Mit überzeugenden Leistungen hat die Nationalmannschaft Nigerias nach dem enttäuschenden Abschneiden beim Afrikanischen Nationen-Pokal Anfang des Jahres wieder ihre alte Stärke demonstriert. Die Nigerianer sind fest entschlossen, die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ nicht ein zweites Mal in Folge zu verpassen. Nach einer wechselhaften Phase, in der die Mannschaft wieder zu sich finden musste, sind die Super Eagles wieder eine Macht auf dem Kontinent und haben Südafrika 2010 fest ins Visier genommen.

Ihr Aufstieg spiegelt sich auch in der FIFA/Coca-Cola Weltrangliste wieder: in der Novemberausgabe kletterte Nigeria um fünf Plätze auf Rang 22 und damit auf die höchste Platzierung des Jahres 2008. Im Februar waren die Super Eagles bis auf Rang 45 abgestürzt, arbeiteten sich aber wieder stetig nach oben. Und es scheint, als würde ihr Selbstvertrauen mit jedem Spiel weiter wachsen.

Ihr Fehlen in Deutschland 2006 war für die Nigerianer ein psychologischer Tiefschlag, bis dahin galt ihr Land als größter Favorit darauf, als erster Vertreter Afrikas einst den FIFA Fussball-Weltmeister zu stellen. Nigeria verfügt über ein riesiges Reservoir an Fussballtalenten, die Jahr für Jahr die hohe Qualität des Teams erhalten, doch es ist dem Land bisher nicht gelungen, das zweifellos vorhandene Potenzial den Möglichkeiten entsprechend zu nutzen.

Durch indiskutable Leistungen beim Afrikanischen Nationen-Pokal 2008 fiel Nigeria auf die schlechteste Platzierung seit Jahren zurück. Nur mit Mühe überstanden sie die Vorrunde, in den ersten zwei Spielen gelang ihnen kein einziger Treffer. Im Viertelfinale gegen Gastgeber Ghana schließlich kam trotz anfänglicher Führung das Aus.

Die Rückkehr von Shaibu Amodu auf die Trainerbank aber, als Nachfolger von Berti Vogts, brachte den erhofften Aufschwung. Mit entschlossenen Auftritten sicherte sich Nigeria als erstes Team einen Platz in der letzten Qualifikationsphase der Afrika-Zone für Südafrika 2010. Die Super Eagles waren auch das einzige Team mit einer makellosen Bilanz in der ersten Runde. Unter anderem gewannen sie gegen Südafrika das Hin- und Rückspiel.

Der lockere 4:1-Erfolg gegen Sierra Leone in Abuja Mitte Oktober war schließlich der entscheidende Faktor für den Sprung nach oben in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. Inzwischen sind die Nigerianer das drittbeste afrikanische Team.

Weltweit begehrte Talente
Nigerianische Fussballer verstärken Mannschaften auf der ganzen Welt, von Klubs in der englischen Premier League, der französischen Ligue 1, der deutschen Bundesliga, der spanischen Primera División und der italienischen Serie A bis hin zu Teams in Asien, Nordamerika und Osteuropa. Die Generation um Nwankwo Kanu, John Obi Mikel, Obafemi Martins und Joseph Yobo stellt momentan das Rückgrat der Nationalauswahl, doch es sind bereits zahlreiche neue Talente in Sicht, die die Leistungsträger der Zukunft sein könnten.

Unter ihnen die erstmals nominierten Joseph Akpala, Stürmer des FC Brügge in Belgien, und Chinedu Obasi von der Überraschungsmannschaft der Bundesliga, 1899 Hoffenheim. Amodu profitiert nun vom verschärften Konkurrenzkampf um die Plätze im Nationalteam, der sicherlich auch das erfolgreiche Abschneiden in der vorletzten Qualifikationsphase für Südafrika 2010 begünstigte.

Nun geht es in die letzte und entscheidende Runde. Für Nigeria fällt der Startschuss im März auswärts in Mosambik, wo die Mannschaft ihre Auftaktbegegnung in der Gruppe B bestreiten wird.