Die weißrussische Nationalmannschaft kletterte in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste unter die Top 40 und feiert mit Platz 38 im Dezember 2010 die beste Platzierung in der noch jungen Verbandsgeschichte.

Damit blickt der Binnenstaat aus Osteuropa auf ein sehr erfolgreiches Fussballjahr zurück. Seit Januar dieses Jahres verbesserte sich das Team des deutschen Trainers Bernd Stange um 42 Positionen. Vor allem in den vergangenen fünf Monaten ist der Aufschwung in Belarus auch an den Statistiken der Rangliste zu erkennen. Immerhin kletterten die Weißrussen von Platz 78 im August auf den 38. Rang in der aktuellen Ranglisten-Ausgabe.

Der Hauptgrund dafür liegt in der bislang sehr erfolgreichen Qualifikation zur UEFA EURO 2012, die in Polen und der Ukraine stattfinden wird. Nach vier Spieltagen rangiert Belarus hinter Spitzenreiter Frankreich auf Position zwei der Gruppe D, mit nur einem Zähler Rückstand auf den Vize-Weltmeister von 2006.

Letzte Niederlage im Juni 2010
Die Mannschaft um Kapitän Sergei Gurenko von Dinamo Minsk musste noch keine Niederlage hinnehmen und ist somit das einzig ungeschlagene Team in der Gruppe, zu der auch Albanien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und Liechtenstein gehören. Dank einer überragenden Defensive, die in den vier Begegnungen noch kein Gegentor zuließ, darf Belarus weiterhin von der ersten Teilnahme an einem großen Turnier träumen.

Die letzte Niederlage datiert aus dem Juni, als man gegen Schweden vor heimischer Kulisse ein Freundschaftsspiel 0:1 verlor. Seitdem folgten vier Siege und zwei Unentschieden, in denen Torhüter Yury Zhevnov nicht einmal hinter sich greifen musste.

In der Vorbereitung auf die EM-Qualifikation begann die jüngste Erfolgsserie von Stange und seinem Team Mitte August, als man auswärts gegen die stärker eingeschätzten Litauer 2:0 gewann und den Grundstein für die nächsten Aufgaben legte.

Beeindruckende Leistungen in der EM-Quali
Ein erstes Ausrufezeichen in Richtung Konkurrenz auf dem Weg zum kontinentalen Kräftemessen setzten die Weißrussen Anfang September, als man im Stade de France in Paris gegen WM-Teilnehmer Frankreich 1:0 siegte. Sergei Kislyak erzielte damals das Tor des Tages. Der Mittelfeldspieler von Dinamo Minsk war erst kurz zuvor eingewechselt worden und unterstreicht damit die Ausgeglichenheit im Kader Stanges.

Nur wenige Tage später folgte ein 0:0 gegen Rumänien, das die Gastgeber in erster Linie ihrem überragenden Schlussmann Zhevnov zu verdanken hatten. "Ich denke, dass unsere Spieler noch nicht so reif sind, einen großen Erfolg schnell zu vergessen und sich auf die neue Aufgabe zu konzentrieren. Unsere Spieler brauchen zu lange, um das zu verarbeiten, und dann kam gleich die Realität, und wir konnten gegen Rumänien nicht gewinnen", erläuterte Stange die Gründe für das Remis.

Etwas enttäuschend war dann auch der Auftritt in Luxemburg, wo man vor drei Jahren sensationell 0:1 unterlag. Im Großherzogtum kam man ebenfalls nicht über ein 0:0 hinaus. Besser lief es für die Mannschaft um Rekord-Nationalspieler Aleksandr Kulchy vor heimischer Kulisse gegen Albanien. Nach 90 Minuten feierte Belarus den zweiten Dreier in der Qualifikation und festigte damit den zweiten Rang hinter den Les Bleus.

Stange will zur EURO 2012
"Es ist noch etwas unrealistisch, aber man muss einfach träumen. Und dieser Traum ist es, mit dieser jungen weißrussischen Mannschaft bei der Europameisterschaft dabei zu sein. Wir werden es versuchen", gab Stange die Marschroute aus.

Um diesem Ziel näher zu kommen, setzt der erfahrene deutsche Coach auf eine 4-2-3-1-Taktik, die bislang die Konkurrenz staunen lässt. Auch wenn die eigene Offensive mit nur drei Treffern aus vier Partien schwächelt, ist es die Defensive, die Belarus auf Kurs UEFA EURO 2012 hält.

Dass seine Mannschaft jedoch auch Torgefahr ausstrahlen kann, durfte Stange beim letzten Freundschaftsspiel des Jahres Mitte November beobachten, als man den Weltranglisten-99. Oman mit 4:0 besiegte. Das sollte Mut für die nächste Aufgabe machen, die im März 2011 ansteht, wenn man in der Qualifikation zur EURO nach Albanien reisen muss.