Im statistischen Wochenrückblick berichtet FIFA.com dieses Mal von einem Zehn-Tore-Spektakel in Frankreich, von Erfolgsgeschichten aus den Niederlanden und Kenia sowie von zwei bemerkenswerten Torjägern.
Tore, zu gleichen Teilen von Olympique Lyon und Olympique Marseille erzielt, sorgten dafür, dass die beiden französischen Spitzenklubs den 77 Jahre alten Rekord für das torreichste Unentschieden in der Geschichte der Ligue 1 einstellten. Das 5:5-Unentschieden im Stade Gerland vom Sonntag war bereits das fünfte Remis in dieser Höhe seit der Einführung der Ligue 1 im Jahr 1932. Das erste gab es am 11. Dezember im Gründungsjahr der Liga zwischen AS Cannes und SC Fives, dem Vorläufer von OSC Lille. Danach gab es das gleiche Resultat 1933 zwischen Club Francois und Racing Club de Paris, 1937 zwischen AS Cannes und Red Star Olympique sowie 1957 zwischen OGC Nice und OSC Lille. Damit sind OL und OM seit über einem halben Jahrhundert die ersten Teams, die sich mit einem derart torreichen Remis getrennt haben. Doch es gab in der vergangenen Woche noch eine weitere Partie mit zehn Treffern: In Lettland siegte Liepajas Metalurgs mit 8:2 gegen PFK/Daugava.
Monate und 29 Spiele sind seit der letzten Niederlage von PSV Eindhoven vergangen. Damit stehen die Niederländer kurz vor einem neuen Vereinsrekord. Wenn die Mannschaft von Fred Rutten noch zwei weitere Spiele ohne Niederlage übersteht, wäre die Serie von 31 Partien erreicht, die 1974/75 von der Mannschaft aufgestellt wurde, die zwei Mal in Folge den Meistertitel der Eredivisie holte. In dem Fall würde die Mannschaft einem weiteren, knapp verpassten Rekord wohl kaum noch hinterher trauern. Denn beim 1:1-Unentschieden gegen den FC Kopenhagen erzielte Jesper Gronkjaer am vergangenen Donnerstag in Dänemark vom Elfmeterpunkt aus den Führungstreffer für die Dänen. Damit ging eine Serie von sieben Spielen ohne Gegentor für Eindhoven zu Ende - ein Spiel weniger, als der Klubrekord.
Minuten nur benötigte Davor Vugrinec für den schnellsten Hattrick der Woche. Trotzdem fand sich der ehemalige kroatische Nationalspieler am Ende auf der Verliererseite wieder. Der 34-jährige Stürmer von NK Zagreb schlug von der 35 bis zur 41 Minute gleich drei Mal zu und glich damit jeweils einen Rückstand seiner Mannschaft aus. Doch am Ende blieb NK Osijek mit 5:3 doch noch Sieger. Damit hat NK Zagreb aus einer herausragenden Leistung von Vugrinec erneut kein Kapital schlagen können. Der ehemalige Star von US Lecce und Veteran der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2002™ hat bei seinen letzten vier Einsätzen nicht weniger als sechs Tore erzielt. Dennoch bleibt sein Klub NK Zagreb nach elf Niederlagen in 14 Spielen weiterhin Schlusslicht der kroatischen 1. HNL.
Tore in vier Spielen der belgischen Jupiler League beweisen eindrucksvoll, dass Romelu Lukaku eines der vielversprechendsten Talente im europäischen Fussball ist. Das 16-jährige Wunderkind von RSC Anderlecht wurde schon vor dieser Erfolgsserie mit einigen der größten Klubs Europas in Verbindung gebracht. Am Sonntag erzielte er nach seiner Einwechslung in der Partie bei Racing Genk erneut einen Treffer. Lukaku ist kongolesischer Abstammung. Auch sein Vater war ein erfolgreicher Spieler in der höchsten belgischen Liga. Romelu Lukaku hat in seinen bisherigen elf Einsätzen in der ersten Mannschaft sechs Treffer erzielt, obgleich er nur fünf Mal von Anfang an dabei war. Der Star der belgischen U-21-Auswahl hatte im Juniorenbereich eine Quote von mehr als einem Treffer pro Spiel erreicht. Für die Titelambitionen seines Klubs ist er von größter Bedeutung. Derzeit liegt Anderlecht mit zwei Punkten vor Club Brugge und sieben Punkten vor Titelverteidiger Standard Lüttich an der Tabellenspitze.
Erstliga-Saison, 1 Meistertitel - mit dieser beneidenswerten Bilanz wird der Klub Sofapaka aus Nairobi seine erste Saison in der kenianischen Premier League abschließen. Der Liganeuling, der erst vor fünf Jahren gegründet wurde, sicherte sich den Titel bereits am Samstag, dem vorletzten Spieltag, durch einen klaren 3:0-Auswärtssieg bei den Red Berets. Mit diesem Erfolg, der Sofapaka vor dem letzten Spieltag einen Vorsprung von sechs Punkten bescherte, krönte die Mannschaft eine spektakuläre Saison, in der das Team wegen seines attraktiven Angriffsfussballs von allen Seiten viel Lob geerntet hat. Der Gewinn der Meisterschaft ist der vorläufige Höhepunkt eines raketengleichen Aufstiegs, der sich bereits mit dem sensationellen Pokalsieg 2007 ankündigte, als Sofapak noch in der zweiten Liga spielte.
