Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.
Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. In der neuesten Ausgabe des statistischen Wochenrückblicks widmen wir uns einem Rekordtransfer in den Niederlanden und dem neuen Fenerbahçe-Trainer, dessen Leidenschaft für den Fussball auch mit fast 70 Jahren noch ungebrochen ist.
Jahre alt wird Luis Aragonés in zwei Wochen. 34 dieser 70 Jahre hat der spanische Europameister-Macher auf der Trainerbank verbracht, und nimmt man seine Zeit als Aktiver hinzu, hat er über ein halbes Jahrhundert auf oder am Rande des Platzes verbracht. Niemand würde es dem spanischen Trainerfuchs angesichts dessen verübeln, wenn er sich in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedete. Aber auch nachdem er seinem Land den ersten großen Titel seit 44 Jahren beschert hat, ist der Ehrgeiz von Aragonés ungebrochen. Deshalb wird er demnächst wieder einen Verein trainieren - und nicht irgendeinen. Aragonés macht keine halben Sachen und hat sich entsprechend einen der anspruchsvollsten Arbeitsplätze im Klubfussball ausgesucht. Mit seiner Unterschrift unter den Zweijahresvertrag bei Fenerbahçe Istanbul am Samstag hat sich Aragonés schließlich gleichzeitig die Hoffnungen und Träume von 30 Millionen heißblütiger türkischer Fans aufgebürdet. Für Aragonés ist es zwar schon die 15. Trainerstation seit seinem Debüt auf der Bank von Atlético Madrid 1974, aber die erste außerhalb Spaniens.
Mio. EUR Ablöse hat Ajax am Freitag für Miralem Sulejmani vom SC Heerenveen überwiesen - neuer Rekord für einen Transfer innerhalb der Niederlande. Bei Heerenveen hat es Tradition, Stürmerstars auszubilden und dann weiterzuverkaufen. Den Anfang machte Ruud van Nistelrooy (1998 für 6,4 Mio. EUR zum PSV). Ihm folgte der bisherige Rekordmann Klaas Jan Huntelaar (2005 für 9 Mio. EUR zu Ajax) und zuletzt Alfonso Alves, für den Middlesbrough erst im Februar 16,1 Mio. EUR überwiesen hatte. Nun also Sulejmani. Neutrainer Marco van Basten bekommt mit dem 19-jährigen serbischen Nationalspieler damit seinen erklärten Wunschspieler. Von Partizan Belgrad als Ersatz für Alves verpflichtet, erwies sich Sulejmani für Heerenveen auf Anhieb als Volltreffer. In der abgelaufenen Saison erzielte er 16 Tore und wurde mit dem Johan-Cruyff-Preis als "Talent des Jahres" in den Niederlanden ausgezeichnet.
Tore in 12 Spielen der Eliteserien haben Thorstein Helstad an die Spitze der norwegischen Torjägerliste katapultiert. Erst am Samstag gegen Bodo/Glimt steuerte der 31-Jährige drei Tore zum 4:1-Sieg von Brann bei. Bergen ist mit fünf Punkten Rückstand damit immerhin wieder auf Schlagdistanz zu Spitzenreiter Stabaek heran gerückt. Helstad ist in Bergen ein alter Bekannter. Zwischen 1998 und 2002 erzielte er schon einmal 64 Tore für Brann, ehe er sein Glück bei Austria Wien und Rosenborg Trondheim versuchte. 2006 kehrte er zurück und wurde gleich Torschützenkönig der Eliteserien. Die Treffer des norwegischen Nationalspielers verhalfen Brann zur ersten Meisterschaft seit 1963, und wenn Bergen diesen Titel verteidigen sollte, dürfte Helstad dabei sicher wieder eine entscheidende Rolle spielen.
Sekunden benötigte Dinei vom brasilianischen Klub EC Vitoria Bahia am Sonntag, um die schöne Serie von Portuguesa aus São Paulo zunichte zu machen. Vor dem 1:2 war Portuguesa nämlich drei Spiele lang ohne Gegentor geblieben. Das Blitztor der Nummer 9 von Vitoria, noch dazu mit der ersten Ballberührung erzielt, war zudem das 800 Brasileiro-Tor des Vereins. Zur neuen Bestmarke für das schnellste Tor im Wettbewerb fehlte allerdings eine Sekunde. Rekordhalter bleibt damit Nivaldo, der beim 3:2 von Nautico gegen Atletico Mineiro 1989 nur acht Sekunden für den Führungstreffer benötigte. Dinei wird es verschmerzen können, denn er hatte maßgeblichen Anteil an zuletzt drei Siegen in Folge, durch die Aufsteiger Vitoria unter die ersten vier in der Liga gelangen konnte.
