Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.
Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. In dieser Woche verabschieden wir einen geborenen Torjäger und begrüßen einen anderen, und wir blicken selbstverständlich voraus auf die Olympischen Spiele von Peking 2008.
Tore in 64 Länderspielen - so lautet die Bilanz von Ruud van Nistelrooij, der in dieser Woche seinen Rücktritt aus der niederländischen Nationalmannschaft bekannt gab. Der Stürmer von Real Madrid hatte sein erstes Länderspiel am 18. November 1998 gegen Deutschland bestritten. Er beendet seine zehnjährige internationale Karriere in der Gewissheit, dass nur drei Spieler mehr Treffer für Oranje erzielt haben. Patrick Kluivert führt die ewige Torschützenliste der Niederländer mit 40 Treffern aus 79 Spielen an, Dennis Bergkamp brachte es in ebenfalls 79 Spielen auf 37 Tore, und Faas Wilkes konnte von 1946 bis 1961 in nur 38 Spielen immerhin 33 Treffer bejubeln. Nach Van Nistelrooys Rücktritt ist sein neuer Teamkamerad Rafael van der Vaart - einer von fünf niederländischen Nationalspielern in Diensten des spanischen Meisters - der erfolgreichste aktive Torjäger der Niederlande. Er erzielte bislang zwölf Länderspieltore.
Titel bei FIFA-Männerturnieren - so viele Erfolge konnte Brasilien bislang feiern. Zu den fünf Titeln bei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ kommen noch drei Titel in der Altersklasse U-20 und weitere drei in der Altersklasse U-17. Außerdem gewann Brasilien zwei Mal den FIFA Konföderationen-Pokal, drei Mal die FIFA Beach-Soccer-WM und drei Mal die FIFA Futsal-WM. Doch bis heute klafft eine große Lücke in der unglaublichen Erfolgsgeschichte der Seleção: es fehlt eine Olympische Goldmedaille. Zwei Silbermedaillen (1984 und 1988) und eine Bronzemedaille (1996) - mehr gibt die brasilianische Olympiabilanz bislang nicht her. Trainer Dunga, der 1984 zu den Silbermedaillengewinnern gehörte, ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft mit den Superstars Ronaldinho, Diego und Alexandre Pato in Peking ein neues Kapitel Fussballgeschichte schreiben kann.
Tore hat Birgit Prinz bei ihren bisherigen drei Olympiateilnahmen erzielt. Damit ist sie die Rekordtorschützin dieser Veranstaltung, dicht gefolgt von der Brasilianerin Pretinha mit acht Treffern. Diese beiden Spielerinnen im Alter von 30 bzw. 33 Jahren sind auch in Peking 2008 wieder am Start. Damit sind zwei der drei Spielerinnen dabei, die bei drei Olympischen Turnieren trafen. Die dritte ist die legendäre Mia Hamm. Anders als Hamm haben jedoch weder Prinz noch Pretinha bisher eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen. Pretinha verpasste den Olympiasieg 2004 nur denkbar knapp, als sie mit Brasilien erst in der Verlängerung gegen die USA mit 1:2 unterlag. Doppelweltmeisterin Prinz wiederum musste sich zwei Mal mit Bronze zufrieden geben: bei den Spielen von Sydney 2000 und Athen 2004.
war die Rückennummer des großartigen Bobby Moore, als er am 8. September 1958 erstmals für West Ham United eingesetzt wurde. Das Trikot mit dieser Nummer blieb bei den Hammers für die nächsten 16 Jahre fest in der Hand dieses schillernden Ausnahmefussballers. In dieser Woche hat der Londoner Klub im Vorfeld des 50. Jahrestages dieses Debüts beschlossen, diese Rückennummer in Zukunft zu Ehren des erfolgreichsten Mannschaftskapitäns in der Geschichte des Klubs nicht wieder zu vergeben. Bobby Moore, der es insgesamt auf 108 Länderspiele brachte und weltweit als kultivierter Innenverteidiger geschätzt wurde, der maßgeblichen Anteil an Englands WM-Sieg 1966 hatte, spielte insgesamt 544 Mal für West Ham. Er gewann mit dem Klub 1964 den FA Cup und im darauf folgenden Jahr den Europapokal der Pokalsieger. Matthew Upson, der in der vergangenen Saison noch das Trikot mit der "6" trug, wird künftig die Rückennummer 15 tragen. Für ihn ist die Entscheidung ein "angemessener Beitrag" dazu, seinen berühmten Vorgänger zu ehren.
Treffer in den letzten vier Spielen in der Allsvenskan-Liga zeigen deutlich, dass Schweden mit Robin Soder einen weiteren Ausnahmestürmer entdeckt hat. Der Angreifer von IFK Göteborg wurde erst vor vier Monaten 17 Jahre alt, doch seit er im vergangenen Dezember zum schwedischen Meister wechselte, zeigt seine Karrierekurve steil nach oben. Der Kapitän der schwedischen U-17-Mannschaft hält Göteborg derzeit nicht nur im Rennen um den Titel (derzeit sechs Punkte Rückstand auf Kalmar), sondern sorgte auch dafür, dass sein Team die zweite Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League erreicht hat. Seine Schnelligkeit und Ruhe vor dem Tor sorgen bei den gegnerischen Verteidigern regelmäßig für Kopfschmerzen und lassen durchaus die Feststellung zu, dass die Schweden einen würdigen Nachfolger für Henrik Larsson und Zlatan Ibrahimovic gefunden haben.
