Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es jede Woche, in jeder Liga und bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen.

Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen, und nimmt die größten Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche eingehend unter die Lupe. In unserem aktuellen Rückblick widmen wir uns den Meisterschaften in Ägypten und Belgien, einem neuen Rekord im deutschen Fussball sowie der Meisterschaft in Uruguay, wo ein Team wie Phönix aus der Asche auferstand.

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Jahre nach dem ersten Titelgewinn konnte die ägyptische Mannschaft von Al Ahly ihre beeindruckende Sammlung von 32 Meisterschaften um einen weiteren Titel erweitern und zudem die vierte Meisterschaft in Folge feiern. Am Montag reichte der Spitzenmannschaft aus Kairo ein Unentschieden gegen Baladeya, um Zamalek vor den noch ausstehenden fünf Spieltagen uneinholbar auf den zweiten Platz zu verweisen. Zudem könnte man die Meisterschaft noch ungeschlagen beenden, nachdem man es in den bisherigen 25 Spielen auf 19 Siege und sechs Unentschieden gebracht hat. Die Fans von Zamalek dürfte es ganz besonders schmerzen, dass der Erzrivale nun sage und schreibe drei Mal so oft den Titelgewinn feiern konnte, wie Zamalek selbst, das 2004 die letzte von elf Meisterschaften gewann.

20.

April 2008: Dieses Datum wird für immer in die Vereinsgeschichte von Standard Lüttich eingehen, nach dem die Mannschaft nach einer 25-jährigen Durststrecke erstmals wieder die Meisterschaft gewinnen konnte. Standard Lüttich ist einer der großen Stars unserer statistischen Wochenrückblicke. Die Lütticher bringen es auf nicht weniger als 31 Spiele ohne Niederlage und machten am Sonntag mit dem entscheidenden 2:0-Sieg gegen den Tabellenzweiten RSC Anderlecht die Meisterschaft perfekt. Dieumerci Mbokani erzielte beide Treffer seiner Mannschaft und beendete die viertlängste Zeit zwischen zwei Titelgewinnen in der belgischen Fussballgeschichte. Lediglich drei Spiele trennen die Lütticher noch davon, nach Union Saint-Gilloise 1934 die erste Mannschaft zu werden, die eine gesamte Saison ohne Niederlage beendet.

18

Punkte aus sechs Spielen sorgen dafür, dass der überraschende Tabellenführer der russischen Liga Rubin Kazan weiterhin ein komfortables Polster hat. Mit dem Treffer von Kapitän Sergei Semak setzte sich das Team am Sonntag gegen Amkar Perm durch. Damit liegt man nunmehr vier Punkte vor Dynamo Moskau und volle elf Punkte vor dem amtierenden Meister Zenit St. Petersburg. Kazan kam in der letzten Saison nicht über den zehnten Platz hinaus, aber die Verpflichtung der erfahrenen Savo Milosevic und Sergei Rebrov gegen Saisonende trugen dazu bei, dass die Mannschaft von Trainer Kurban Berdyyev seit Beginn der diesjährigen Spielzeit für Furore sorgt.

11

Rote Karten wurden an diesem Wochenende in der Serie A verteilt - so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Den größten Anteil daran hatten die vier Platzverweise beim 2:1-Auswärtssieg von Neapel in Parma. Es war das sechste Mal in den vergangenen zehn Spielzeiten, dass vier Spieler einer Partie des Feldes verwiesen wurden. In der Partie zwischen Lazio und Cagliari gab es ebenfalls vier Platzverweise, bei denen es sich jedoch jeweils um Gelb-Rot handelte. Die Platzverweise gegen Leandro Rinaudo (Palermo), Gaetano De Rosa (Genua) und Tomas Zapotocny (Udinese) trugen das ihre zu diesem unrühmlichen Spieltag im italienischen Fussball bei.

6

Pokalsiege stellen einen neuen Rekord im deutschen Fussball dar. Diese Marke erreichte der Titan Oliver Kahn am Sonntag. Der 38-jährige Torhüter des FC Bayern München ging mit bereits fünf Erfolgen auf dem Konto in das Finale gegen Borussia Dortmund. Diesen Rekord teilte er sich mit seinen früheren Mannschaftskollegen Bixente Lizarazu und Mehmet Scholl. Nach dem späten Ausgleich der Dortmunder sah es zunächst so aus, als könnten diese ihrem alten Rivalen den Erfolg noch streitig machen. Dann war jedoch Luca Toni mit seinem Treffer in der Verlängerung zur Stelle und sicherte den Bayern den 14. Pokalsieg und einen weiteren Meilenstein in der illustren Karriere des Ausnahmetorhüters und Kapitäns.

3

Tore lag die Mannschaft von Nacional kurz vor der Pause bereits beim Tabellenführer River Plate zurück, der damit seinen Vorsprung in der uruguayischen Meisterschaft auf vier Punkte hätte ausbauen können. Ein Treffer von Richard Morales unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff gab den Gästen im Stadtderby von Montevideo jedoch neue Hoffnung und so kam es schließlich zur beeindruckendsten Aufholjagd dieser Woche. Am Ende sollte Nacional gegen River Plate nicht nur den Rückstand von drei Toren wettmachen, sondern sogar einen triumphalen 6:3-Sieg einfahren, mit dem man den zuvor ungeschlagenen Gegner zudem von der Tabellenspitze verdrängte.