Die Peruaner beendeten die Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ zwar auf dem enttäuschenden letzten Platz, können aber dennoch auf den Leistungen der letzten vier Spiele aufbauen und aufsteigen wie Phönix aus der Asche. Die Verbesserung in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste um 17 Plätze auf Rang 74 könnte für die Peruaner ein weiterer Anreiz sein, sich in der Region als ernstzunehmender Rivale zu etablieren.
Rein statistisch gesehen ist Peru noch weit von seiner bis dato besten Platzierung (Rang 34 im September 1997) entfernt. Doch man darf nicht vergessen, dass man den bisherigen Tiefststand erst im vergangenen September erreicht hatte, als es nur für Platz 91 reichte. Zudem war die Verbesserung um 17 Plätze die zweitbeste in Südamerika und die fünftbeste weltweit – hinter Färöer (+41), Armenien (+25), Haiti (+23) und Kolumbien (+18).
Dieser Sprung nach vorn ist vor allem auf zwei 1:0-Siege im Endspurt der WM-Qualifikation zurückzuführen, die die Peruaner in Lima gegen Uruguay bzw. in Bolivien erreichten. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass sie die Argentinier am vorletzten Spieltag in Buenos Aires lange Zeit zittern ließen und ihnen einen harten Schlagabtausch auf Augenhöhe boten, ehe die Gastgeber durch einen Treffer in der Nachspielzeit doch noch mit 2:1 gewannen.
Während Peru von den ersten 42 möglichen Punkten nur sieben geholt hatte (16 Prozent), waren es von den letzten zwölf möglichen Zählern immerhin sechs (50 Prozent). Aus den insgesamt drei Siegen, vier Unentschieden und elf Niederlagen resultierten insgesamt 13 Punkte.
Selbstkritik und Potenzial
In der Presse wurde das Abschneiden in der Qualifikation, die am 14. Oktober zu Ende ging, heftig kritisiert. "Eine Qualifikation zum Vergessen. Ein Sieg, der nichts wert ist", schrieb die Tageszeitung Todo Sport am Tag nach dem 1:0 über Bolivien. "Der Albtraum ist vorbei", titelte die Tageszeitung El Bocón. "Wenn es eine Weltmeisterschaft der Fans gäbe, wären wir Weltmeister", schrieb El Líbero angesichts der über 6.000 Anhänger im Estadio Alejandro Villanueva, in dem das letzte Spiel ausgetragen wurde.
Trainer José del Solar, der bereits erklärt hatte, nach dem Freundschaftsspiel gegen Honduras zurückzutreten, stellte sich den Vorwürfen. "Ich bin der Verantwortliche, und ich müsste bereits in einer geschlossenen Anstalt sitzen, wenn ich nicht so denken würde. Natürlich habe ich Fehler gemacht, vor allem im Umgang mit bestimmten Situationen. Solche Dinge passieren einfach, aber ich habe mich diesen Herausforderungen immer gestellt", erklärte El Chemo, ohne auf Details einzugehen.
Hinsichtlich seines Nachfolgers und den Gerüchten, dass dieser ein Ausländer sein würde, sagte Del Solar, dass der neue Coach trotz ausbleibender Erfolgsergebnisse "ein peruanischer Trainer sein sollte. Derzeit gibt es einige gute Trainer, die als Teamchef geeignet wären."
Zudem gibt es für eine Nationalmannschaft, die über so viel Potenzial verfügt wie die peruanische, immer Licht am Ende des Tunnels. Für die Qualifikation zur FIFA WM 2014 in Brasilien steht ein starker Stamm an Spielern zu Verfügung, die über die erforderliche Erfahrung verfügen, um diese Herausforderung meistern zu können. Man denke nur an Paolo Guerrero (25 Jahre, Hamburger SV), Jefferson Farfán (25, FC Schalke 04), Alberto Rodríguez (25, Sporting Braga), Juan Vargas (26, AC Florenz) oder Claudio Pizarro (31, Werder Bremen). All diese Spieler sind Leistungsträger, die von Talenten wie Carlos Zambrano (20, FC Schalke 04), Josepmir Ballón (21, Universidad San Martín) und Daniel Chávez (21, Brujas) unterstützt werden.
Man wird sehen, ob Peru wieder in die Erfolgsspur zurückkehren und jene Leistungen zeigen kann, die in den 70er Jahren weltweit für Furore gesorgt hatten. Der Weg dahin ist noch weit, so viel steht fest – doch es gibt bereits die ersten positiven Anzeichen. Man wird sehen, was die Zeit mit sich bringt…
