Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.
Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. In der jüngsten Ausgabe unseres statistischen Wochenrückblicks zollen wir den Torjägerqualitäten der Herren Ronaldo, Sükür und Hoff Tribut und erklären außerdem, warum Crvena Zvezda trotz einer Serie von 29 Spielen ohne Niederlage nicht an der Spitze der serbischen Liga steht.
Tage vor seinem 37. Geburtstag trug sich Hakan Sükür als ältester Torschütze der Woche in die Torjägerliste ein. Er erzielte am Sonntag beim überzeugenden 5:3-Auswärtssieg von Galatasaray Istanbul gegen Sivasspor den fünften Treffer für sein Team. Dem Führenden der ewigen Torschützenliste der türkischen Nationalmannschaft, der im September letzten Jahres den Erstliga-Torrekord von Tanju Colak brach, fehlen nun nur noch zwei Treffer zum Erreichen der magischen 250-Tore-Marke in der SüperLig. Während Sükür noch einmal bestätigt hat, dass er Galatasaray zum Ende der Saison verlassen wird, startet Nacho Camacho, der mit 17 Jahren und 239 Tagen jüngste Torschütze der Woche, gerade in eine vielversprechende Karriere bei Atlético Madrid. Der Mittelfeldspieler traf am Sonntag beim 3:0-Sieg seines Teams gegen Recreativo Huelva gleich zwei Mal und wurde damit nach Fernando Torres zum zweitjüngsten Torschützen von Atlético.
Tore in einer einzigen Saison in allen Wettbewerben, das ist ein Meilenstein, den zuvor nur zwei legendäre Spieler von Manchester United erreicht haben: Denis Law und Ruud van Nistelrooy. Am Samstag tat Cristiano Ronaldo es ihnen gleich. Law, der zweitbeste Torschütze aller Zeiten der Red Devils konnte diesen Erfolg in der Saison 1963/64 verbuchen. Damals erzielte er insgesamt 46 Treffer, eine Ausbeute, die danach kein Spieler in Old Trafford mehr erreichen sollte. Ruud van Nistelrooy war vor fünf Jahren jedoch schon ganz nah dran. In der Saison 2002/03 erzielte der Niederländer 44 Tore in 52 Partien - die produktivste Saison seines fünfjährigen Intermezzos bei Manchester. Da sein Verein in dieser Saison nur noch zwei Spiele austragen wird, eins davon das Finale der UEFA Champions League, ist es eher unwahrscheinlich, dass Ronaldo an Law oder van Nistelrooy herankommen wird. Dennoch kann Englands Spieler des Jahres stolz darauf sein, den von George Best aufgestellten und seit 40 Jahren bestehenden Torrekord eines Nicht-Stürmers gebrochen zu haben.
Spiele in Folge ohne Niederlage sollten doch wohl ausreichen, um jede Mannschaft an die Spitze der jeweiligen Liga zu katapultieren, oder? Nicht in Serbien. Dort hat Crvena Zvezda genau diese Positivserie hingelegt und in der gesamten Saison kein einziges Spiel verloren. Dennoch steht Partizan Belgrad an der Spitze der Superliga, mit drei Punkten Vorsprung bei noch ebenso vielen ausstehenden Spielen. Da beide Anwärter auf den serbischen Titel am Wochenende ihre Auswärtsspiele mit 1:0 gewonnen haben, sieht im Moment alles danach aus, als würde Partizan den ersten Meistertitel seit 2005 erringen. Das Team hat mehr Siege und weniger Unentschieden zu verzeichnen.
Jahre nach der letzten erfolgreichen Titelverteidigung hat Real Madrid am Sonntag bereits drei Spieltage vor Schluss den spanischen Meistertitel perfekt gemacht. Mit diesem Titel, den man sich nach einem hart erkämpften 2:1-Sieg gegen Osasuna sicherte, baut Real seine historische Dominanz der spanischen Liga weiter aus. Der Verein hat nun bereits 31 Meistertitel vorzuweisen und stellt damit den Erzrivalen FC Barcelona (18 Titel) ganz klar in den Schatten. Wenn Barças frustrierte Fans nun allerdings glaubten, in dieser Saison bereits in der Talsohle angekommen zu sein, dann täuschten sie sich. Vor dem heute Abend stattfindenden Klassiker im Bernabéu-Stadion werden sie nun auch noch mit ansehen müssen, wir Ihre eigene Mannschaft Spalier steht, um dem neuen Meister zu applaudieren.
Erstligatore haben Robbie Keane und Dimitar Berbatov, die beiden Stürmer von Tottenham Hotspur, jeweils auf dem Konto. Damit gehören sie zu den erfolgreichsten Sturmduos in der Geschichte der englischen Premier League. Seit Ruud van Nistelrooy und Wayne Rooney in der Saison 2005/06 21 bzw. 16 Treffer erzielten, war kein Stürmerpaar mehr so erfolgreich. Keane besiegelte die 30 Treffer am Samstag mit dem entscheidenden Tor zum 1:0-Auswärtssieg gegen Reading. Seit zehn Jahren war kein Stürmerduo von einem anderen Klub als Manchester United mehr so produktiv. In der Saison 1997/1998 setzten Chris Sutton und Kevin Gallagher von den Blackburn Rovers mit insgesamt 34 Treffern die Bestmarke. Allerdings hat Tottenham bereits zum dritten Mal ein so beeindruckendes Duo vorzuweisen. Keane und Berbatov treten in die Fußstapfen der erfolgreichen Sturmpartnerschaften Jürgen Klinsmann-Teddy Sheringham (94/95) und Sheringham-Chris Armstrong (95/96).
Minuten brauchte Espen Hoff, um den schnellsten Hattrick der Woche zu erzielen. Der offensive Flügelspieler von Lyn Oslo markierte die drei Treffer von der 40. bis zur 50. Spielminute und verhalf seiner Mannschaft damit zu einem 4:0-Erfolg gegen Aalesunds FK. Der 26-Jährige, der bereits zwei Mal in der norwegischen Nationalmannschaft zum Einsatz kam, hat in dieser Saison nun insgesamt fünf Tore auf dem Konto. Vier davon (und zwei der Hattrick-Tore von diesem Wochenende) wurden allerdings vom Elfmeterpunkt aus erzielt. Nach sechs Spieltagen rangiert Lyn Oslo nun auf Platz drei, vier Punkte hinter dem derzeitigen Tabellenführer Stabaek IF.
Die weiteren Hattrick-Schützen der Woche waren Arda Turan (Galatasaray Istanbul), Florentin Petre (ZSKA Sofia) und Ismael Bangoura, der aus Guinea stammende Stürmer von Dynamo Kiev.
