An der Spitze der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste kam es nur zu geringfügigen Veränderungen. Ganz anders hingegen im Keller der Rangliste, wo Fussballzwerg Laos sich um 28 Plätze auf Rang 162 verbesserte und somit allen die Show stahl.

Die kleine südostasiatische Nation verzeichnete damit den zweitweitesten Sprung nach vorne - unmittelbar nach Jamaika, das sich nach den knappen Siegen über Mexiko und Honduras in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ sogar um 33 Plätze verbesserte und nun auf Rang 83 zu finden ist. Für Laos ist die Verbesserung nach den großartigen Leistungen in der Qualifikation für den im Dezember stattfindenden AFF Cup - ehemals Tiger Cup - der weiteste Sprung seiner Geschichte.

Obwohl die Qualifikation für ein größeres internationales oder kontinentales Turnier für Laos weiterhin ein kaum realisierbarer Traum bleibt, konnte die Mannschaft zumindest auf regionaler Ebene ihr Image eines Punktelieferanten ablegen und sich seit 1996 für alle sechs Auflagen des Tiger Cups qualifizieren. Unter dem russischen Trainer Valeri Vdovin meisterten die Laoten im Oktober souverän das Qualifikationsturnier und nehmen somit zum siebten Mal in Folge an diesem regionalen Wettbewerb teil.

Das Qualifikationsturnier begann mit der knappen 2:3-Niederlage am 17. Oktober gegen Gastgeber Kambodscha denkbar schlecht, doch die Mannschaft von Vdovin kämpfte sich nur vier Tage später mit einem 2:1-Erfolg über die Philippinen eindrucksvoll zurück. Danach gab es einen 3:2-Sieg über Brunei Darussalam und einen 2:1-Erfolg über Osttimor, was zur frühzeitigen Qualifikation für die Endrunde reichte.

Die beeindruckende Serie von Laos blieb auch vom kambodschanischen Trainer Prak Sovannara nicht unbemerkt, der voll des Lobes für die dynamische Mannschaft von Vdovin war: "Laos hat eine starke Mannschaft, vielleicht die beste dieses Turniers", sagte der Trainer der Gastgeber.

Ein Team, zwei Herausforderungen
Die erfolgreiche Qualifikation ist nicht zuletzt dem Entwicklungsprogramm zu verdanken, das auch die Verpflichtung von Vdovin im Juli sowie ein Trainingslager in Hong Anh Gia Lai - einer Talentschmiede im benachbarten Vietnam - beinhaltete. Die erfolgreiche Qualifikation für den Suzuki Cup erscheint umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft von Vdovin nur aus U-23-Spielern bestand, die sich zurzeit intensiv auf die Südostasienspiele (SEA) vorbereiten.

Das langfristige Ziel von Vdovin und seiner Mannschaft ist es, bei den SEA-Spielen 2009, die erstmals im eigenen Land stattfinden, für Furore zu sorgen.

Doch angesichts des bevorstehenden Anpfiffs zum AFF Cups am 5. Dezember in Phuket (Thailand) weiß der russische Trainer genau, dass die Erwartungshaltung auch bei diesem Turnier sehr hoch sein wird.

Laos wurde gemeinsam mit Malaysia, Thailand und Vietnam - die allesamt ernsthafte Anwärter auf den Turniersieg sind - in die Gruppe B gelost. Doch damit nicht genug: Vdovins größte Sorge ist die Tatsache, dass er mit seinem U-23-Team gegen die A-Nationalmannschaften der Gegner antreten muss.

"Die Jungs haben sehr hart gearbeitet, nun werden wir sehen, wie groß die erzielten Fortschritte tatsächlich sind", sagte Vdovin in einem Interview vor dem ersten Spiel gegen Malaysia am kommenden Wochenende.

Die Mannschaft von Laos galt in dieser Altersklasse stets als Punktelieferant und wurde beim letzten Turnier vor zwei Jahren dieser Rolle auch gerecht, nachdem sie in drei Gruppenspielen insgesamt 23 Gegentreffer hinnehmen musste. Vdovin hat diesmal jedoch höhere Ziele.

"Es wird besonders wichtig sein, dass wir hinten gut stehen und im Abschluss besser werden", weiß er. "Wir haben eine sehr junge Mannschaft und müssen uns daher darauf konzentrieren, unsere Formation auf dem Feld zu halten und so wenige Fehler wie möglich zu machen. Immerhin spielen wir nun gegen stärkere Teams."