Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.

Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. In der neuesten Ausgabe des statistischen Wochenrückblicks nehmen Ryan Giggs und Frank Rijkaard ganz besondere Rollen ein. Am Rio de La Plata, in Tbilisi und in São Paulo gab es ganz außerordentliche Ereignisse.

758

Einsätze für Manchester United - auf diese unglaubliche Zahl brachte es Bobby Charlton von 1954 bis 1973. Angesichts moderner Trends wie Spielerrotation und viel häufigerer Vereinswechsel konnte man durchaus davon ausgehen, dass diese Bestmarke des ehemaligen englischen Nationalspielers ein Rekord für die Ewigkeit wäre. Doch das hätte geheißen, die Rechnung ohne die Unverwüstlichkeit und Beständigkeit eines gewissen Ryan Giggs zu machen. Am Sonntag zog der 34-jährige Waliser mit Bobby Charlton gleich und stellte gleich noch einen neuen Rekord auf: Mit nunmehr zehn Meistertiteln ist Giggs der erfolgreichste Spieler in der Geschichte der höchsten englischen Spielklasse. Und das Beste? Giggs erreichte diese Meilensteine seiner Karriere nach seiner Einwechslung beim Spiel gegen Wigan Athletic, als er selbst den wichtigen Treffer zum 2:0 für die Schützlinge von Sir Alex Ferguson markierte, mit dem sich ManU an diesem dramatischen letzten Spieltag den 17. englischen Meistertitel sicherte.

59,04

Prozent der 188 Ligaspiele unter Trainer Frank Rijkaard gewann der FC Barcelona in den letzten fünf Spielzeiten. Damit liegt er vor zwei seiner niederländischen Amtsvorgänger im Camp Nou - Rinus Michels und Luis van Gaal - und nur ganz knapp hinter dem Prozentsatz von 59,80, den Barça zwischen 1988 und 1996 unter Johan Cruyff erreichte. Ohne die jüngste Durststrecke der Katalanen (nur ein Sieg in den letzten acht Ligaspielen) wäre somit auch der Rekord der niederländischen Fussballlegende in Gefahr gewesen. Bei den Fans hat sich Rijkaard in seiner Amtszeit großen Respekt verdient - so sehr, dass sie ihn trotz der 2:3-Niederlage seiner Mannschaft gegen RCD Mallorca am Sonntag immer wieder bejubelten, wenn er sich von seinem Trainerstuhl erhob. In Zukunft wird Josep Guardiola den FC Barcelona trainieren. Rijkaard indes wird wegen der glanzvollen Erfolge (zwei Meistertitel und ein UEFA Champions League-Sieg) unvergessen bleiben.

13

lange Jahre waren seit dem letzten Heimsieg des argentinischen Klubs Estudiantes gegen Boca Juniors vergangen. Am vergangenen Samstag ging diese Serie nun zu Ende. Ironischerweise stand beim letzten Heimsieg der Estudiantes 1995 ein junger Spieler namens Juan Sebastian Veron in der Mannschaft, der durchaus seinen Anteil am 2:1-Sieg des Teams hatte. Auch am Samstag gewann die Mannschaft, in der Veron heute der erfahrenste Akteur ist, mit einem Tor Differenz. Ezequiel Maggiolo erzielte den entscheidenden Treffer, der noch aus einem anderen Grund historisch war. Denn 1995 hatte das Spiel im Stadion von Independiente stattgefunden, und bis Samstag hatte Boca in allen vier Partien im Estadio Unico, wo Estudiantes jetzt spielt, triumphiert. Der Preis für die erste Niederlage des Klubs aus Buenos Aires ist hoch: in der Clausura-Meisterschaftsrunde rutschte Boca Juniors auf den sechsten Platz ab und liegt nun vier Punkte hinter den beiden Führenden, Estudiantes und River Plate.

11

Tore in 90 Minuten fielen am Sonntag in einem unvergesslichen Derby in der georgischen Hauptstadt Tbilisi. Letztlich ging der Sieg an Dinamo Tbilisi, doch zuvor hatte Lokomotive drei Mal in Folge den Anschlusstreffer geschafft und war durch zwei Tore in der Schlussphase noch einmal ganz nah heran gekommen. Dinamo Tbilisi ist seit der Unabhängigkeit Georgiens der dominierende Klub in der Umaglesi-Liga Landes und hatte sich bereits in der vergangenen Woche durch einen 1:0-Sieg bei Verfolger Zestafoni den 13. Meistertitel gesichert. Lokomotive dürfte die Saison auf einem Platz im unteren Mittelfeld abschließen. Der letzte Meistertitel des Teams datiert aus dem Jahr 1945.

9

verschiedene Spieler, so viele wie in keinem anderen Spiel der vergangenen Woche, trugen sich bei der Partie zwischen Portuguesa und Figueirense in São Paulo in die Torschützenliste ein. Das Spiel endete mit einem 5:5-Unentschieden. Am vielversprechenden ersten Spieltag der neuen Brasileiro-Saison waren Christian, Patricio, Marcos Aurelio, Diogo, Rodrigo Fabri, Cleiton Xavier, Cesar, Felipe Santana (2) und Bruno Santos erfolgreich. Ganz nebenbei gelang Figueirense dabei die beste Aufholjagd der vergangenen Woche: Die Gäste aus Santa Catarina lagen zur Mitte der zweiten Halbzeit noch mit 2:5 zurück und hatten wenige Minuten vor Schluss noch immer zwei Tore Rückstand. Doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit, als Portuguesa schon den Sieg zur Rückkehr in den landesweiten Wettbewerb feiern wollte, glich Santana noch aus und sicherte seinem Team einen besonders hart erkämpften Punkt.