Portugal hat nach wie vor Chancen auf die dritte WM-Endrundenteilnahme in Folge, wobei sich das Team dafür in den Playoff-Spielen am 14. und 18. November gegen das Team von Bosnien-Herzegowina durchsetzen muss. "Wenn wir so spielen, wie in den letzten Monaten, stehen unsere Chancen sehr gut", meinte der Trainer der portugiesischen Auswahl Carlos Queiroz in einem Interview mit FIFA.com nachdem der Playoff-Gegner bekannt war.
Es war gerade diese Steigerung in den letzten Monaten, die es der portugiesischen Auswahl überhaupt erst ermöglichte, in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste im Oktober sieben Plätze gut zu machen. Dort liegt man mittlerweile auf dem zehnten Rang.
Zwischen Juli und September 2009 lag Portugal auf Platz 17, der schlechtesten Position seit Juni 2004. In der Gruppe 1 der Europa-Zone der Qualifikation für Südafrika 2010 erwischte man einen denkbar schlechten Start. Nach einem 4:0-Erfolg auf Malta gab es eine 2:3-Niederlage gegen Dänemark und dann drei torlose Unentschieden in Folge, die die Hoffnungen von Queiroz' Team auf die WM-Qualifikation auf einen Tiefpunkt sinken ließen.
Auch wenn man weit vom 43. Platz vom August 1998 entfernt war, konnte man doch von einer Mannschaft, die in Deutschland 2006 den vierten Platz belegte und bei der Europameisterschaft 2008 bis ins Viertelfinale vorstieß, mehr erwarten. Es heißt oft, dass sich die wahre Stärke einer Mannschaft erst in schwierigen Zeiten zeigt, und das könnte wohl auch auf die Portugiesen zutreffen. Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Dänemark Anfang September schien alles verloren. Doch diese fast aussichtslose Lage weckte den Stolz der Spieler, die nun drei Siege in Folge holten und am Ende doch noch den zweiten Platz erreichen konnte, da Schweden sich noch eine Niederlage leistete. Damit hatte sich Portugal einen Platz in den Playoffs gesichert und den Traum von einer Teilnahme an der WM in Südafrika am Leben gehalten.
Ein Duell um Alles oder Nichts
Vor den entscheidenden Spielen gegen Bosnien-Herzegowina verfolgt das Land mit einer gewissen Sorge den schleppenden Verlauf der Genesung von Cristiano Ronaldo, wenngleich der Spieler im Trikot Portugals weit davon entfernt war, ähnlich stark wie bei seinem Verein Real Madrid aufzuspielen. In der Tat hat der Stürmer in der gesamten Qualifikation noch kein einziges Mal ins Schwarze getroffen. Auch in den letzten beiden Jahren erzielte er nur zwei Tore für sein Land. Dennoch würde die bloße Präsenz des Superstars die Favoritenstellung der Portugiesen weiter stärken.
"Wir stehen wirklich in der Pflicht. Man erwartet von uns, dass wir bei dieser Weltmeisterschaft dabei sind. Wir werden versuchen, im Hinspiel ein gutes Ergebnis zu holen, um dann mit Ruhe in die zweite Partie zu gehen", erklärte kürzlich der Trainer der Portugiesen. Die Erwartungshaltung kommt nicht von ungefähr, denn im portugiesischen Kader finden wir mit Ronaldo, Deco, Pepe, Nani, Ricardo Carvalho, Tiago, Bruno Alves, Liedson und Simão allesamt Spieler, die in Europa einen klangvollen Namen haben, große Fussballer, die nur gewisse Anlaufschwierigkeiten hatten, um sich als Team zu finden. Auch der bosnische Trainer Miroslav Blazevic räumte ein: "Portugal hat eine ganze Reihe großartiger Spieler. Aber nicht immer setzen sich die Favoriten durch, und ich glaube, dass auch wir Chancen haben, uns durchzusetzen."
Portugal war in der europäischen Qualifikation eines der Teams mit den wenigsten Gegentreffern, nämlich fünf, und das könnte einer der Schlüssel zum Erfolg gegen Bosnien-Herzegowina sein, das mit 25 Treffern die viertmeisten Tore in der Europa-Zone erzielte. Dennoch wird Queiroz noch einige Probleme im Angriff lösen müssen, denn die Treffsicherheit seiner Stürmer ließ bislang trotz aller Chancen, die sie herausspielten, doch sehr zu wünschen übrig. "Für uns hat die Weltmeisterschaft bereits begonnen. Von nun an zählt jedes Spiel", verwies der Trainer auf die große Bedeutung der Playoffs.
Vielleicht können die Portugiesen den Schwung mitnehmen, den sie zuletzt in der Qualifikation gezeigt haben, um den letzten und entscheidenden Schritt zu machen.

