Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.

Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. Diese Woche werfen wir einen Blick auf das spannende Titelrennen in Libyen. Außerdem beschäftigen wir uns mit einer Spielerin, die den Frauenfussball geprägt hat, und einem Spieler, der den Männerfussball schon bald prägen könnte.

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A-Länderspiele hat Cheryl Salisbury seit dem 1:0-Sieg Australiens gegen Neuseeland am Samstag auf dem Konto. Damit ist sie die Rekordhalterin auf dem Fünften Kontinent. Das Spiel war obendrein auch noch das 86. und letzte von Salisburys Defensivpartnerin Dianne Alagich. Ohne ihre Verletzungen wäre Alagich - die 1995 als 16-Jährige gegen Norwegen debütierte - heute vielleicht Australiens Rekordnationalspielerin. Aber auch so verpasste sie zwischen 1999 und 2007 kein einziges Olympia- oder WM-Spiel der Matildas. Am Samstag ging es für Australien zudem um den Ausbau einer Serie von 17 ungeschlagenen Spielen gegen das Nachbarland, die bis 1994 zurück reicht. Doch auch wenn Alagich und Salisbury die Schlagzeilen beherrschten, das Tor des Tages erzielte mit Leena Khamis ein Neuling. Für sie war es das erste Länderspieltor.

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Tage vor seinem 17. Geburtstag erzielte Abdus Ibrahim vom FC Toronto ein wunderschönes Tor bei der 1:2-Niederlage gegen Chicago Fire. Die Major League Soccer könnte damit die Geburt eines neuen Stars erlebt haben. Als der in Äthiopien geborene U-17-Nationalspieler, der Torhüter Jon Busch umkurvte und seinen ersten Treffer bei den Senioren schoss, wurde er damit gerade mal einen Monat nach seinem Wechsel vom FC Dallas zum jüngsten Torschützen der Woche. Der in Dira Dauca geborene Ibrahim begann als Achtjähriger mit dem Fussballspielen, als seine Familie nach Kenia zog. Aber erst, als er seinem Vater drei Jahre später in die USA folgte, wurde der Grundstein dafür gelegt, aus einem Hobby einen Beruf zu machen. Mit 14 war "Ibee" im olympischen Förderprogramm des U.S.-Fussballs und maß sich dort auch mit deutlich älteren Spielern. Es dauerte kein Jahr, da sicherte sich der FC Dallas seine Dienste in der zweiten Runde des MLS Superdraft. Inzwischen gehört Ibrahim zur Generation Adidas, einer Initiative der MLS mit dem Ziel, amerikanische Talente zu finden und an die Vereine zu binden. Er ist schon auf dem besten Wege, sich beim einzigen kanadischen Vertreter in der U.S.-Eliteliga einen Namen zu machen.

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Spiele ohne Niederlage stellen normalerweise eine Serie dar, an deren Ende sicher eine Meisterschaft steht. In Libyen wird die Sache aber dadurch verkompliziert, dass mit Al Ittihad und Al Ahli Tripoli gleich beide Spitzenmannschaften der Division 1 bislang in der Meisterschaft noch ungeschlagen sind. Das Ergebnis ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit völlig ungewissem Ausgang. Al Ittihad hat momentan nur deshalb die Nase vorn, weil man gegenüber dem Rivalen vom anderen Ende der Stadt mehr Siege aufweisen kann (nämlich 24 bei vier Remis, während Tripoli 22 Siege und fünf Unentschieden geholt hat). Ein direktes Duell dieser beiden Teams wird es in der Endphase dieser Saison nicht mehr geben. Al Ahli will und muss daher seine Serie weiter ausbauen, um den Druck auf Al Ittihad hoch zu halten und die vierte Meisterschaft in Folge für den Konkurrenten zu verhindern.

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Sekunden brauchte Eder Luis nur, um von der Bank kommend gegen Palmeiras das bislang wichtigste Tor seiner noch jungen Karriere bei São Paulo zu erzielen. Der Joker-Treffer in der 83. Minute bedeutete einen Vorsprung von zwei Toren für die Tricolor Paulista, so dass auch der Treffer von Jeci in der Nachspielzeit nichts mehr am Sieg ändern konnte. Der Ex-Stürmer von Atletico Mineiro sorgte damit nicht nur für Freudentaumel im Morumbí-Stadion sondern auch für das Ende einer Serie von drei Spielen ohne Sieg für den amtierenden brasilianischen Meister, der aber dennoch nur auf dem siebten Tabellenplatz rangiert und satte neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Flamengo hat. Palmeiras hingegen steht zwar einen Punkt und zwei Plätze besser da, ist jetzt aber selbst seit drei Partien ohne Erfolg.

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Jahre nach seiner ersten Ernennung zum portugiesischen Nationaltrainer im Anschluss an den zweiten Titelgewinn in Folge bei der FIFA Junioren-Weltmeisterschaft ist Carlos Queiroz jetzt wieder Chef der Selecçao das Quinas. Der in Mosambik geborene Trainer war schon zwischen 1991 und 1993 Trainer der Nationalmannschaft, schaffte es seinerzeit aber nicht, an seine Erfolge bei der U-20 und der U-17 zu wiederholen und verpasste sowohl die Qualifikation zur UEFA EURO 1992 als auch zum FIFA-Weltpokal 1994. Seitdem hat Queiroz reichlich Erfahrung als Trainer sammeln können. Er betreute Klubs in den USA, Japan, Spanien und Portugal, erarbeitete sich in seiner Zeit als Nationaltrainer Südafrikas viel Renommee und war zuletzt Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United. Nachdem Luiz Felipe Scolari seine fünfjährige Amtszeit als Nationaltrainer beendet hat und künftig den FC Chelsea trainieren wird, kehrt der 55-Jährige Old Trafford den Rücken und übernimmt zum zweiten Mal die Aufgabe, eine talentierte Generation zu einer WM zu führen - der 2010 in Südafrika. Und so ist es, wie es immer ist: Der eine geht, der andere kommt.