Das FIFA-Dringlichkeitskomitee hat heute Freitag, 20. November 2009, den irakischen Fussballverband (IFA) infolge staatlicher Einmischung suspendiert. Die FIFA erfuhr am 16. November, dass das irakische Olympische Komitee den IFA aufgelöst habe und dass Sicherheitskräfte der Regierung den IFA-Hauptsitz besetzt hätten. Am selben Tag informierte die FIFA den IFA, dass der Fall dem FIFA-Dringlichkeitskomitee weitergeleitet würde, falls dieser Entscheid nicht innerhalb von 72 Stunden rückgängig gemacht und der Hauptsitz innerhalb derselben Frist dem IFA zurückgegeben wird.
Bei Ablauf der Frist war weder der Entscheid des irakischen Olympischen Komitees widerrufen noch der Hauptsitz dem IFA zurückgegeben worden. Das FIFA-Dringlichkeitskomitee entschied deshalb, den IFA mit sofortiger Wirkung zu suspendieren, bis das irakische Olympische Komitee seinen Entscheid widerruft und der IFA seine Büros wieder beziehen kann.
Gemäß FIFA-Statuten dürfen die Vereine und die Nationalmannschaft des Iraks während der Suspension an keinen internationalen Spielen, weder Freundschafts- noch Pflichtspielen, teilnehmen. Der IFA hat zudem sein Stimmrecht bei Kongressen internationaler Fussballinstanzen verloren und erhält keine finanzielle Unterstützung mehr. Hingegen hat das FIFA-Dringlichkeitskomitee die Teilnahme des irakischen Frauenteams beim regionalen U-16-Fussballfestival, das der norwegische Fussballverband vom 22. bis 29. November in Jordanien organisiert, bewilligt.
Die vom irakischen Olympischen Komitee und den Sicherheitskräften getroffenen Maßnahmen sind für die FIFA nicht akzeptabel und widersprechen den IFA- und den FIFA-Statuten. Die Mitglieder des IFA-Exekutivkomitees sind der einzige von der FIFA anerkannte Ansprechpartner. Die FIFA hofft, dass das IFA-Exekutivkomitee seine Aufgaben demnächst wieder aufnehmen kann, um an der vereinbarten Überarbeitung der Statuten weiterarbeiten und Wahlen abhalten zu können.

