Malawi machte im Auftaktspiel zum CAF Afrikanischen Nationen-Pokal im Januar mit einem 3:0-Erfolg gegen WM-Teilnehmer Algerien Schlagzeilen. Diese denkwürdige Leistung katapultierte die Flames in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste nach oben.

Riesiger Sprung
Der klare Sieg war das Überraschungsergebnis des Turniers und stellte für die Mannschaft, die eigentlich nicht zum illustren Kreis von Afrikas Elitemannschaften zählt, einen Bilderbuchstart ins Turnier dar. Nach Niederlagen gegen Angola und Mali musste Malawi in der Gruppe zwar am Ende mit dem letzten Platz Vorlieb nehmen, aber der klare Sieg gegen Algerien hat dem zentralafrikanischen Land mächtig Auftrieb gegeben. Inzwischen spricht man dort schon davon, sich direkt für die nächste Auflage des Nationen-Pokals im Jahr 2012 qualifizieren zu wollen.

Im Augenblick schwelgt das Land noch in den Erinnerungen an den glorreichen Sieg in Luanda und den daraus resultierenden Sprung in der Weltrangliste, der dem Team die höchste Platzierung seit vier Jahren einbrachte. Malawi sprang gleich 17 Plätze nach oben auf den 82. Rang. Damit ist das Team zwar noch relativ weit von der besten Platzierung aller Zeiten entfernt (53., 1992), der Sprung nach oben war jedoch ähnlich beeindruckend wie damals. Das Team war im März 2008 nämlich auf den 138. Platz abgerutscht und hatte damit einen historischen Tiefpunkt erreicht. Nach einigen guten Ergebnissen in den Vorbereitungsspielen für den Afrikanischen Nationen-Pokal sowie einem soliden Auftritt bei der zweiten Teilnahme an diesem Turnier hat Malawi sich die Verbesserung redlich verdient.

"Warmes Herz Afrikas"
Trainer Kinnah Phiri war zu seiner aktiven Zeit ebenfalls so etwas wie eine Legende in seinem Land, das auch unter dem Beinahmen "warmes Herz Afrikas" bekannt ist. Sein derzeitiger Vertrag läuft im Juni aus, ihm wurde jedoch bereits eine Verlängerung angeboten. Schließlich hat er es geschafft, die junge malawische Mannschaft zur zweiten Teilnahme an der Endrunde des Afrikanischen Nationen-Pokals zu führen. Zum ersten Mal war das Team 1984 bei diesem prestigeträchtigen Wettbewerb dabei gewesen. Für Walter Nyamilandu, den Präsidenten des Fussballverbandes von Malawi, war dies Beweis genug, dass er der richtige Mann für diesen Job ist. Zuvor hatte man bei diversen Experimenten mit ausländischen Trainern immer wieder Enttäuschungen erlebt.

Die Mehrzahl von Phiris besten Akteuren steht im Ausland unter Vertrag, die meisten davon verdienen ihre Brötchen in Südafrika. Stürmer Esau Kanyenda zählte als Teenager zu den großen Torjägertalenten und wechselte nach Russland, wo er einige Zeit für Lokomotive Moskau spielte. Inzwischen steht er in der zweiten russischen Liga beim FC Kamaz unter Vertrag.

Große Ziele
Russel Mwafulirwa zeigt sein Können beim IFK Norrköping, der kürzlich in die zweite schwedische Profiliga abgestiegen ist. Mittelfeldspieler Daniel Chitsulo wurde als Jugendlicher vom 1. FC Köln verpflichtet, schaffte aber den Sprung in die Bundesliga-Mannschaft nicht und spielt jetzt bei Rot-Weiss Essen. Chitsulo steht allerdings schon seit längerer Zeit nicht mehr im Nationalkader. Beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal in Angola machte Joseph Kamwendo im Mittelfeld auf sich aufmerksam, und der Abwehrspieler Elvis Kafoteka erzielte einen spektakulären Treffer. Kafoteka hat inzwischen einen Vertrag bei APR (Ruanda) unterschrieben.

Das nächste Ziel Malawis ist die Endrunde des Nationen-Pokals 2012, die von Äquatorialguinea und Gabun gemeinsam ausgerichtet wird. Malawi ist in einer Qualifikationsgruppe mit Botsuana, Tschad und Tunesien, das als Favorit auf den Gruppensieg gilt.