Eigentlich ist Fussball ein ganz simples Spiel: Es gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt. Und doch gibt es bei jedem einzelnen Spiel verblüffende statistische Details, die das schönste aller Spiele zu einem fantastischen Spektakel machen. Daher wirft FIFA.com wöchentlich einen Blick auf die Zahlen, die sich hinter den Ergebnissen verbergen.
Im statistischen Rückblick dieser Woche geht es um Torrekorde in der spanischen Liga, einen ausgabenreichen Monat in England, den ewig jungen Pavel Nedved sowie um Ghanas erfolgreiche U-20-Auswahl.
Tore in der spanischen Liga. Diesen Meilenstein erreichte der FC Barcelona am Sonntag, als man bei Racing Santander einen Rückstand aufholte und am Ende den neunten Ligasieg in Folge einfuhr. Ein schönes Detail am Rande: Der Treffer fiel zwei Wochen vor dem 80. Jahrestag des ersten Tors der Katalanen in der Primera División. Torschütze war damals Manuel Parera. Das 5000. Tor erzielte Lionel Messi, der es sicherlich verdient hat, in die Geschichte einzugehen. Der Argentinier hat inzwischen Kultstatus erreicht und präsentiert sich derzeit in Hochform. Nachdem er mit Barcelonas 4999. Treffer in der Liga bereits den Ausgleich erzielt hatte, bescherte er seinem Klub mit einem schönen Volleyschuss die volle Punkteausbeute - und erreichte einen beachtlichen Meilenstein. Das war übrigens sein 16. Saisontreffer. Das Team von Pep Guardiola ist nun bereits seit 20 Ligaspielen ohne Niederlage und hat zwölf Punkte Vorsprung vor Real Madrid. Die Königlichen durften am Wochenende allerdings ebenfalls einen Meilenstein feiern. Raúl erzielte sein 307. Tor und stellte damit den Rekord von Alfredo Di Stefano ein.
Millionen Pfund (umgerechnet rund 195 Millionen Euro) gaben die Klubs der englischen Premier League während der Transferperiode im Januar aus. Das ist Rekord. Obwohl die Rezession das Land fest im Griff hat, stellten die englischen Erstligavereine die Ausgaben vom Januar letzten Jahres mühelos in den Schatten. Damals waren es 146 Millionen Pfund gewesen. Die 2007 investierten 63 Millionen Pfund nehmen sich im Vergleich dazu fast wie ein Taschengeld aus. Die Zeiten, in denen die Vereine der Premier League "nur" 35 Millionen Pfund ausgaben, scheinen längst passé zu sein. Diese Summe stand nämlich 2003 zu Buche, als das Transferfenster-System eingeführt wurde. Andrej Arshavin, Craig Bellamy, Wilson Palacios und Nigel de Jong gehören zu den teuersten Transfers. Für die größten Schlagzeilen sorgte allerdings Robbie Keane, der für die stolze Ablösesumme von zwölf Millionen Pfund zu Tottenham Hotspur zurückkehrte. Insgesamt stehen für den irischen Stürmer damit 70,3 Millionen Pfund an Ablösesummen zu Buche.
Spielzeiten hat die Bundesliga bereits auf dem Buckel, und Bayern München stand zuvor in diesem Stadium der Saison nur neun Mal nicht unter den ersten Drei. Besorgniserregend für den Münchner Spitzenklub ist dabei, dass es nur in einer dieser Spielzeiten gelang, den Rückstand in der Rückrunde noch aufzuholen und sich den Meistertitel zu sichern (1993/94). Vom Erfolg der letzten Saison, in der die Bayern die Tabelle vom ersten bis zum letzten Spieltag anführten, kann man derzeit nur träumen, insbesondere nachdem das Team zum Rückrundenauftakt mit 0:1 beim Hamburger SV unterlag. Allerdings hat die Truppe von Jürgen Klinsmann, die nach der Niederlage vom HSV überholt wurde, trotzdem nur drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer 1899 Hoffenheim zu verzeichnen.
Jahre nach seinem Debüt in der ersten Mannschaft von Dukla Prag stellte Ausnahmetalent Pavel Nedved unter Beweis, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Er wurde im Alter von 36 Jahren und 153 Tagen ältester Torschütze der Woche. Der erfahrene Tscheche erzielte am Samstag kurz vor der Halbzeitpause das 2:1 für Juventus Turin gegen Cagliari und schien seinen Klub damit auf die Siegerstraße zu bringen. Dann sollte es aber doch anders kommen. Nur wenige Tage nach der 1:2-Niederlage gegen Udinese, ein Team, das seit Oktober kein Spiel der Serie A mehr gewonnen hatte, musste der Klub von Claudio Ranieri eine ebenso bittere 2:3-Schlappe gegen Cagliari hinnehmen. Dabei datierte der letzte Sieg von Cagliari in Turin vom November 1968 und lag damit mehr als 40 Jahre zurück! Da Inter Mailand später gegen den FC Turin über ein 1:1 nicht hinauskam, darf sich Juve auch weiterhin Hoffnungen auf den Titel machen. Allerdings hat der Klub inzwischen sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer und der AC Mailand hat sich auf Platz zwei vorgeschoben.
Länder haben sich inzwischen für die FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2009 in Ägypten qualifiziert, darunter nach der gerade zu Ende gegangenen afrikanischen Junioren-Meisterschaft auch fünf Teams aus Afrika. Ägypten ist als Gastgeber automatisch qualifiziert. Den zweiten Startplatz sicherte sich Ghana nach einem überzeugenden 2:0-Sieg im Finale gegen Kamerun, das als Finalteilnehmer ebenfalls qualifiziert ist. Die beiden weiteren Plätze gehen an die beiden Halbfinalisten Nigeria und Südafrika. Ghana konnte das Turnier zum ersten Mal seit 1999 wieder gewinnen. Insgesamt war es der dritte Turniersieg. Da die Teilnehmer von AFC, OFC und UEFA ebenfalls bereits feststehen, fehlen nur noch die acht Mitstreiter aus den beiden amerikanischen Konföderationen CONCACAF und CONMEBOL. Dann ist das Teilnehmerfeld des im September stattfindenden Wettbewerbs komplett.
