In der neuesten Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste stahl die Mannschaft der kleinen Golfnation Oman so manchem großen Team die Show, als sie um nicht weniger als zwölf Plätze auf die 86. Position kletterte.

Unter seinem uruguayischen Trainer Julio Cesar Ribas unterlag Oman am 6. Februar im wichtigen Auftaktspiel der dritten Qualifikationsrunde Asiens für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ gegen Bahrain mit 0:1 und verlor sechs Plätze in der Februar-Ausgabe der Weltrangliste. Nun hat man jedoch eine zweistellige Anzahl von Plätzen gutgemacht, dabei Teams wie Katar, die Vereinigten Arabischen Emire und Thailand hinter sich gelassen und ist unter die Top Ten in Asien zurückgekehrt.

In der Weltrangliste hat Oman in Asien den größten Sprung gegenüber dem Vormonat gemacht. Auch weltweit ist man damit die dritterfolgreichste Nation. Das Land selbst hat als Ziel die erste Teilnahme an einer FIFA WM-Endrunde ausgegeben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Oman einen großen Sprung nach vorn gemacht hat. Im November 1998 sorgte man erstmals für Aufsehen, als man sich um 37 Plätze auf Position 58 verbesserte und anschließend immer wieder von sich reden machte. Die bislang beste Position in der Weltrangliste, der 50. Platz im August 2004, ist Beleg für die großen Fortschritte des Fussballs in dem kleinen Land am Persischen Golf.

Omans jüngste Erfolge sind auf sehr viel harte Arbeit und einen Stamm junger Spieler zurückzuführen, die zum ersten Mal im Jahr 2003 für Aufsehen in Asien sorgten. Unter dem tschechischen Taktikfuchs Milan Macala dominierte Oman in beeindruckender Manier die Qualifikation zum AFC Asien-Pokal und besiegte dabei sogar die Republik Korea, wodurch sich das Team einen Platz bei der ersten Kontinentalmeisterschaft in China 2004 sicherte.

Nach der 0:1-Niederlage gegen Japan im Asien-Pokal im Juli überraschte Macalas Mannschaft die Fachwelt mit einem 2:2 gegen Iran, bevor sie schließlich Thailand mit 2:0 besiegte. Zwar reichten diese Ergebnisse nicht aus, um die zweite Runde zu erreichen, doch sie trugen mit dazu bei, den bereits erwähnten 50. Platz in der Weltrangliste zu sichern.

Auch Ribas setzt auf Jugend
Zu den jungen Stars unter Macala gehörten Torhüter Ali Al Habsi, Spielmacher Fawzi Basheer und Stürmer Imad Ali, die nach wie vor das Rückgrat des aktuellen Teams von Ribas sind, der Anfang des Jahres das Amt vom Argentinier Gabriel Calderón übernahm.

Torhüter Al Habsi von den Bolton Wanderers, der als erster Spieler aus Oman den Sprung nach Europa schaffte, ist eine feste Größe in der Nationalelf, während Kreativspieler Basheer zum Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft wurde. Im Sturm zeigte Ali, dass auf ihn Verlass ist. So erzielte er beim 2:0-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Singapur am 27. Januar beide Treffer.

Obwohl es der Mannschaft, die Ribas übernahm, nicht an Talenten fehlt, veranlasste die 0:1-Niederlage in der Qualifikation gegen Bahrain den uruguayischen Trainer, nach weiteren jungen Spielern Ausschau zu halten.

Nachdem er Ligapartien im gesamten Sultanat beobachtete, wählte Ribas zwölf Spieler aus, die sich bereits jetzt auf das nächste WM-Qualifikationsspiel gegen Thailand in Bangkok am 26. März vorbereiten.

"Drei dieser Spieler sind zum ersten Mal dabei, während die anderen bereits in den Nachwuchs-Auswahlmannschaften zum Einsatz kamen", erklärte der Generalsekretär des Omanischen Fussballverbandes Taha al Khisry. "Unser Trainer Ribas trainiert diese Spieler und wird einige von ihnen auch in den Kader für die WM-Qualifikation aufnehmen."

Es deutet also alles darauf hin, dass Ribas ebenso wie sein erfolgreicher Vorgänger Macala auf die Jugend setzt.