Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.

Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. Die heutige statistische Zusammenfassung ist stark durch die bevorstehende UEFA EURO 2008 beeinflusst. Doch wir finden auch noch Zeit, die Liga der Salomon-Inseln zu loben und den charismatischen José Mourinho wieder an der Seitenlinie zu begrüßen.

102

Tore in 20 Spielen und damit ein Schnitt von 5,1 Treffern pro Partie - damit war die Nationale Klub-Meisterschaft auf den Salomon-Inseln die bei weitem torreichste Liga der vergangenen Woche. Dazu trugen nicht weniger als vier Spiele bei, die mit einer Differenz von sieben Toren entschieden wurden. Das nicht zu bremsende Team von Makuru feierte zunächst ein 9:2 gegen Banika Bulls und wenige Tage später ein 7:0 gegen Vatu. Nichts zu feiern hatte hingegen der FC Landowners, der zunächst eine 0:7-Niederlage gegen den FC Marist einsteckte und fünf Tage später noch einmal mit 1:8 gegen FC Uncles unter die Räder kam.

100

Länderspiele sind ein Meilenstein, der vor dem gestrigen Abend nur von fünf französischen Nationalspielern erreicht wurde. Alle fünf, nämlich Lilian Thuram, Marcel Desailly, Zinedine Zidane, Patrick Vieira und Didier Deschamps - gehörten zu der gefeierten französischen Auswahl, die 1998 im eigenen Land Weltmeister wurde. Auch Thierry Henry gehörte zu dieser Mannschaft, und auch er bringt es seit seinem Einsatz beim gestrigen 1:0-Sieg gegen Kolumbien auf 100 Länderspiele. Der 30-jährige Stürmer vom FC Barcelona hatte in der vergangenen Woche angedeutet, sich nach der UEFA EURO 2008 möglicherweise aus der Nationalmannschaft Frankreichs zurückzuziehen. Er war gegen Kolumbien eine der entscheidenden Figuren, denn nach einem Foul an ihm bekam Frankreich einen Elfmeter zugesprochen, den Franck Ribéry zum einzigen Treffer der Partie nutzte. So beeindruckend Henrys Beständigkeit im Trikot der Bleus auch ist, sie erscheint relativ blass, wenn man sie mit der seines Barça-Mannschaftskameraden Lilian Thuram vergleicht. Dieser ist schon seit einiger Zeit Frankreichs Rekordnationalspieler und schraubte seine Marke mit dem Spiel gegen Kolumbien auf 140 Einsätze.

71

Jahre lang hatte der bisherige Rekord Bestand - jetzt ist Alexander Frei der neue Rekordtorschütze der Schweiz. Er traf am Freitag beim 3:0-Sieg des Mitausrichters der UEFA EURO 2008 gegen Liechtenstein zwei Mal. Damit hat der Stürmer von Borussia Dortmund die bisherige Bestmarke von 34 Treffern geknackt, die Xam Abegglen zwischen 1922 und 1937 erzielte. Zuvor war Abegglens Rekord nur ein einziges Mal ernsthaft in Gefahr gewesen: nämlich durch Kubilay Turkyilmaz. Turkyilmaz beendete seine internationale Karriere im Jahr 2001, als ihm nur noch ein einziger Treffer zum Rekord fehlte. Frei, der in jenem Jahr sein erstes Länderspiel bestritt, hat nun also eine neue Bestmarke aufgestellt, die den künftigen Stürmern aus der Schweiz als Vorbild dienen kann. Da der in Basel geborene Frei noch nicht einmal 29 Jahre alt ist, scheint sogar ein Rekord von 50 Länderspieltoren durchaus erreichbar.

29,57

Jahre ist das Durchschnittsalter des italienischen Kaders, den Nationaltrainer Roberto Donadoni in der vergangenen Woche bekannt gab. Das wäre die älteste Mannschaft bei der EURO 2008. Dieser Status der Italiener ist allerdings nicht mehr aktuell, da der 34-jährige Fabio Cannavaro wegen einer Verletzung aus dem Kader gestrichen werden musste und durch den erst 26-jährigen Alessandro Gamberini ersetzt wurde. Schwedens Kader bringt es auf ein Durchschnittsalter von 29,35 Jahren, was nicht zuletzt dem 36-jährigen Henrik Larsson zu verdanken ist, der sich ein weiteres Mal für ein großes Turnier zur Rückkehr aus dem internationalen Ruhestand überreden ließ. Der jüngste Kader bei der EURO 2008 wird von Mitausrichter Schweiz gestellt: Die Mannen von Jakob Kuhn bringen es auf einen Schnitt von 26,39 Jahren.

12

Trophäen von 2003 bis 2007 machten José Mourinho zu einem der begehrtesten Trainer in der Welt des Fussballs. Diese Erfolgsbilanz überzeugte auch Inter Mailand, das am Montag den charismatischen Portugiesen als Nachfolger von Roberto Mancini präsentierte. Der ehemalige Trainer des FC Porto und des FC Chelsea, der im angesprochenen Vierjahreszeitraum vier Meisterschaften in Folge, sechs Pokalwettbewerbe und zwei Europapokale gewann, hatte dem Fussball nach seinem Weggang von der Stamford Bridge im September vergangenen Jahres lange den Rücken gekehrt. Seine neue Herausforderung besteht nun darin, als erster Trainer die Meisterschaft in England und in Italien zu gewinnen. Bei Inter Mailands Jagd nach dem vierten Scudetto in Folge lastet der Erfolgsdruck nun also auf dem Ausnahmetrainer, seinen Ruf als ein "ganz Besonderer" ein weiteres Mal zu bestätigen.