Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen. Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen.
In dieser Woche stehen einerseits die Angreifer und andererseits die Defensivkräfte im Mittelpunkt des Rückblicks. Samuel Eto'o und Adrian Mutu erhalten Lob für ihre überaus torgefährlichen Auftritte, während die grundsolide Defensive der Australier ebenso gewürdigt wird, wie der neue Rekord des englischen Torhüters David James.
Einsätze in der englischen Premier League machen Torhüter David James zum neuen Rekordhalter. Durch seinen Einsatz gegen Manchester City am Samstag, bei dem er im Übrigen ohne Gegentor blieb, überbot der Veteran im Tor des FC Portsmouth die bisherige Bestmarke des Walisers Gary Speed, die der Mittelfeldspieler in den 15 Jahren seiner Erstliga-Karriere aufgestellt hatte. Ryan Giggs, der derzeit mit 513 Einsätzen auf dem dritten Platz liegt, stellt noch am ehesten eine Bedrohung für den neuen Rekord von James dar. Dessen Mannschaftskamerad Sol Campbell bringt es derzeit auf 471 Einsätze. Der 38-jährige Torhüter will indes seinen Rekord noch weiter verbessern und damit eine Bestmarke setzen, die künftigen Spielergenerationen als Anreiz dienen soll.
Tore in der Liga hatten bis Samstag nur zwei Spieler in der langen und glorreichen Geschichte des FC Barcelona zu Buche stehen. Der erste, der diese Marke erreichte, war Cesar Rodriquez, der es von 1942 bis 1954 auf insgesamt 195 Treffer brachte. Der Ungar Ladislao Kubala erzielte von 1951 bis 1961 insgesamt 131 Liga-Treffer für die Katalanen. Samuel Eto'o ist noch nicht einmal fünf Jahre im Camp Nou, und es spricht für die außerordentliche Torgefährlichkeit des Kameruners, dass er am Samstag beim 2:2-Unentschieden gegen Real Betis Sevilla seine Treffer Nummer 99 und 100 im blau-roten Trikot erzielen konnte. Dies war jedoch keineswegs der einzige Torrekord in der spanischen Liga: Raúl, der schon vor zwei Wochen die Bestmarke von Alfredo di Stefano erreicht hatte, übertraf den Rekord der Fussballlegende mit seinen Treffern 308 und 309 für Real Madrid.
Minuten nur brauchte Adrian Mutu für den schnellsten Hattrick der Woche, mit dem er am Sonntag für eine unglaubliche Aufholjagd des AC Florenz sorgte. Spätestens nach dem 3:0 für Gastgeber CFC Genua in der 55. Minute sah alles nach einer herben Niederlage für die Fiorentina aus. Doch vier Minuten später lieferte Mutu mit einem verwandelten Elfmeter den Startschuss zu einer unglaublichen Schlussphase. Zehn Minuten später schlug der Rumäne erneut zu, und in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang ihm tatsächlich noch der dramatische Ausgleichstreffer. Mit seinen drei Treffern hielt er AC Florenz nicht nur mit einem Punkt Vorsprung vor Genua auf dem vierten Tabellenplatz, sondern katapultierte sich selbst auch in der Torschützenliste auf den siebten Platz, den er sich nun mit Alexandre Pato und Kaká teilt. Mit elf Treffern liegen diese drei indes noch fünf Tore hinter dem derzeit besten Torschützen, Marco Di Vaio vom FC Bologna.
Jahre lang hatte Japan in allen Heimspielen im Rahmen der FIFA WM-Qualifikation stets mindestens ein Tor erzielt. Am Mittwoch nun ging diese Serie gegen die defensiv einfach nicht zu knackenden Australier von Trainer Pim Verbeek zu Ende. Die Socceroos haben unter ihrem niederländischen Coach in den letzten vier Qualifikationsspielen (seit insgesamt 439 Minuten) kein einziges Tor hinnehmen müssen. Mit dem 0:0-Unentschieden von Yokohama gelang es erstmals seit Hongkong 1989 wieder einer Mannschaft, Japan ohne ein Gegentor zu verlassen. Der Punktgewinn bedeutete mit Verbeeks eigenen Worten einen "großen Schritt" in Richtung Südafrika 2010. Australien hat nach der Hälfte der letzten Qualifikationsrunde weiterhin zwei Punkte Vorsprung auf Japan und darüber hinaus in drei der vier verbleibenden Qualifikationsspiele Heimrecht.
Siege in Folge in WM-Qualifikationsspielen halten Costa Rica auf Kurs zur WM in Südafrika. Nachdem die Costa-Ricaner es in der vorangegangenen Qualifikationsrunde bereits auf sieben Siege in Folge gebracht hatten, sorgte Andy Furtado mit seinem Doppelschlag am Mittwoch gegen Honduras für eine Fortsetzung der Serie der Mittelamerikaner, bei denen vor der Amtsübernahme durch Rodrigo Kenton viel Sand im Getriebe war. Die USA brachten es mit dem 2:0-Sieg gegen Mexiko sogar auf zehn Siege in Folge. Die Mexikaner hingegen erleben zum dritten Mal in ihrer Fussballgeschichte eine Negativserie von vier WM-Qualifikationsspielen ohne Sieg. Für die Fans von El Tri dürfte es angesichts dieser Situation kaum tröstlich sein, dass ihre Mannschaft weiterhin die längste Siegesserie in der Region aufweisen kann: von 1934 bis 1957 schafften die Mexikaner insgesamt 13 Siege in Folge.
