia Wunderlich gebrochen. O'Reilly war indes nicht die einzige Spielerin, die gestern einen olympischen Rekord feiern konnte: Gleiches galt für die Brasilianerin Cristiane, die beim 3:1-Sieg gegen Nigeria den schnellsten Hattrick aller Zeiten in diesem Wettbewerb schaffte. Der Däne Sophus Nielsen hält diesen Olympischen Rekord bei den Männern. Er benötigte beim 17:1-Sieg Dänemarks gegen Frankreich 1908 nur drei Minuten für die ersten drei seiner insgesamt zehn Treffer.
Jahre, sechs Monate und 61 Länderspiele nach seinem späten internationalen Debüt gegen Oman im Alter von 28 Jahren hat Jens Lehmann seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft beendet. Dies teilte der Deutsche Fussball-Bund am Freitag nach einem zweistündigen Gespräch mit, in dem Lehmann gegenüber Bundestrainer Joachim Löw und Torwarttrainer Andreas Köpke erklärt hatte, dass ein Nachfolger für die Position zwischen den Pfosten gefunden werden solle. Der ehemalige Torhüter von Arsenal London begründete seine Entscheidung im Hinblick auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ wie folgt: "Ich konnte dem Bundestrainer keine Garantie mehr geben, dass ich über das eine Jahr hinaus, für das ich beim VfB Stuttgart einen Vertrag habe, noch Fussball spielen werde. Insofern habe ich vorgeschlagen, dass sie nicht mehr mit mir planen." Damit war das verlorene Finale bei der UEFA EURO 2008 das letzte Länderspiel Lehmanns. Unvergessen bleiben insbesondere seine Heldentaten im Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ gegen Argentinien.
nationale Meistertitel in Folge haben bisher erst zehn europäische Klubs erringen können. Am Sonntag erwischte Olympique Lyon den bestmöglichen Start bei seinem Versuch, diesem elitären Kreis beizutreten. Auf der Bank saß zwar ein neuer Trainer, und auf dem Feld agierten einige neue Spieler, doch letztlich war es der altbekannte Karim Benzema, der das Team von Claude Puel an die Tabellenspitze beförderte, von wo man wie gewohnt auf die Konkurrenz herabblicken kann. Der Spieler des Jahres traf gleich zwei Mal beim überzeugenden 3:0-Sieg gegen den FC Toulouse, mit dem der französische Serienmeister seine historischen Ambitionen zu Beginn der neuen Saison unmissverständlich klar machte. Der letzte Klub, der acht Meistertitel in Folge holen konnte, war Sheriff Tiraspol aus Moldawien. Dynamo Kiev aus der Ukraine (1993-2001) und Celtic Glasgow (1966-74) sowie die Glasgow Rangers (1989-97) aus Schottland schafften sogar neun Titel in Folge. Den gesamteuropäischen Rekord hält der Klub Skonto Riga aus der lettischen Hauptstadt, der im Jahr 2004 seinen 14. Meistertitel in Folge holte.
Spiele ohne Gegentor - diesen Rekord stellten die argentinischen Männer beim Olympischen Fussballturnier von Athen 2004 und die deutschen Frauen bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in China 2007 auf. Auch jetzt sind die Deutschen die einzige Frauen-Mannschaft, die die Gruppenphase bei den Olympischen Spielen von Peking ohne Gegentor überstanden hat - nicht zuletzt dank der erneut überragenden Torhüterin Nadine Angerer. Den Argentiniern war es hingegen nicht vergönnt, ihren Rekord weiter auszubauen. In der 53. Minute des Auftaktspiels gegen die Elfenbeinküste kassierten sie ein Tor. Die ebenfalls bereits für das Viertelfinale qualifizierten Teams von Brasilien und Italien gehen ihrerseits mit dem festen Willen in ihr letztes Gruppenspiel, ihre bislang weiße Weste zu behalten. Eine Mannschaft, der das gelingt, hätte sicher gute Chancen, am Samstag der kommenden Woche die Goldmedaille zu gewinnen.
Spiele, sechs Tore - diesen Rekord stellte der Brasilianer Keirrison auf und ist damit natürlich das beherrschende Gesprächsthema in dem südamerikanischen Land. Der selbstbewusste 19-Jährige, der kein Blatt vor den Mund nimmt, ist schon seit längerem einer der beliebtesten Spieler in der Brasileiro-Meisterschaft, doch seine Torausbeute der vergangenen Woche zeigt, dass der talentierte junge Star von Coritiba auch auf dem Rasen Taten sprechen lassen kann. Nicht zuletzt dank der Tore Keirrisons hat Coritiba fünf seiner sechs letzten Spiele gewonnen und damit den sechsten Tabellenplatz erobert. Damit liegt man sogar noch vor dem ehemaligen Tabellenführer Flamengo.
