Die Verpflichtung von Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld macht sich bereits nach wenigen Monaten bezahlt. Unter dem ehemaligen Trainer von Borussia Dortmund und Bayern München kletterte die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in der aktuellen Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste erstmals seit Juni 2007 wieder unter die Top 30.
Nach der enttäuschenden UEFA EURO 2008 im eigenen Land, bei der die Eidgenossen bereits nach der Vorrunde die Segel streichen mussten, übernahm der Deutsche von Vorgänger Jakob Köbi Kuhn das Kommando im Nachbarland, hatte jedoch zu Beginn Anlaufschwierigkeiten.
Schwacher Start in die WM-Qualifikation
Überzeugte Hitzfelds Elf noch bei seinem Debüt im August mit einem 4:1-Heimsieg in Genf gegen Zypern, war der Beginn der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ mehr als holprig.
Anfang September spielte man nach einer 2:0-Führung in Israel noch 2:2, nachdem man in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Auswärts-Dreier noch aus den Händen gegeben hatte. Die beiden Torjäger Hakan Yakin und Blaise N'Kufo hatten die Eidgenossen zuvor in Führung geschossen. Den absoluten Tiefpunkt jedoch sollte die Nati vier Tage nach der Begegnung in Israel erleben.
Blamage gegen Luxemburg der Weckruf
Am 10. September empfing man in Zürich vor heimischer Kulisse den krassen Außenseiter Luxemburg. Doch wider den Erwartungen aller Experten, Fans und der Schweizer Mannschaft selbst, entwickelte sich die Partie vollkommen anders.
Jeff Strasser brachte das Großherzogtum in Führung, doch N'Kufo konnte vor der Halbzeit noch ausgleichen. Aber die Luxemburger schockten die Schweizer kurz vor Spielende mit dem entscheidenden 2:1 durch Fons Leweck. Diese Blamage und der damit verbundene Rückschlag auf dem Weg nach Südafrika 2010 scheint jedoch rückblickend der Weckruf für Hitzfeld und seine Mannschaft gewesen zu sein, denn seitdem ging es aufwärts mit dem schweizerischen Fussball.
Zwei wichtige Siege gegen Lettland und Griechenland
Mitte Oktober holte man einen unverzichtbaren Arbeitssieg gegen Lettland. In der AFG Arena von St. Gallen sorgten Alexander Frei und erneut N'Kufo für die beiden Schweizer Treffer, während Deniss Ivanovs für die Osteuropäer zwischenzeitlich ausgleichen konnte.
Einen noch wichtigeren Erfolg erzielte die Nati nur vier Tage später in Piräus. Die Auswärtspartie gegen Griechenland hatte fast schon vorentscheidenden Charakter, denn bei einer Niederlage, wäre der Rückstand auf die Hellenen auf acht Punkte angewachsen. Doch die Hitzfeld-Elf zeigte Kämpferqualitäten. Erneut war es das Sturmduo Frei/ N'Kufo, das seiner Mannschaft den wichtigen Dreier sicherte. Den nächsten Schritt in Richtung WM kann die Schweizer Auswahl am 28. März des kommenden Jahres machen, wenn man beim Tabellenletzten der Europa-Gruppe 2, Moldawien, zu Gast ist.
Lang ersehnter Sprung unter die Top 30
"Wir haben sehr gut reagiert auf die 1:2-Niederlage gegen Luxemburg vor einiger Zeit. Die sechs Punkte waren für uns das Wichtigste in den letzten Tagen. Wichtig war, dass wir gegen Lettland gewonnen und gegen gute Griechen die Chancen genutzt haben, die sich uns boten", sagte der Torjäger vom FC Twente Enschede, der in jedem der vier bisherigen WM-Qualifikationsspiele ins Schwarze traf, nach der Partie in Griechenland.
158 Punkte sammelten N'Kufo und Co. im vergangenen Monat und sprangen somit um 18 Plätze von Position 45 im Oktober auf Rang 27 im November. Damit lässt die Schweiz einige namhafte Verbände hinter sich, wie beispielsweise die Elfenbeinküste, Schweden, Serbien und Asienmeister Irak.
Und wenn man Ottmar Hitzfeld kennt, dann weiß man, dass dieser 27. Platz noch lange nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten muss. Der Erfolgstrainer hat andere Ziele mit seinem Team, und dass die Mannschaft die Qualität besitzt, hat sie zuletzt auch bewiesen. Nun muss Hitzfeld versuchen, Konstanz in die Leistungen seiner Elf zu bekommen, um weiterhin im Konzert der Großen mitspielen zu können. Übrigens: Am Mittwochabend gewannen die Eidgenossen ihr letztes Spiel in diesem Jahr mit 1:0 gegen Finnland.
