Für Burkina Faso war der Monat Juni sehr erfolgreich. Binnen drei Wochen haben die Mannen von Paulo Duarte, dem erst seit März amtierenden Nationaltrainer, in Afrika-Gruppe 9 der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 einen fehlerfreien Parcours mit vier Siegen hingelegt. Erfolge, die sich auch in der aktuellen FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste niederschlugen, denn dort machte Burkina Faso den größten Sprung in seiner Geschichte: 47 Plätze. Die Afrikaner rangieren damit jetzt auf Platz 64, nur zehn Plätze hinter ihrer Bestplatzierung aus dem Mai 2007.

Das Potenzial des Teams aus Burkina Faso ist seit langem unbestritten, aber seit Juli 2006 ist mangelnde Konstanz das große Problem. Die Mannschaft ist zu Höchstleistungen fähig, wie nicht zuletzt die vier ersten Qualifikationsspiele für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 mit ihrem Auswärtserfolg in Tunesien (2:1) bewiesen haben. Genau so schnell kann es mit ihr aber auch wieder bergab gehen, und es tun sich ungeahnte Abgründe auf. So kassierte man vor der jüngsten Siegesserie eben auch schon einmal sechs Niederlagen am Stück, darunter ein herbes 1:5 in Senegal im September 2007. Insgesamt gab es von März 2007 bis Mai 2008 eine Negativserie von acht sieglosen Spielen in Folge.

Jugend und Erfahrung
Trainer Paulo Duartes vorrangiges Ziel lautete also, die Mannschaft zu stabilisieren. Zu seinem Glück stehen ihm dazu zahlreiche Talente aus dem Team zur Verfügung, das bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Trinidad und Tobago 2001 Dritter wurde und auf dem Weg dorthin Argentinien mit Carlos Tevez einen Punkt abtrotzte und Spanien mit den heutigen Europameistern Fernando Torres und Iniesta besiegte. Die Schützlinge des damaligen Trainers Michel Jacques Yameogo sind inzwischen gereift, und so bilden insbesondere Saidou Panandetiguiri und Abdoul Aziz Nikiema den Kern der heutigen A-Nationalmannschaft.

Auch auf Legionäre mit Auslandserfahrung kann der portugiesische Trainer zurückgreifen. Charles Kaboré spielt im Mittelfeld von Olympique Marseille und Jonathan Pitroipa ab der kommenden Saison für den Hamburger SV. Im Verlaufe der bisherigen Qualifikation haben vor allem die Stürmer von sich reden gemacht. So avancierte etwa Yssouf Koné zum Albtraum der Tunesier und zur Entdeckung des Wettbewerbs. Für seine drei Tore (zwei gegen Tunesien und eines gegen die Seychellen) benötigte er nur 110 Minuten. Das ist die beste Quote in Afrika. Und Moumouni Dagano ist mit seinem Doppelpack gegen Burundi und den drei Toren gegen die Seychellen gleich bester Torschütze überhaupt. Das Gespann im Sturm kommt zusammen auf acht Treffer. Das sind 75 Prozent der Tore des gesamten Kaders.

Bestätigung erwünscht
Jetzt ist erst einmal zwei Monate Sommerpause, aber auch danach kann sich Burkina Faso im Prinzip keinen Ausrutscher leisten. Gleich im ersten Spiel kommen die Tunesier zu Besuch und es geht um den ersten Tabellenplatz in der Gruppe. Und die ob der Hinspiel-Niederlage in ihrem Stolz verletzten Nordafrikaner werden am 6. September sicher voll auf Sieg spielen. Für Burkina Faso dürfte die Partie zur Standortbestimmung werden, ehe es dann im Oktober zum letzten und vermeintlich leichten Spiel nach Burundi geht.

Kann Burkina Faso die jüngste Erfolgsserie fortsetzen? Oder verfällt die Mannschaft wieder in alte Untugenden? Überstehen Mahamoudou Kere und Co. auch die nächsten Spiele und behalten sie womöglich auch noch ihren Schnitt von mindestens zwei Treffern pro Begegnung bei, dann ist mit ihnen zweifellos auch für den Rest des Wettbewerbs zu rechnen.