2007 war für Saudiarabien ein sehr erfolgreiches Jahr, mit der Endspielteilnahme beim AFC Asien-Pokal als Höhepunkt. Wenn der Sprung um vier Plätze auf Rang 57 in der jüngsten Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste etwas aussagt, steht den Saudis ein weiteres gutes Jahr ins Haus.

Dies ist umso bemerkenswerter, als die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ für Saudiarabien eigentlich eine Enttäuschung gewesen ist. Was folgte, war ein Neuaufbau, der Früchte trug und die Mannschaft bis ins kontinentale Endspiel führte. Unter der Ägide des neuen brasilianischen Trainers Helio dos Anjos schaltete der dreimalige Asienmeister Größen wie Usbekistan sowie Japan aus und erreichte zum sechsten Mal das Endspiel, wo man nur knapp gegen Irak unterlag.

Trotz der Niederlage unterstrichen die Saudis damit ihren Status als kontinentale Fussballmacht. Zudem machten sie dank der brillanten Leistungen im Turnier in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste einen Sprung von nicht weniger als zehn Plätzen auf Rang 51 und erreichten damit ihre beste Platzierung seit Einführung des neuen Berechnungssystems im Juli 2006.

Die vergangenen Monate dann glichen wiederum eher einer Achterbahnfahrt für die Mannen von dos Anjos. Zum Jahresende standen die Saudis auf Platz 61, ehe es diesen Monat wieder um vier Positionen nach oben ging. Im Hinblick auf die in drei Wochen beginnende Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ wird dies gemeinhin als gutes Omen gewertet.

Große Hoffnungen
Den Beginn der Qualifikation markiert das Heimspiel gegen Singapur am 6. Februar in Riyadh. Ein deutlicher Sieg sollte hier möglich sein, aber Trainer dos Anjos richtet seinen Blick schon auf die Zeit nach der Qualifikation.

Seit ihrem Debüt 1994 in den USA sind die Saudis in der Qualifikation zur FIFA WM eine dominierende Kraft in der Asien-Zone. Die letzten vier Endrunden wurden allesamt erreicht. Und nimmt man die Form beim Asien-Pokal 2007 zum Maßstab, dann sind sie ein heißer Kandidat für die fünfte WM-Teilnahme in Folge.

Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass Qualifikationsspiele zur FIFA-Weltmeisterschaft in Asien nie leicht sind. Wohl auch deshalb hat Trainer dos Anjos früh mit der Vorbereitung auf das Singapur-Spiel begonnen und eine Reihe von Testspielen angesetzt. Im ersten Spiel nach dem Asien-Pokal gab es im September einen deutlichen 5:0-Sieg gegen Ghana, dann Anfang November ein 1:0 gegen Namibia und schließlich ein 2:0 gegen Estland.

Mit diesen Resultaten im Rücken ging die Golfnation als haushoher Favorit in die Pan-Arabischen Spiele. Aber nach dem hart erkämpften 2:0 gegen Sudan war es erst einmal vorbei mit der Siegesserie. In der folgenden Begegnung gab es nur noch ein enttäuschendes 1:1 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, ehe es in den verbleibenden beiden Partien gegen Libyen und Ägypten sogar jeweils eine 1:2-Niederlage setzte.

Kahtani warnt
Die durchwachsene Bilanz rief Kapitän Yasser Al Kahtani auf den Plan, der sich gezwungen sah, seine Mitstreiter vor Selbstzufriedenheit in der WM-Qualifikation zu warnen. "Alles redet schon von Usbekistan und Saudiarabien als haushohen Favoriten in der Gruppe, aber dem ist nicht so. In der WM-Qualifikation gibt es immer Heim- und Auswärtsspiel, da hat jede teilnehmende Mannschaft eine Chance", so Qahtani.

Qahtanis Worte haben im Mannschaftskreis Gewicht. Seit er sein Land in zwei der drei Gruppenspielen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ vertreten und dabei gegen Tunesien ein spektakuläres Tor erzielt hat, gilt der Kapitän als legitimer Nachfolger von Stürmerlegende Sami Al Jaber. Seinen Ruf als neuer Glücksbringer der Mannschaft untermauerte Kahtani nicht zuletzt dadurch, dass er Saudiarabien mit vier Toren ins Finale der Asienmeisterschaft führte, was ihn zum Torschützenkönig und später zu Asiens Fussballer des Jahres machte.

Doch bei allem Selbstvertrauen angesichts der jüngsten Fortschritte nehmen Kahtani und Co. Singapur nicht auf die leichte Schulter. "Wir haben Respekt vor den Mannschaften, die jetzt noch dabei sind. Leicht wird das nicht", mahnt der Spielführer.