Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen. Aus diesem Grund wirft FIFA.com jede Woche einen Blick auf die Zahlen hinter den Ergebnissen.
Im Mittelpunkt der statistischen Zusammenfassung dieser Woche steht die Fortsetzung der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Aber auch Martin O'Neills "März-Fluch", Samuel Eto'os Torausbeute und das argentinische Trainerkarussell sind durchaus erwähnenswert.
gemeinsame WM-Qualifikationsspiele machen Mexiko und Costa Rica zu den erfahrensten Teilnehmern der WM-Qualifikation. Kein anderes Land hat mehr Qualifikationsspiele bestritten als Mexiko (132), während die Ticos, die Gegner von El Tri am kommenden Wochenende, bislang insgesamt 129 Partien absolvierten. Die Elf von Sven-Göran Eriksson möchte endlich seine seit sechs Monaten andauernde Negativserie von vier sieglosen Spielen beenden: Sowohl Jamaika als auch Honduras und die USA blieben gegen die Mexikaner ohne Gegentreffer. Eriksson kann gegen Costa Rica jedoch auf einen großen Vorteil bauen: das Azteken-Stadion. In der mexikanischen Fussball-Kathedrale musste die Heimmannschaft bei WM-Qualifikationsspielen in 43 Jahren nur eine einzige Niederlage hinnehmen. Allerdings kassierte man diese historische Niederlage ausgerechnet gegen den Gegner vom kommenden Samstag.
Tore in der WM-Qualifikation sind eine Rekordmarke, die sowohl Deutschland als auch Iran am kommenden Wochenende anstreben. 18 Jahre nachdem Klaus Fischer die 100-Tore-Marke bei einem 8:0-Kantersieg über Albanien gebrochen hatte, benötigen die Deutschen nur noch einen Treffer, um sich über das nächste Jubiläumstor freuen zu können. Iran hingegen benötigt in Teheran zwei Treffer gegen Saudiarabien, um dieselbe Rekordmarke zu erreichen und somit den Abstand zur zweitplatzierten DVR Korea zu verringern. Die Nordkoreaner streben jedoch ebenfalls einen Rekord an: Mit drei Treffern gegen die Vereinigten Arabischen Emirate könnte man in Pjöngjang die 100-Tore-Marke erreichen.
Jahre sind nun vergangen, seitdem Martin O'Neill im März ein Premier-League-Spiel gewinnen konnte. Nach der 0:5-Niederlage von Aston Villa an der Anfield Road am vergangenen Samstag muss der Ire zumindest ein weiteres Jahr warten, um diesen Fluch zu beenden. Der letzte Erfolg von O'Neill in diesem besonderen Monat datiert vom 26. März 2000, als er mit Leicester City einen Sieg über Leeds United feierte. In insgesamt zwölf März-Spielen als Villa-Trainer verbuchte er fünf Unentschieden und sieben Niederlagen. Das ist angesichts der viel bewunderten Wandlung des ehemaligen Managers von Celtic Glasgow im Villa Park eine beachtliche Statistik, die Aston Villa teuer zu stehen kommen könnte. Die Mannschaft aus Birmingham erweckte noch bis vor Kurzem den Anschein, als könnte sie die Vormachtstellung der "Großen Vier" brechen, doch nach den schlechten Ergebnissen im März und aufgrund des wiedererstarkten FC Arsenal haben die Gunners im Kampf um den vierten UEFA Champions League-Platz nun die besseren Karten.
Spieltage sind in der argentinischen Clausura-Meisterschaft absolviert und bereits sechs Trainer wurden entlassen oder warfen von sich aus das Handtuch. Die jüngsten Entlassungen erfolgten am vergangenen Wochenende, als sowohl Osvaldo Santoro von Independiente als auch Jorge Burruchaga von Banfield den Hut nehmen mussten. Die Tatsache, dass die Mannschaften von Santoro und Burruchaga jeweils überzeugende Siege einfahren konnten, unterstreicht die Turbulenzen, mit denen man als Trainer in dieser Liga zu rechnen hat. Die anderen Trainerwechsel gab es bei Gimnasia de Jujuy, Racing Club, Rosario Central und Estudiantes de La Plata. Über die gesamte Saison gesehen sitzt bei nur sieben der 20 Erstligaklubs derselbe Mann wie zu Beginn der Apertura-Meisterschaft 2008 auf der Bank.
Tore gegen CF Málaga am vergangenen Sonntag erhöhten das Torkonto von Samuel Eto'o im Dress des FC Barcelona bereits auf 123 Treffer, womit der Kameruner zu den fünf besten Barça-Torschützen aller Zeiten zählt. Mit seinem Doppelpack übertraf der 28-Jährige die Bestmarken von Patrick Kluivert und Carles Rexach und benötigt nur mehr einen weiteren Treffer, um auch Mariano Martin zu überholen und somit auf Platz vier der ewigen Torschützenliste der Katalanen vorzustoßen. Das nächste Ziel ist die 130-Tore-Marke von Rivaldo, während das Erreichen des zweitplatzierten Ladislao Kubala (196) und des besten Barça-Torjägers aller Zeiten - Cesar, der in den Vierziger- und Fünfzigerjahren insgesamt 235 Treffer für La Blaugrana erzielte - ein schwieriges Unterfangen darstellen dürfte. Ein Titel, der jedoch durchaus in Reichweite zu sein scheint, ist die spanische Pichichi-Auszeichnung für den besten Torschützen der Saison. Auf seine größten Herausforderer Diego Forlán, David Villa und Lionel Messi hat Eto'o (25) zurzeit sechs Treffer Vorsprung.
