Trotz jüngster politischer Unruhen im Libanon, die den Spielbetrieb der nationalen Liga des Landes bis auf weiteres unterbrochen haben, können die Fussballfans sich über die jüngsten Erfolge der Nationalmannschaft freuen.

Das Team von der Mittelmeerküste setzte sich in der Vorausscheidung der Qualifikation zum Asien-Pokal 2011 gegen die Malediven mit insgesamt 6:1 durch und war damit in einem ansonsten eher ruhigen April in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste die erfolgreichste Mannschaft.

Durch die Hin- und Rückspielsiege machte die Mannschaft Libanons einen Sprung um acht Plätze nach vorn auf Platz 140 der globalen Rangordnung, womit man der Aufsteiger des Monats Mai wurde.

Kurz vor dem Erfolg Libanons gegen die Malediven hatte die Asiatische Fussballkonföderation AFC entschieden, dass die drei Bestplatzierten des letzten Asien-Pokals sowie die Sieger der AFC Challenge Cups 2008 und 2010 gemeinsam mit Gastgeber Katar automatisch für die nächste Kontinentalmeisterschaft qualifiziert sind. Durch diese Entscheidung verringert sich die Anzahl der erforderlichen Qualifikationsspiele drastisch. Eine Folge davon war, dass Libanon und die Malediven als einzige Teams zu einer Vorausscheidung um den Einzug in die nächste Qualifikationsrunde antreten mussten, in der dann 20 Mannschaften in fünf Gruppen aufgeteilt und um die zehn verbleibenden Plätze bei Katar 2011 spielen werden.

Die Libanesen, Gastgeber des Asien-Pokals 2000, legten am 10. April in Beirut einen klaren 4:0-Sieg gegen die Malediven vor. Zwei Wochen später errangen sie mit Treffern von Mohamed Korhani und Nasrat Al Jamal einen 2:1-Sieg über die Insulaner und schoben sich damit unter den asiatischen Nationen auf den 23. Platz in der Weltrangliste.

Entscheidendes Qualifikationsspiel steht an
Die klaren Siege bedeuten für die Schützlinge von Trainer Emile Rustom einen Motivationsschub zur rechten Zeit, nachdem sie in den ersten zwei Spielen der dritten Asien-Qualifikationsrunde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ enttäuscht hatten.

Nach einer 0:1-Heimniederlage gegen den Gruppenfavoriten Usbekistan am 6. Februar musste im zweiten Qualifikationsspiel gegen Singapur unbedingt ein Sieg her. Da jedoch Ramez Dayoub, Abbas Ali Atwi und Ali El Atat verletzt ausfielen und Kapitän Roda Antar vom 1. FC Köln wegen eines Visumproblems fehlte, musste Trainer Rustom sein Team auf sechs Positionen verändern. So überraschte es nicht, dass die Libanesen sich gegen Singapur sehr schwer taten und am Ende mit 0:2 unterlagen.

Der Trainer kündigte jedoch eine Revanche für den 22. Juni an, wenn die beiden Mannschaften zum letzten Gruppenspiel wieder aufeinander treffen werden. "Das Fehlen von vier wichtigen Spielern konnten wir nicht kompensieren, obwohl wir unser Bestes gegeben haben", erklärte Rustom. "Aber ich hoffe, dass alle unsere Spieler wieder dabei sind und wir im Rückspiel dann vor eigenem Publikum einen Erfolg gegen Singapur verbuchen können."

Die Libanesen, die nach zwei Niederlagen das Schlusslicht der Gruppe bilden, haben keine andere Wahl, als im nächsten Qualifikationsspiel am 2. Juni in Saudiarabien voll auf Sieg zu spielen, um endlich ihre ersten Punke einzustreichen und damit noch ein Fünkchen Hoffnung am Leben zu halten. Angesichts der schweren Aufgabe gegen den dreimaligen Asienmeister, der in der Weltrangliste volle 86 Plätze vor Libanon rangiert, kann sich das Team wenigstens von den beiden Deutschland-Legionären Youssef Mohamad und Roda Antar inspirieren lassen, die mit dem 1. FC Köln in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Bundesliga geschafft haben.

"Wir müssen an uns glauben, wenn wir in den kommenden Runden noch dabei sein wollen", sagte Antar, dessen Torgefährlichkeit für die Mannschaft immens wichtig ist. "Auch wenn wir unsere Gegner respektieren müssen, sollten wir sie nicht fürchten."