Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen. Aus diesem Grund wirft FIFA.com jede Woche einen Blick auf die Zahlen hinter den Ergebnissen.

In dieser Woche dreht sich alles um die Qualifikationsspiele zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Dabei rücken Argentinien, Russland, die Slowakei und Spanien in den Mittelpunkt, ebenso wie ein bulgarischer Stürmer, der seinem Ruf als großer Star wieder einmal gerecht wurde.

38

Minuten brauchte der bulgarische Stürmer Dimitar Berbatov lediglich, um in der Partie gegen Georgien den schnellsten Hattrick der gesamten europäischen WM-Qualifikation für Südafrika 2010 zu erzielen. Als er sieben Minuten vor der Pause seinen dritten Treffer markierte, verbesserte der Stürmer von Manchester United damit den Rekord des Israelis Elyaniv Barba, der beim 7:0-Sieg gegen Luxemburg im vergangenen Monat noch 44 Minuten für seinen Hattrick benötigte. Doch im globalen Vergleich liegt Berbatov hinter dem Usbeken Maxim Shatskikh, der bei einem 9:0-Erfolg gegen Chinese Taipei im Oktober 2007 noch vier Minuten weniger für drei Treffer benötigte und damit den Rekord in der Asien-Zone aufstellte. Beide sind indes weit von der Leistung des Stürmers Roy Krishna von Fidschi entfernt, der bei einem 16:0-Sieg gegen Tuvalu schon nach 22 Minuten alles klar gemacht hatte.

18

WM-Endrunden gab es bisher, und alle hatten eines gemeinsam, nämlich mindestens einen Debütanten. Zeitweilig schien es, als könnte Südafrika 2010 in dieser Hinsicht eine Ausnahme werden, doch dann sicherte sich die Slowakei mit einem Sieg in Polen am letzten Spieltag doch noch die Teilnahme. Die Mannschaft von Vladimir Weiss hält damit eine Tradition aufrecht. Allerdings könnten mit Bahrain, Gabun und Bosnien-Herzegowina noch weitere Debütanten hinzukommen, denn für alle drei ist das Rennen um einen Platz bei der Endrunde im kommenden Jahr noch nicht beendet. Nur bei einer früheren Endrunde gab es einen einzelnen Debütanten: 1950 in Brasilien war England als einziges Team erstmals dabei. 2006 in Deutschland hingegen gab es gleich sechs Teams, die ihr Debüt feierten, nämlich Angola, die Elfenbeinküste, Ghana, Trinidad und Tobago, Togo und die Ukraine. Die Tschechische Republik sowie Serbien und Montenegro traten erstmals als eigenständige Nationen an.

10

Siege in ebenso vielen Spielen bedeuten für Spanien einen Platz in den Geschichtsbüchern der WM-Qualifikation. Nur zwei europäischen Nationen, nämlich der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden, war es zuvor jemals gelungen, eine WM-Qualifikation ohne Punktverlust zu absolvieren, allerdings nicht mit so vielen Spielen. Die Westdeutschen schafften dies vor der WM 1982 über acht Partien und die Niederlande in der aktuellen Qualifikation für 2010, allerdings ebenfalls nur über acht Partien und damit zwei weniger als La Roja. Das einzige europäische Land, das sich bisher mit zehn Siegen in Folge für ein großes internationales Turnier qualifizieren konnte, war die Tschechische Republik für die UEFA EURO 2000. Trotz fünf Treffern in der letzten Partie in Bosnien-Herzegowina verpasste Spanien die Auszeichnung als torgefährlichste Mannschaft. Die Engländer, die bis zum vorletzten Spieltag ebenfalls eine blütenweiße Weste hatten, erzielten noch sechs Tore mehr, nämlich 34.

10

WM-Teilnahmen in Folge: diese Marke erreichte Argentinien am Mittwoch mit einem dramatischen Sieg in Uruguay. Mittelfeldspieler Mario Bolatti von AC Huracan wurde dabei zum Helden eines ganzen Volkes, als er gerade einmal vier Minuten nach seiner Einwechslung einschoss und damit dafür sorgte, dass die Albiceleste sich auch weiterhin für jedes FIFA WM-Turnier seit 1974 qualifiziert hat. Nur Italien (13), Deutschland (15) und natürlich Brasilien, das sich für alle 19 Auflagen der WM qualifiziert hat, können eine bessere Qualifikationsbilanz vorweisen als Argentinien. Doch der knappe Sieg in Uruguay reichte für die Schützlinge von Diego Maradona nicht mehr, um zu verhindern, dass Argentinien erstmals seit der Einführung des aktuellen Austragungsmodus mit allen zehn CONCACAF-Ländern in einer Gruppe 1998 nicht unter den ersten zwei Teams landete.

2

europäische Nationen, nämlich Italien und Spanien, haben in der WM-Qualifikation weiterhin keine einzige Niederlage kassiert. Russland gehörte bis zum vergangenen Samstag ebenfalls dazu, musste aber dann eine historische Niederlage einstecken. Zuvor waren die Russen in 50 WM-Qualifikationsspielen ungeschlagen geblieben, von denen sie 43 gewonnen hatten. Gegen Deutschland, das seinerseits eine beeindruckende Serie zu verteidigen hatte, war aber dann die erste Niederlage für die Russen gekommen. Deutschland wiederum hat noch nie ein WM-Qualifikationsspiel im Ausland verloren. Nicht zuletzt dank des Treffers von Miroslav Klose blieb es auch im 37. Spiel dabei. Der Stürmer vom FC Bayern München erzielte sein 48. Länderspieltor für Deutschland und zog damit an Rudi Völler und Jürgen Klinsmann vorbei auf den zweiten Platz in der ewigen Torjägerliste. Bis zum legendären Gerd Müller fehlen ihm allerdings noch 21 Treffer.