Aus der Schar asiatischer Mannschaften, die in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste im Juli einen Riesensatz nach vorne machten, ragt Bahrain mit vollen zwölf gutgemachten Plätzen ganz besonders hervor.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass der Golfstaat sich in der Weltrangliste auf diese Weise Respekt verschafft hat. Im Jahre 2003 war die kleine Nation der beste Aufsteiger in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste.

Auch wenn das Team kürzlich beim AFC Asien-Pokal 2007 schon nach der Gruppenphase ausgeschieden ist, sollte es sich von seinem beeindruckenden Aufstieg in der Rangliste inspirieren lassen. In der sich aufstrebenden Nation macht die Entwicklung des Spiels ihre Höhen und Tiefen durch, doch wie die Gezeitenströmung im Golf wird sie nie zum Stillstand kommen.

Beginn einer neuen Epoche
Als Bahrain die Auszeichnung als bester Aufsteiger des Jahres 2003 gewann, wurde eine neue Fussballepoche in diesem Land eingeläutet, das sich seither über anhaltenden Fortschritt freuen kann.

Als sie vor drei Jahren erst zum zweiten Mal die Endrunde des Asien-Pokals erreichte, überraschte die Mannschaft die Zuschauer in aller Welt, indem sie aus dem Nichts bis ins Halbfinale vordrang. Stürmer A'ala Hubail beendete hierbei mit insgesamt vier Treffern das Turnier als bester Torschütze, zusammen mit dem iranischen Mittelfeldspieler Ali Karimi.

Viele junge Talente sind seitdem herangewachsen, und das Team überraschte erneut, als es sich gegen den zentralasiatischen Favoriten Usbekistan durchsetzte, um dann gegen Trinidad und Tobago in Hin- und Rückspiel um einen Platz bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ zu spielen.

Im Auswärtsspiel hielten die Bahrainer dem Vertreter der CONCACAF-Zone mit einem 1:1-Unentschieden stand und konnten dem entscheidenden Rückspiel eigentlich mit einem leichten Vorteil im Rücken entgegenblicken. Ihr Mangel an internationaler Erfahrung brachte sie jedoch an der letzten Hürde zu Fall, als sie die Begegnung durch ein einziges Tor verloren.

Nachdem die Bahrainer somit den ersten Einzug in eine FIFA WM-Endrunde nur um Haaresbreite verpasst hatten, kann nicht mehr abgestritten werden, dass sich die Mannschaft als eine ernst zu nehmende Fussballmacht in Asien etabliert hat.

Lehrreicher Asien-Pokal
Während die meisten asiatischen Spitzenmannschaften vor dem diesjährigen Asien-Pokal zahlreiche neue Talente integrierten und sich damit in einer Übergangsphase befinden, hielt Trainer Milan Macala am Kern des Kaders fest, der 2004 das Halbfinale erreichte.

Nachdem Bahrain seinen Golfnachbarn Kuwait bezwungen und sich so aus einer schwierigen, von Australien dominierten Gruppe für den diesjährigen Asien-Pokal qualifiziert hatte, hoffte man, den Erfolg von vor drei Jahren wiederholen zu können. Doch eine 1:2-Niederlage gegen den Mitveranstalter Indonesien, ein Sieg in gleicher Höhe über die Republik Korea, sowie eine 0:4-Pleite gegen ein unaufhaltsames Saudiarabien machten ihre Chancen zunichte, die entscheidende Runde zu erreichen.

"Ich glaube, das Problem ist nicht im heutigen Spiel zu finden", erklärte der enttäuschte Macala nach der klaren Niederlage gegen Saudiarabien. "Uns fehlten zwölf Spieler, und die Liga Bahrains verfügt einfach nicht über so viele Ersatzspieler wie beispielsweise die von Saudiarabien."

"Jeder kann bezeugen, dass die Nationalmannschaft Saudiarabiens fast all ihre Spieler ausgewechselt hat, da es dort eine starke Liga mit fünf oder sechs Spitzenteams gibt. Doch in Bahrain lassen sich Ersatzspieler nicht so leicht finden."

Aus dieser Lehre vom Asien-Pokal zieht Macala den Schluss, dass der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg das Finden und Entwickeln neuer Talente ist: "Diese Generation hat dem Fussball Bahrains zahlreiche gute Resultate eingebracht. Doch jetzt gilt es, neues Blut zu finden, das die Zukunft des bahrainischen Fussballs sichern kann."