In der CONCACAF-Region gehört Honduras zu den durchaus gefürchteten Teams. Im Vorfeld der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ präsentieren sich die Mittelamerikaner derzeit im Höhenflug. Dank einer Reihe beeindruckender Ergebnisse und eines entsprechend intakten Selbstbewusstseins haben die Honduraner in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste des Monats Februar einen Sprung um sieben Plätze gemacht - ein Beweis dafür, dass die Mittelamerikaner auf dem richtigen Weg sind.

Durch diese Verschiebung in der Weltrangliste zählt Honduras jetzt zu den drei besten Mannschaften der CONCACAF-Zone, gleich hinter Mexiko und den USA. Damit haben die Mittelamerikaner Costa Rica und auch Trinidad und Tobago hinter sich gelassen, beides WM-Teilnehmer 2006. Und so scheint der Traum von der ersten WM-Endrundenteilnahme seit 1982 durchaus realistisch.

Der 2:0-Sieg gegen Paraguay - immerhin Tabellenführer in der Südamerika-Qualifikation - am 7. Februar war der letzte Höhepunkt der positiven Entwicklung für Honduras. Die USA, Mexiko, Costa Rica, Jamaika sowie Trinidad und Tobago hingegen konnten ihre Freundschaftsspiele im gleichen Monat allesamt nicht gewinnen. Kapitän Amado Guevara und der in Polen spielende Carlos Costly erzielten die beiden Treffer gegen Paraguay in San Pedro Sula und sorgten damit unter den Fans im fussballbegeisterten Honduras für einen gewaltigen Optimismus. Mittlerweile sind die Honduraner vier Freundschaftsspiele in Folge ungeschlagen.

In der Weltrangliste liegen sie derzeit auf Platz 43 und damit vor Mannschaften wie Nigeria, Senegal, Saudiarabien, Marokko oder Ungarn. Der Sieg gegen Paraguay, bei dem zahlreiche Stars wie David Suazo und Wilson Palacios fehlten, sorgte in den Medien für eine wahre Euphorie. Das Magazin El Heraldo titelte beispielsweise: "Honduras besiegte Paraguay und spielte dabei auch noch schön."

Nationaltrainer Reinaldo Rueda, der aus Kolumbien stammt, wird sich über die Fortschritte seiner Mannschaft in den letzten Monaten freuen. Die erste Hürde auf dem Weg nach Südafrika 2010 steht im Juni an. Dann tritt seine Mannschaft gegen den Sieger der Vorqualifikationspaarung zwischen der Dominikanischen Republik und Puerto Rico an, das im vergangenen Monat in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste einen Sprung um volle 28 Plätze machte.

Wenn Honduras seiner Favoritenrolle gerecht wird und weiterkommt, geht es in der nächsten Runde mit drei Vierergruppen weiter. Die sechs Gruppensieger und Gruppenzweiten dieser Runde bestreiten dann die letzte Runde der CONCACAF-Qualifikation jeweils mit Hin- und Rückspielen im Ligasystem, um über die Vergabe der 3,5 Plätze in Südafrika zu entscheiden.

Zurück zu glorreichen Zeiten?
Honduras hat bislang erst ein einziges Mal eine FIFA WM-Endrunde erreicht, nämlich 1982 in Spanien. Trotz einer recht beeindruckenden Vergangenheit und des guten Rufs, den der zweimalige UNCAF-Meister und einmalige Copa-America-Vizemeister in der Region genießt, war die letzte Qualifikation vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ eine Riesen-Enttäuschung. Nachdem die Mannschaft in den ersten Runden eine beispiellose Torflaute erlebt hatte, schaffte sie nicht einmal den Einzug in die zweite Runde der Gruppenphase.

Ruedas Schützlinge hoffen in der nun bevorstehenden Qualifikation in erster Linie auf die Torgefährlichkeit von Suazo, der bei Inter Mailand spielt. Der in San Pedro Sula geborene Stürmer ist mit seinem blitzartigen Antritt und seinem Torriecher sicher der gefährlichste Spieler in den Reihen der Honduraner.

Unterstützt wird Suazo, den sie bewundernd "Panther" nennen, vor dem gegnerischen Tor von dem erfahrenen Carlos Pavon, Julio Cesar de Leon (Genua) sowie Costly (FC Balchatow). Die meisten Flanken für Suazo und seine Sturmpartner werden sicher von Guevara kommen, der nicht nur Mannschaftskapitän ist, sondern auch der Rekordnationalspieler des Landes. Seine Erfahrung und Übersicht machen ihn zu einem der besten Spielmacher in der CONCACAF-Zone.

Doch die Fortschritte der Honduraner sind keineswegs auf die A-Nationalmannschaft beschränkt. Im Gegenteil, die U-23-Auswahl des Landes steht im Halbfinale der Qualifikation für die Olympischen Spiele von Peking 2008.