Usbekistan hatte im März gleich doppelten Anlass zur Freude. So besiegte die zentralasiatische Mannschaft nicht nur in ihrem zweiten Spiel der dritten Qualifikationsrunde für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ das Team Saudiarabiens mit 3:0, sondern kletterte in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auch um zehn Plätze auf Position 60. Damit ließ man Asienmeister Irak hinter sich und liegt nun in der internen Asien-Wertung auf dem sechsten Platz, nur noch knapp hinter den großen Fünf Japan, Australien, Korea Republik, Iran und Saudiarabien.

Dem 1:0-Auswärtsssieg im Libanon folgte nun ein beeindruckender Sieg, mit dem die ehemalige Sowjetrepublik ihre Spitzenposition in Gruppe 4 festigte, die von Singapur komplettiert wird. Alisher Nikimbaev, ranghöchster Funktionär im Management von Usbekistans Nationalmannschaft, war zufrieden mit dem Start seines Teams, warnte jedoch vor Selbstzufriedenheit.

"Nur die ersten beiden Mannschaften der Gruppe qualifizieren sich für die nächste Runde der zehn besten Mannschaften Asiens. Da noch vier Spiele ausstehen, haben wir noch nichts erreicht", erklärte er gegenüber FIFA.com. "Dennoch zeigen die Ergebnisse in den ersten beiden Spielen, dass unser Team unter Coach Rauf Inileyev auf dem richtigen Weg ist."

Vertrautes Gesicht
Usbekistan war drei Jahre lang von einem Trio ausländischer Trainer betreut worden. So folgte auf den Deutschen Jürgen Gede der Engländer Bob Houghton und schließlich der Russe Valeri Nepomniatchi. Dann jedoch vertraute man Ende 2006 die Geschicke der Auswahl dem Usbeken Rauf Inileyev an, einem Taktiker von großer Erfahrung mit den Nachwuchsmannschaften des Landes. "Inileyev mag keinen bekannten Namen haben, aber er ist der erste Trainer unseres Landes, der während eines Großteils seiner Laufbahn Nachwuchsmannschaften fast aller Altersklassen betreut hat, von der U-16 bis zur U-23, bevor er dann die A-Nationalmannschaft übernahm", erklärte Nikimbaev.

Im ersten Turnier unter seiner Verantwortung bewährte sich Inileyev, als er Usbekistan bis ins Viertelfinale des AFC Asien-Pokals 2007 führte, wo man gegen Saudiarabien mit 1:2 den Kürzeren zog. "Wir waren das bessere Team, denn wir haben mehr Chancen als Saudiarabien herausgespielt. Doch die Saudis wussten ihre wenigen Torgelegenheiten zu nutzen und haben damit den Sieg geholt", erinnert sich Nikimbaev.

Das jüngste Qualifikationsspiel gegen Saudiarabien bot Inileyev und seinen Schützlingen eine willkommene Chance zur Wiedergutmachung, und obwohl zwei Stammspieler im Mittelfeld verletzungsbedingt fehlten, feierte Usbekistan einen klaren Sieg. "Nach dem Freundschaftsspiel gegen Jordanien in der Vorbereitung auf die Partie gegen Saudiarabien fielen bei uns Vitaliy Denisov und Marat Bimaev verletzt aus", erklärte Nikimbaev. "Der Verlust von zwei Schlüsselspielern zwang uns, unsere sonst übliche 4-4-2-Formation umzustellen."

Doch statt sich auf eine Defensivvariante zu verlegen, überraschte Inileyev die eigenen Fans und auch den Gegner mit drei nominellen Stürmern, die bei Bedarf auch noch vom aufrückenden Mittelfeldduo Timur Kapadze und Victor Karpenko unterstützt wurden. Die taktischen Umstellungen sollten sich rasch bezahlt machen, denn Karpenko sorgte bereits eine Minute nach Wiederanpfiff für die Führung, bevor Maksim Shatskikh und Server Djeparov durch zwei Treffer innerhalb von zwei Minuten einen beeindruckenden Sieg sicherten.

Inileyev war natürlich hochzufrieden. "Wir haben zwei Mittelfeldspieler im Angriff eingesetzt. Einigen mag das nicht gefallen haben", erklärte er. "Aber diese Variante war goldrichtig und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden."

Letzte Chance für Shatskikh
Nach dem Sieg beim kontinentalen Debüt bei den Asien-Spielen des Jahres 1994 in Hiroshima hat Usbekistan keine große Rolle mehr auf internationaler Ebene gespielt. Nach einigen Jahren im fussballerischen Niemandsland sind die Usbeken nun jedoch drauf und dran, mit einer starken Mannschaft wieder ehrgeizigere Ziele zu verfolgen.

"Es ist eine gereifte Mannschaft, denn die meisten Spieler sind 26 oder 27 Jahre alt, und das ist das beste Alter für einen Fussballer", erklärte Nikimbaev. "Die meisten spielen schon drei oder vier Jahre zusammen, weswegen der Teamgeist unübertroffen ist."

Viel Druck lastet auf den breiten Schultern von Dynamo Kiews Torjäger Shatskikh, der nach Ansicht der Fans das Team erstmals zu einer Teilnahme an einer FIFA WM-Endrunde führen kann. "Maksim wird im August 30 Jahre und Südafrika 2010 ist vermutlich seine letzte Chance, bei einer Weltmeisterschaft zu spielen. Ich hoffe, dass er sich mit dem Team in der harten Asien-Qualifikation durchsetzt", erklärte Nikimbaev.