Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen. Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen.

Naturgemäß nimmt die Fortsetzung der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 im Rückblick dieser Woche eine besondere Stellung ein. Dabei gab es für Uruguay und Schweden bittere Stunden, während die australische Defensive und ein Torjäger aus Burkina Faso Fussballgeschichte schrieben. Doch es wäre verfehlt, nicht mit der Zahl zu beginnen, über die im Moment die ganze Fussballwelt spricht.

65

Millionen Euro - diese Transfersumme machte den Brasilianer Kaká in dieser Woche zum zweitteuersten Fussballer aller Zeiten. Den ersten Platz belegt weiterhin der französische Superstar Zinédine Zidane, für den Real Madrid am 9. Juni 2001 den Betrag von 75,8 Millionen Euro auf das Konto von Juventus Turin überwies. Der neue Klub Kakás stand damit hinter den drei teuersten Transfers der Fussballgeschichte, denn auch Luis Figo wurde im Jahr 2000 vom FC Barcelona in die spanische Hauptstadt geholt - mit 61,3 Millionen Euro belegt dieser Transfer Platz drei. Vergleiche mit Zidane sind angesichts der Parallelen fast unvermeidlich. Doch Kaká, der nun vor Ronaldo (45 Millionen Euro) der teuerste Brasilianer aller Zeiten ist, wies schnell Gerüchte zurück, er werde bei Real Zidanes Rückennummer fünf tragen. "Ich werde mir Zeit für die Wahl lassen und die Nummern respektieren", sagte er. "Ich bin dankbar für den Vorschlag, die fünf zu nehmen, doch Zidane ist Zidane. Ich will versuchen, meine eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben."

55

Minuten braucht Momouni Dagano offenbar, um in WM-Qualifikationsspielen auf Betriebstemperatur zu kommen. Der überaus erfolgreiche Torjäger, mit zehn Treffern in acht WM-Qualifikationsspielen derzeit bester Torschütze der Afrika-Zone, hat seine letzten sieben Tore alle zwischen der 55. und der 80. Minute erzielt. Am Samstag erwies sich der 28-Jährige erneut als Matchwinner für Burkina Faso, als er in Malawi den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg erzielte, mit dem sein Team in der Gruppe E die gemeinsame Tabellenführung mit der Elfenbeinküste verteidigte. Dagano liegt drei Treffer vor Razak Omotoyossi aus Benin und sogar vier Tore vor Samuel Eto'o und Frederik Kanoute.

52

Jahre nachdem Uruguay sein erstes WM-Qualifikationsspiel bestritt, erlitt die Celeste am Samstag ihre höchste Heimniederlage aller Zeiten in diesem Wettbewerb. Bislang hatte Uruguay in einem halben Jahrhundert nur sechs Heimspiele in der WM-Qualifikation verloren. Nun gab es eine 0:4-Schlappe durch die überwältigend effizienten Brasilianer. Mit einem solchen Ergebnis (dem dritthöchsten Auswärtssieg in einem WM-Qualifikationsspiel für Brasilien) hatte niemand gerechnet. Schließlich hatte Brasilien von allen bisher beim südlichen Nachbarn absolvierten Länderspielen nur drei für sich entscheiden können.

6

Spiele ohne Gegentor in Folge legten für Australien den Grundstein für den Erfolg in der WM-Qualifikation für Südafrika 2010. Die Australier haben seit 619 Minuten kein Tor mehr kassiert. Das 0:0 in Katar vom Samstag war das insgesamt neunte Spiel ohne Gegentreffer in der WM-Qualifikation. Die Socceroos werden zum ersten Mal in ihrer Geschichte zwei Mal in Folge beim größten Fussballturnier der Welt dabei sein. Mark Schwarzer kann auf 540 Minuten ohne Gegentor zurückblicken. Als der Chinese Sun Xiang am 22. Juni 2008 als vorerst letzter Spieler die australische Defensive knackte, stand nicht Schwarzer im Tor, sondern Michael Petkovic.

0

ist eine Zahl, die den schwedischen Fussballfans immer schmerzlicher vertraut wird. In vier der fünf bislang absolvierten Spiele im Rahmen der WM-Qualifikation konnten die Schweden keinen Treffer erzielen. Es sind bereits volle neun Monate vergangen, seit Kim Kallstrom und Samuel Holmen beim 2:1-Sieg gegen Ungarn die letzten Tore für Schweden in der WM-Qualifikation gelangen. Die mangelnde Torausbeute hat dazu geführt, dass die Schützlinge von Lars Lagerback sich in der Gruppe 1 in einer überaus heiklen Situation befinden. Die 0:1-Niederlage gegen Dänemark, gegen das Lagerback in den vergangenen fünf Spielen nicht verloren hatte, ließ Schweden auf dem vierten Platz der Tabelle verharren, mit zehn Punkten Rückstand auf Dänemark und immerhin noch sieben auf den Tabellenzweiten Ungarn. Bei drei der letzten vier FIFA WM-Turniere konnten die Schweden die Gruppenphase überstehen. Umso erstaunlicher ist die jetzige Torflaute, die vollends unbegreiflich wird, wenn man bedenkt, dass mit Zlatan Ibrahimovic, Johan Elmander und Henrik Larsson echte Meister ihres Fachs die schwedische Offensivabteilung bilden. Doch Ibrahimovic, der in der gerade beendeten Saison in der italienischen Serie A mit 25 Treffern für Inter Mailand Torschützenkönig wurde, muss nicht weniger als 361 Tage zurück blicken, um seinen letzten Treffer im gelben Nationaltrikot zu finden.